BARF

„Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ – abgekürzt im Wort BARF – ist die Bezeichnung für eine Ernährungsform für Hunde, die sich aus rohen und frischen Nahrungsmitteln zusammensetzt. Entscheidend bei der BARF Fütterung ist, dass man abwechslungsreich füttert und sich bei der Zusammenstellung des Futters am Beutetier orientiert. Dieses setzt sich aus Muskelfleisch, Innereien, RFK (rohen, fleischigen Knochen) und Obst und Gemüse zusammen.
Hier findest du ausführliche Informationen zum Thema BARF

  • Naturbelassene
    Ernährung

  • individuelles
    Futter

  • Freude
    am Fressen

  • Transparenz
    im Napf

  • Frei
    von Zusätzen


Vorteile der Barf-Fütterung


Artgerechte Rohfütterung
Du hast die Wahl:

Die einfachste Methode der artgerechten Rohfütterung bieten unsere fertigen Menüs. Einfach vor dem Servieren auftauen, anrichten und los geht's!

Menüs

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Frostfutter Nahrungsergänzung



Verteilung der Futterkomponenten
Futterpyramide

Weitere Erläuterungen findest du hier

80% tierische Erzeugnisse liefern Energie, Protein, Vitamine, Mineralstoffe und essentielle Fettsäuren:

  • 50 % Muskelfleisch: liefert Proteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Es sollte nicht zu mager sein.
  • 20 % Pansen/Blättermagen: liefert zusätzlich Protein, vorverdaute Futterreste und Enzyme
  • 15 % Innereien: liefern vor allem Vitamine und Mineralstoffe
  • 15 % RFK: liefern Mineralstoffe, vor allem Calcium und Phosphor sowie Magnesium, Zink und Natrium

20 % pflanzliche Erzeugnisse liefern Faserstoffe als Nahrung für die Darmbakterien und sekundäre Pflanzenstoffe:

  • 75 % Gemüse: liefert Faserstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und einige Vitamine
  • 25 % Obst: liefert Faserstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Kohlenhydrate

Öle und Mineralien wie Lachsöl, Seealgen und Lebertran gleichen aus, woran es im Massentierhaltungsfleisch mangelt und was beim Nachahmen des Beutetiers nicht umsetzbar ist.

Barfen für Anfänger

BARFen wirkt anfangs vielleicht kompliziert und löst Verunsicherungen aus. Du möchtest nichts falsch machen und deinen Hund optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Aber keine Sorge - die Grundlagen sind schnell gelernt und dann läuft die BARF-Fütterung eigentlich schon wie von selbst. Schnell entwickelst du eine Routine und ein Bewusstsein, wie du deinen Hund artgerecht ernähren kannst – denn so kompliziert wie es scheint, ist es gar nicht!

Barfen für Anfänger


Die größten Mythen übers BARFen

Wofür steht eigentlich "BARF"? Wie geht das? Und ist diese Rohfütterung gut für meinen Hund? In dieser Folge "Rund um den Hund" räumt Hundeverhaltenstherapeuth Masih Samin mit den größten Mythen rund um das Thema BARFen auf.



FAQ's

Allgemeine Fragen zum Thema BARF

Was ist Barf?

Die Abkürzung BARF steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ und bezeichnet eine Ernährungsform für Hunde aus rohen und frischen Nahrungsmitteln. Entscheidend bei der BARF Fütterung ist, dass man abwechslungsreich füttert und sich bei der Zusammenstellung des Futters am Beutetier orientiert. Dieses setzt sich aus Muskelfleisch, Innereien, RFK (rohen, fleischigen Knochen), Pansen und Obst und Gemüse zusammen.

Warum ist die Fütterung von rohem Fleisch gesund? Was sind die Vorteile von BARF?

Die Fütterung von rohem Fleisch ist eine artgerechte Nahrung für Hunde. Da Hunde Fleischfresser sind, erhalten sie durch rohes Fleisch und Innereien alle natürlichen Nährstoffe, die für eine ausgewogene Ernährung erforderlich sind. Ergänzend sollte eine Mahlzeit einen pflanzlichen Anteil enthalten, um alle Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und wichtigen Nahrungsbestandteile abzudecken.

Ich möchte meinen Hund BARFen. Welche Möglichkeiten habe ich?

Wenn du Anfänger oder unsicher bist, oder einfach keine Zeit für das Zubereiten hast empfehlen wir dir unsere fertigen Menüs. Diese müssen einfach nur aufgetaut und anschließend verfüttert werden. Lediglich bei den Vital-Mixen muss noch Öl hinzugefügt werden. Du kannst deinem Vierbeiner natürlich auch selber die BARF-Mahlzeiten zusammenstellen. Unter „Frostfutter“ und „Nahrungsergänzung“ findest du alle einzelnen Komponenten, die du hierfür benötigst. Genauere Informationen bezüglich der optimalen Zusammensetzung und Aufteilung der einzelnen Komponenten findest du hier. Falls du unterwegs oder im Urlaub bist, kannst du auf unsere Kochwürste unter „Barf To Go“ zurückgreifen.

Wie viel muss ich füttern?

Die Futtermenge berechnet sich anhand des Körpergewichtes des Hundes. Für einen erwachsenen, normal aktiven Hund werden ca. 2-3 % des Körpergewichtes gefüttert. Der individuelle Bedarf variiert je nach Alter, Rasse, Haltungsbedingungen und Aktivität. Auf dieser Basis werden dann die einzelnen Futterkomponenten runtergerechnet. Einen anfänglichen Futterplan zu erstellen hat sich als sehr hilfreich erwiesen.

Wie oft soll der Hund gefüttert werden?

In der Regel sollte ein Hund zweimal täglich eine Mahlzeit erhalten. Junghunde und Welpen sollten bis zu fünf Mahlzeiten am Tag erhalten, damit sich der Magen-Darm-Trakt an die Futterportionen gewöhnen kann. Knochen und fleischige Knochen sollten vorzugsweise morgens gefüttert werden, da Sie dann einen längeren Zeitraum haben, um gut verdaut zu werden. Hunde die zu einer Magendrehung neigen, können auch mehrmals am Tag gefüttert werden. Werden kleinere Mengen Futter zu sich genommen, kann sich das Risiko einer Magendrehung reduzieren.

Muss ich täglich alle Komponenten füttern?

Nein, eine tägliche Gabe ist nicht notwendig. Die einzelnen Futterkomponenten können problemlos auf 2-3 Portionen pro Woche verteilt werden, ohne dass es zu einem Mangel kommt. Von einer Komplettfütterung einzelner Komponente an einem Tag (z.B. die komplette Wochenration an Innereien an einem Tag) sollte abgesehen werden, da dies z.B. bei Innereien zu Durchfall, bei Zusätzen zu einer Überversorgung oder bei Knochen zu Knochenkot oder Verstopfung führen kann.

Ist BARFen sehr zeitaufwendig?

Unabhängig von der Futterart ist mit der Fütterung des Hundes ein gewisser Aufwand verbunden. Beim BARFen sollte sich zuallererst ein Grundlagenwissen angeeignet werden. Dieser Zeitaufwand variiert, da er z. B. von den eigenen Vorkenntnissen und der Bedarfssituation des Hundes abhängt. Anschließend folgt der regelmäßige Zeitaufwand für die Vorbereitung und Zubereitung der Portionen. Hierzu zählt die Erstellung eines Ernährungsplanes, das Einkaufen, die Vorbereitung (z. B. Fleisch schneiden, Gemüse pürieren) sowie die Portionierung. Es kann viel Zeit gespart werden, indem die Mahlzeiten für einige Wochen oder Monate vorportioniert und anschließend eingefroren werden. Außerdem entwickelst du nach einiger Zeit deine eigene Routine und wirst dadurch immer schneller und effizienter.

Wie bereite ich BARF-Portionen vor?

Falls du dich dafür entscheidest unsere PURUS Menüs zu füttern müssen diese nur aufgetaut und serviert werden. Bei den Nivoba Vital-Mixen muss nach dem Auftauen lediglich noch Öl hinzugefügt werden. Stellst du die BARF-Portionen deines Hundes jedoch selbst zusammen, spart es eine Menge Zeit diese vor zu portionieren. Hierzu könntest du zum Beispiel alle Komponenten (Muskelfleisch, Innereien, Pansen, RFK, Obst & Gemüse) direkt für einen gewünschten Zeitraum zusammen mischen und im Gefrierfach aufbewahren. Bei dieser Methode wird die Tagesportion auf den gewünschten Zeitraum hochgerechnet, zum Beispiel auf vier Wochen. Anschließend werden alle Komponenten miteinander vermischt und auf die Tagesportionen abgewogen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass je länger der Zeitraum der Vorportionierung ist, desto abwechslungsreicher sollten die Mahlzeiten gestaltet sein. Es bietet sich also an zwei oder drei Varianten der Mahlzeit vorzubereiten (verschiedene Fleisch- und Gemüsesorten) und diese tageweise abwechselnd zu füttern.

Kann ich Fertigfutter mit Rohfutter mischen?

Grundsätzlich sollte Roh-und Fertigfutter getrennt werden, da dies zu Verdauungsstörungen führen kann, wenn unterschiedliche Futterarten in einer Mahlzeit gemischt werden. Fertigfuttermittel haben oftmals längere Verdauungszeiten, wogegen das Rohfutter mit wesentlich kürzeren auskommt. Diese Tatsache kann bei einigen Hunden zu starken Blähungen und Bauchkrämpfen führen, wenn sich beide Futtersorten zur selben Zeit im Verdauungstrakt befinden. Will man jedoch eine Mahlzeit mit Fertigfutter füttern, sollte man darauf achten, dass ausreichend Zeit (mind. sechs Stunden) zwischen der Fertigfutter – und der Rohfuttermahlzeit liegt, damit es entsprechend verdaut werden kann.

Fragen zum Fleisch

Wie taue ich das Fleisch am besten auf?

Tiefgefrorenes Fleisch sollte langsam (z. B. über Nacht) im Kühlschrank aufgetaut werden. Die angesammelten Säfte können bedenkenlos mitgefüttert werden, denn sie enthalten viele Mineralien und Vitamine und werden gerne mitgefressen. Fleisch sollte allerdings nie unter Luftabschluss aufgetaut werden, da sich ansonsten das Bakterium Clostridium botulinum im Fleisch vermehren und tödliche Giftstoffe ausschütten könnte. Daher empfiehlt es sich die Verpackung etwas einzuritzen oder bestenfalls die Portion auf einen Teller oder in eine leicht geöffnete Gefrierdose zu legen.

Wie viele Fleischsorten soll ich füttern?

Unterschiedliche Fleisch- und Fischsorten liefern unterschiedliche Vitamine, Mineralien und Nährstoffe. Um deinen Hund optimal zu versorgen sollten zwei bis drei unterschiedliche Fleischsorten gefüttert werden. Es ist nicht nötig alle möglichen Fleischsorten gleichzeitig zu füttern.

Kann ich Fisch füttern?

Eine Fleischmahlzeit pro Woche kann problemlos gegen eine Fischmahlzeit ersetzt werden (Austausch des Muskelfleisches). Fisch ist reich an Omega 3-Fettsäuren und den Vitaminen A & D. Gefüttert werden können zum Beispiel Sprotten, Dorsch, Lachs, Makrele, Scholle, Dorade, Seeforelle oder Regenbogenforelle.

Kann ich Schweinefleisch füttern?

Im rohen Zustand sollte kein Schweinefleisch an den Hund verfüttert werden. Schweinefleisch kann unter Umständen mit dem Aujeszky Virus infiziert sein, das für Hunde und Katzen zum Tod führen kann.

Welchen Fettgehalt sollte das Fleisch haben?

Fett ist der wesentliche Energielieferant für deinen Hund. Fällt der Fettgehalt zu gering aus kann dies auf Dauer eine zu hohe Beanspruchung der Nieren zur Folge haben. Der empfohlene Fettgehalt im Fleisch liegt bei 15–25 %. Als Basis wird hier der Fettgehalt des Muskelfleisches betrachtet. Wer fettarme Fleischsorten wie Geflügel füttert, sollte entweder zusätzlich fettreiche Fleischsorten (wie z. B. Lamm) oder zusätzliches Fett in Form von z. B. Rinderfett füttern.

Kopffleisch, Kehlfleisch und Schlund – worauf muss ich achten?

Diese Fleischarten enthalten oftmals Schilddrüsenhormone und können daher die Funktion der Schilddrüse deines Hundes beeinflussen und schlimmstenfalls eine Schilddrüsenüberfunktion provozieren. Daher sollte auf die Gabe dieser Fleischarten verzichtet werden.

Fragen zu Innereien

Wofür sind Innereien wichtig?

Zu den Innereien zählen Leber, Niere, Milz, Lunge sowie Herz. Diese enthalten in unterschiedlicher Ausprägung sehr viele Vitamine und Mineralstoffe. Diese Vitamine und Mineralstoffe sind allerdings in viel höherer Konzentration als im normalen Muskelfleisch vorhanden, so dass keinesfalls auf Innereien verzichtet und alle gefüttert werden sollten. Die optimale Aufteilung orientiert sich am Aufbau eines Beutetieres. Daher sollte der Innereien-Anteil idealerweise zu 1/3 aus Leber bestehen und der Rest (Niere, Milz, Lunge, Herz) zu gleichen Teilen gefüttert werden.

Mein Hund mag keine Innereien – was kann ich tun?

Nicht jeder Hund frisst gerne Innereien – sei es aufgrund der Konsistenz oder des Geruchs. Eine Möglichkeit wäre das Untermischen der Innereien unter das Muskelfleisch. Alternativ können die Innereien auch kurz angebraten oder gedünstet werden. (Kleiner Tipp: Pansen oder Blättermagen besser nicht anbraten, denn der Geruch ist unvergesslich)

Fragen zu Obst & Gemüse

Mein Hund mag kein Gemüse – was kann ich tun?

In diesem Fall kann dem Gemüse etwas beigefügt werden, was der Hund gerne frisst, z. B. Leber, Thunfisch, Käsestückchen, Hüttenkäse, Quark, Buttermilch, Joghurt oder Hackfleisch. Anfangs kann nur eine kleine Menge Gemüse den oben genannten Zutaten beigemischt werden. Nach einiger Zeit kann schließlich mehr Gemüse hinzugefügt werden. Tipp: Die Zugabe von einem Ei sorgt dafür, dass das Gemüse besser an den Zutaten haftet.

Warum muss ich das Gemüse und Obst pürieren?

Anders als beim Menschen kann der Verdauungssaft des Hundes die Zellulose der pflanzlichen Zellwände nicht aufschließen. Die zellulosehaltigen Pflanzenzellwände sind für den Hundemagen unverdaulich. Im pürierten Zustand können alle wichtigen Vitamine und Mineralien vom Hund aufgenommen und Gemüse und Obst gut verdaut werden. Gekochtes oder blanchiertes Gemüse ist ebenfalls möglich, verliert jedoch über diese Zubereitungsart wichtige Vitamine und Enzyme.

Kann ich Kartoffeln füttern?

Gekochte Kartoffeln stellen eine gut verträgliche Kohlenhydratquelle dar und können gern gefüttert werden. Rohe Kartoffeln hingegen enthalten den Wirkstoff Solanin, der giftig für Hunde ist!

Was dürfen Hunde nicht fressen?

Die Dosis macht das Gift. Diese Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile können schon in geringen Mengen für Hunde sehr gefährlich werden. Deshalb darauf verzichten! Macadamianüsse, Erdnüsse, Avocado, Zwiebel, Lauch, Knoblauch, Schokolade, rohe Aubergine, rohe Kartoffel, Weintrauben, Rosinen, rohe Hülsenfrüchte, Bittermandeln, Obstkerne, rohes Schweinefleisch (auch Wildschwein), Süßstoffe, koffeinhaltige Getränke. Zu diesem Thema findest du in unserem Magazin auch einen Artikel und ein Dokument.

Fragen zu Knochen

Mein Hund frisst keine Knochen - gibt es eine Alternative?

Knochen liefern essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Fütterung von Knochen stellt daher in der Rohfütterung für Hunde einen wichtigen Bestandteil dar. Lässt man die Knochen einfach weg, fehlt es dem Hund vor allem an Kalzium und Phosphor. Wenn aus verschiedenen Gründen keine Knochen gefüttert werden können, muss man die Mineralstoffe und Spurenelemente anders ersetzen. Eine mögliche Alternative zur Knochenfütterung ist Knochenmehl in Pulverform. Dieses wird aus reinen Knochen hergestellt und enthält daher alle Nährstoffe, die in Knochen natürlicherweise vorkommen. Als Alternative für die Kalziumversorgung kann ebenfalls auf Eierschale oder ein anderes Kalziumpräparat zurückgegriffen werden.

Welche Knochen kann ich füttern?

Es sollten bestenfalls gemischte Knochen, also harte und weiche Knochen, gefüttert werden. Zu den weichen Knochen zählen beispielsweise Hühnerhälse, Hühnerkarkassen und Hühnerflügel. Zu den harten Knochen zählen Lamm- und Kalbsrippen oder Rinderbrustbein. Knochen gibt es auch in gewolfter Form. Diese eignen sich besonders gut für Anfänger oder für Hunde, die nicht mehr so gut kauen können.

Knochen kochen oder roh füttern?

Es dürfen niemals (!) gekochte, sondern nur rohe Knochen gefüttert werden. Gekochte Knochen sind sehr gefährlich, weil sie sehr hart und trocken sind, somit scharfe Splitter bilden und den Hund massiv verletzen können.

Sind Hühnerknochen gefährlich?

Im rohen Zustand sind Hühnerknochen nicht gefährlich, vorausgesetzt es ist noch ausreichend Fleisch dran (wie zum Beispiel am Hühnerhals) und sie sind nicht von sehr alten Hühnern. Anders verhält es sich bei gekochten Hühnerknochen – diese sind sehr gefährlich, weil sie sehr hart und trocken sind und somit scharfe Splitter bilden und den Hund massiv verletzen können.

Fragen zu Nahrungsergänzung

Welche Nahrungsergänzung sollte ich beifüttern?

Wenn du die BARF-Portionen für deinen Hund selber vorbereitest, müssen den Mahlzeiten vor allem Seealgenmehl sowie ein Omega-3-Öl zugesetzt werden. Es wird bei BARF davon abgeraten, Schilddrüsengewebe mit zu füttern, da die Dosierung sehr schwierig ist. Um jedoch den Bedarf an Jod zu decken, werden bei BARF Seealgen eingesetzt. Da der Körper des Hundes nicht in der Lage ist, Omega-3-und 6-Fettsäuren eigenständig herzustellen, gelten diese als essentiell und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Durch die Fütterung mit Fleisch erhält ein Hund bereits genug Omega-6-Fettsäuren. Würde man jetzt keine weiteren Omega-3-Fettsäuren hinzufügen, würde es zu einem deutlichen Überschuss von Omega-6-Fettsäuren kommen. Da Omega-6-Fettsäuren teilweise entzündungsfördernd sein können, muss das Verhältnis durch die zusätzliche Beigabe von einem Omega-3-lastigen Öl ausgeglichen werden. Der Überschuss von Omega-6-Fettsäuren im Fleisch aus Massentierhaltung wird somit ausgeglichen. Bei Fleisch aus Weidehaltung oder Wildfleisch entfällt dieser Schritt, da dieses Fleisch bereits über ein ausgeglichenes Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis verfügt. Falls keine RFK gefüttert werden, muss Knochenmehl, Calciumcitrat oder Eierschalenmehl beigefüttert werden. Falls kein Fisch oder keine Leber gefüttert werden, muss Dorschlebertran ergänzt werden.

Welches Öl soll ich füttern?

Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren für den Hund und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Da beim Barfen meist Tiere aus der Massentierhaltung verfüttert werden, welche ein Defizit an Omega-3-Fettsäuren aufweisen, muss dieses Defizit beim Hund durch die Gabe von Ölen mit einem hohen Omega-3-Fettsäuregehalt wieder ausgeglichen werden. Fischöl oder Leinöl weisen einen erhöhten Omega-3-Fettsäuren-Gehalt auf und eignen sich daher für die Beigabe. Wird Fleisch aus Weidehaltung, Wild oder auch Seefisch gefüttert, kann auf die Gabe von zusätzlichem Öl verzichtet werden.

Wofür sind Seealgen gut?

Seealgen dienen vor allem der Jodversorgung. In der Natur würde der Jodbedarf über aufgenommenes Schilddrüsengewebe des Beutetiers gedeckt werden. Bei BARF wird aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet, da dies schnell zu einer Überversorgung führen kann. Bei der Beigabe von Seealgenmehl ist unbedingt auf die Dosierung zu achten, denn auch als Supplement kann Jod überdosiert werden. Die Menge sollte daher genau abgewogen werden (z.B. über eine Briefwaage) und gleichmäßig über die Woche verteilt werden. Von der Gabe der gesamten Wochenration an einem Tag ist unbedingt abzusehen, da dies ebenfalls zu einer Überdosierung führen kann. Zur Jodversorgung eignet sich z.B. die Braunalge „Ascophyllum Nodosum“.

Wofür ist Grünlipp Muschelextrakt gut?

Neben Mineralstoffen, Spurenelementen und wertvollen Aminosäuren enthält Grünlipp Muschelextrakt eine sehr hohe Menge an GAGs (Glycosaminglykane). Diese können die Regeneration von Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit und Bindegewebe fördern. Daher kann Grünlipp Muschelextrakt vor allem zur Unterstützung bei arthritischen Beschwerden eingesetzt werden.

Fragen zur Futterumstellung

Warum hat mein Hund bei der Futterumstellung auf Rohfleisch Durchfall?

In den ersten Tagen der Umstellung kann es auch zu Durchfall kommen. Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Der Magen-Darm-Trakt muss sich erst auf die neue Nahrung umstellen. Meist stellt sich aber nach 1-2 Tagen wieder eine normale Verdauung ein.

Kann ich Welpen von Anfang an roh ernähren?

Welpen können ab der vierten Lebenswoche roh ernährt werden. Allerdings ist die BARF-Fütterung von Welpen anspruchsvoller, da der Hund regelmäßig gewogen und der Bedarfswerte und die Futtermenge dementsprechend angepasst werden muss.

Mein Hund mag kein rohes Fleisch – warum?

Vor allem Hunde, die mit Fertigfutter ernährt werden, mögen anfangs nicht den Geschmack von rohem Fleisch. Zudem riecht es auch, im Vergleich zu Fertigfutter, nicht so intensiv und wird dadurch nicht direkt als Futter erkannt. In diesem Fall kannst das Fleisch beispielsweise entweder kurz anbraten oder mit heißem Wasser übergießen, um den Geruch zu intensivieren.

Wie stelle ich einen älteren Hund auf Rohfutter um?

Bei älteren Tieren ist eine langsame Umstellung ratsam, da die Verdauung etwas schwerfälliger sein kann. Anfangs sollten nur kleine Mengen verfüttert werden, die nach und nach gesteigert werden. Ältere Hunde haben in der Regel schon abgenutzte Zähne, einen reduzierten Speichelfluss und eine träge Darmtätigkeit. Sie können eventuell keine zu großen Fleischbrocken und Knochen zerkauen und verdauen langsamer. Daher ist es sinnvoll immer nur wenig Knochen und mehr Fleisch, Fett und Innereien zu füttern. Gewolftes Fleisch und gewolfte, fleischige Knochen sind für Senioren am besten geeignet.

Fragen zur Gesundheit

Wie gefährlich sind Salmonellen in frischem Fleisch für den Hund?

Salmonellen befinden sich in fast jedem Verdauungstrakt eines gesunden Hundes. In kleinen Mengen über das rohe Fleisch aufgenommen, schaden Sie dem Hund nicht. In der Regel verfügt dieser über die notwendigen Verdauungsenzyme, um die Salmonellen zu verdauen. Der Verdauungsweg des Hundes ist recht kurz, wodurch keine Zeit zur Einnistung und Bildung eines Krankheitsbildes besteht. Gefährlich werden Salmonellen erst dann, wenn Sie in großer Anzahl oder bei einem Hund mit geschwächtem Immunsystem auftreten.

Mein Hund trinkt weniger Wasser – sollte ich besorgt sein?

Nein, du brauchst dir keine Sorgen zu machen, denn das ist ganz normal bei einem gebarftem Tier. Die Komponenten Fleisch und Gemüse enthalten einen Großteil an Wasser und verhältnismäßig wenig Salz. Der Wasserbedarf ist daher deutlich geringer als bei einem Tier, das Trockenfutter erhält.

Mein Hund nimmt ab – warum?

Die Futterumstellung von Nass- oder Trockenfutter auf BARF geht oftmals mit Gewichtsverlust einher, da sich der Körper deines Hundes erst an die veränderte Nahrung anpassen muss, was eine höhere Stoffwechselaktivität mit sich zieht. Außerdem ist es nicht möglich den individuellen Energiebedarf eines Hundes korrekt zu berechnen. Daher gilt es seinen Hund zu beobachten und die Gesamtfuttermenge zu erhöhen. Darüber hinaus könnte eine Fütterung mit fettarmen Fleischsorten dazu führen, dass der empfohlene Fettgehalt im Fleisch von 15-25 % nicht erreicht wird, was ebenfalls sehr häufig zu Gewichtsverlust führen kann.

Mein Hund hat weniger Stuhlgang – ist das normal?

Die Menge des Stuhlgangs ist ein eindeutiger Indikator dafür wie viel der Hund von seiner Nahrung bei sich behält und entsprechend verwertet. Bei der Fütterung mit natürlichen Bestandteilen wie rohem Fleisch und Gemüse ist die Reduzierung des Stuhlgangs völlig normal. Der Hund kann die Nahrungsbestandteile erheblich besser verwerten und produziert somit weniger „Abfallprodukt“ in Form von Kot.

Kann man Getreide füttern?

Ja, man kann Getreide in die Hundefütterung integrieren. Der Organismus des Hundes ist allerdings nicht auf große Mengen kohlenhydratreiches Getreide ausgelegt. Daher ist es ratsam nicht zu große Mengen Getreide zu verfüttern. Besonders Hunde, die Allergien gegen bestimmte Getreidearten aufweisen, sind mit einer getreidefreien Fütterung besser versorgt. Möchte man trotzdem gerne Getreide verfüttern, sollte nach Möglichkeit auf ursprüngliche Sorten zurückgegriffen werden, da diese für den Hund am verträglichsten sind. Zu den ursprünglichen und zugleich glutenfreien Getreidearten zählen unter anderem Amaranth, Dinkel, Quinoa und Hirse. Bei Verträglichkeit können auch Gerste, Hafer, Polenta und Roggen gefüttert werden. Wenn Getreide oder allgemein Kohlenhydrate verfüttert werden sollen, verändert sich das Verhältnis der BARF-Ration. Neu: 70 % tierischer Anteil und 30 % pflanzlicher Anteil (davon 40 % Gemüse, 40 % Getreide, 20 % Obst).

Worauf soll ich bei dem BARFen von Welpen achten?

Die Aufteilung der BARF-Komponenten gestaltet sich bei Welpen wie bei einem erwachsenen Hund. Zu beachten ist nur, dass die prozentualen Anteile von RFK (15 % zu 20 %) und Pansen (20 % zu 15 %) getauscht werden und es sollten anfangs nur weiche RFK gefüttert werden. Zusätzlich haben Welpen und Junghunde einen erhöhten Nährstoff- und Energiebedarf. Aus diesem Grund füttert man mit erhöhten Prozentsätzen des aktuellen Körpergewichts. So wird der Bedarf eines Welpen mit 6-8 % des Körpergewichts berechnet. Zwischen der 24. und 34. Woche berechnet sich der Bedarf aus 5 % und zwischen der 35. und 52. Woche mit 3-4 % des Körpergewichts des Junghundes.

Alltägliches

Wie BARFe ich im Urlaub?

Fleisch und Gemüse können vor Ort frisch gekauft und mit einem mitgebrachten Pürierstab verarbeitet und gefüttert werden. Alternativ kann man bereits mehrere Portionen daheim vorbereiten und eingefroren mitnehmen. Für unterwegs gibt es auch fertige Kochwürste [Fleischeslust Kochwürste verlinken] oder Trocken-BARF zu kaufen.

Wie lange kann ich aufgetautes Fleisch im Kühlschrank lagern?

Aufgetautes Fleisch kann zwei bis drei Tage im Kühlschrank gelagert werden.