Épagneul Breton im Rasseportrait

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Épagneul Breton

Steckbrief

Jagdhunde
Herkunft Frankreich Lebenserwartung 12 Jahre und mehr
FCI-Standard FCI Gruppe 7: Vorstehhunde Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht nicht vorgegeben Felllänge fein, schlicht oder ganz leicht gewellt
Charakter/Wesen Vollblut-Jagdhund Fellfarbe zwei- oder dreifarbig
Besonderheiten

der kleinste aller Vorstehhunde

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Épagneul Breton aus?

Der Épagneul Breton oder Bretonische Vorstehhund ist die kleinste aller Rassen der Vorstehhunde. Er ist zugleich ein vielseitiger Jagdhund. Der Épagneul Breton erinnert ein wenig an einen Spaniel, einen Setter und einen Vorstehhund zugleich. Das ist kein Zufall, wenn du auf seine uralte Rassegeschichte schaust (unten). Der Epagneul Breton gehört in seinem Typus zu den kontinentalen Vorstehhunden mit kurzer Rute oder ohne Rute. Er ist harmonisch gebaut. Sein Knochengerüst ist kräftig, ohne grob zu sein. Gesamthaft gesehen ist der Epagneul Breton kompakt, stämmig und kräftig, ohne Schwere und recht elegant. Sein Ausdruck ist lebhaft und aufgeweckt. Er zeigt den Typus eines kleinen quadratisch gebauten Hundes voller Energie. Auffallend ist eben seine kurze Rute. Seine Augen sollen aufgeweckt, sanft und freimütig wirken. Die Eigenschaften seines Haarkleides beschreibt der offizielle Standard so:

Auf dem Körper soll das Haar fein, nicht seidig, schlicht oder ganz leicht gewellt sein. Nie gekräuselt. Kurz am Kopf und auf den Vorderseiten der Gliedmassen. Die Hinterseiten der Gliedmassen sind reich befedert mit Fransen, die in Richtung des Vorder- und Hinterfusswurzelgelenkes progressiv kürzer werden und sogar weiter hinunter reichen.

Als Fellfarben sind weiß und orange, weiß und schwarz, weiß und braun, erlaubt. Ein dreifarbiges aber kein einfarbiges Haarkleid ist zulässig.

Wie groß ist ein Épagneul Breton?

Der Bretone hat eine Widerristhöhe von 48 bis 50 Zentimetern.

Wie alt wird ein Épagneul Breton?

Der Épagneul Breton hat eine hohe Lebenserwartung und kann bei bester Konstitution 12 bis 15 Jahre alt werden.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Épagneul Breton?

Der Épagneul Breton ist ein Jagdhund, genauer ein vielseitiger Vorstehhund. Bei der Jagd ist er ein ausdauernder Arbeiter mit ausgezeichneter Nase, die er beim Suchen meist hoch trägt. Er apportiert gerne. Der Standard beschreibt seine jagdliche Passion mit:

Dank seines ausgeglichenen Wesens und mit seinem umgänglichen Benehmen passt er sich allen Lebensbedingungen an. Sein Ausdruck ist aufmerksam und aufgeweckt. Als polyvalenter Vorstehhund ist er für jedes Wild und in allen Bodenverhältnissen verwendbar. Er ist von Jugend auf ein passionierter Jäger, der sich leicht abrichten lässt. Sein Geruchsinn ist hervorragend. Auf der Feldsuche arbeitet der Epagneul Breton beharrlich, aktiv und selbständig in einem großen Aktionsradius, beim Vorstehen ist er voller Ausdauer und beim Zurückbringen der Beute sehr zuverlässig.

Der Bretone hat ein ruhiges, sehr ausgeglichenes Wesen, dem Nervosität fremd ist. Aber er ist trotzdem munter, ja verspielt. Er zeigt gerne sein überschäumendes Temperament und einen unbekümmerten Charme. Zugleich ist der Épagneul Breton ausgesprochen menschenfreundlich. Für Kinder ist er ein guter Partner. Das macht ihn überaus sympathisch. Dieses Wesen empfiehlt ihn als Begleiter und Familienhund; ja sogar als Partner für engagierte Anfänger. Gute Erziehung und regelmäßige Forderung und Förderung in der Natur braucht er als unverzichtbare Grundlage. Er braucht darüber hinaus arttypische Auslastung bei der Jagd oder ersatzweise bei verschiedenen Hundesportarten.

Épagneul BretonHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Épagneul Breton ursprünglich her?

Der Épagneul Breton ist ein sehr eleganter, kleiner bis mittelgroßer Jagdhund. Er entstammt einer uralten Linie von Jagdhunden. In der Bretagne wurde seine Form und seine Funktion als keiner Vorstehhund herausgezüchtet. Grundlage sind die alten Wasserhunde, französische Spaniels („Épagneul“) und andere Jagdhunde, die in Frankreich eine extrem lange Tradition aufweisen. Wahrscheinlich ist dieser Hund einer der ältesten Vertreter der Vorstehhunde vom Typ „Spaniel“. Heute gilt dieser bei uns überraschenderweise kaum bekannte Hund als die zahlenmäßig am häufigsten vorkommende Vorstehhunderasse Frankreichs. Auch in den USA ist er sehr beliebt. Besonders gerne wird er in der Falknerei eingesetzt. Ein erster Standardentwurf der Rasse wurde im Jahre 1907 in Nantes erstellt und am 7. Juni 1908 genehmigt. Das war der erste Standard des „Klubs für den Epagneul breton mit natürlicher, kurzer Rute“ – wie er sich damals nannte. 1954 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird er vom Club für Bretonische Vorstehhunde e.V. im VDH züchterisch betreut. Dieser interessante, besondere Hund ist eine eher seltene, Hunderasse in unseren Breiten, die aber einige Freunde gefunden hat. Immerhin fallen etwa 20 bis 60 Épagneul Breton-Welpen im Jahr unter dem Dach des VDHs registriert. Eine größere Beliebtheit wäre ihm durchaus zu gönnen.

Beliebte Mixe

Mixe mit Épagneul Breton sind extrem selten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Épagneul Breton?

Die Pflege eines Épagneul Bretons ist anspruchslos. Zuweilen das Fell bürsten reicht.

Gibt es beim Épagneul Breton rassetypische Krankheiten?

Ein Épagneul Breton aus der Zucht des Clubs für Bretonische Vorstehhunde verfügt in aller Regel über eine ausgesprochen robuste Gesundheit. Die Forderung nach der kurzen Rute verleitet zum hierzulande zurecht verbotenen Kupieren und nicht zum Vorteil für die Gesundheit der Hunde.

Wissenswertes über die Ernährung des Épagneul Bretons

Der Épagneul Breton stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch. Wie die meisten Hunde mag er einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch. Der Bretone eignet sich gut zum Barfen.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Épagneul Breton?

Ein Épagneul Breton ist ein Vollblut-Jagdhund. Entsprechend sollte er jagdlich ausgebildet und geführt werden. Solltest du ihn nicht jagdlich halten wollen, bedarf es entsprechender Herausforderungen im Hundesport, etwa beim Mantrailing, in der Fährtensuche oder bei der Rettungsarbeit, um ihm ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wenn das gelingt, steht einer innigen Freundschaft zwischen Hund und Mensch nichts mehr im Wege.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Épagneul Breton kaufen?

Vor der Überlegung an die Anschaffung eines Épagneul Bretons sollte bei dir die gewissenhafte Beantwortung der Frage stehen, ob du den Anforderungen an eine wesensgerechte Haltung dieses Jagdhundes gerecht werden kannst und willst. Und das über 10 und mehr Jahre. In jedem Fall solltest du dich beim dem Club für Bretonische Vorstehhunde erkundigen. Das sollte deine erste Adresse sein, es sei denn, der originale französische Zuchtverein.

Épagneul Breton Erziehung und Haltung

Passt ein Épagneul Breton zu mir?

Der Bretonische Vorstehhund ist recht anspruchslos in seiner Haltung. Idealerweise wohnt er mit in einem Haus auf dem Land mit Garten. Dieser Jagdspaniel ist – gut erzogen – ein aufmerksamer Begleiter auf Spaziergängen und Wanderungen durch die Natur. Du solltest nur seinen Jagdtrieb immer im Auge haben und die Körpersprache und das Denken deines Hundes genau kennen. So kannst du ihn rechtzeitig abrufen und idealerweise sogar ohne Leine laufen lassen. Der Épagneul Breton will und kann bei jedem Wetter heraus. Seine Intelligenz und Gelehrigkeit, seine Beweglichkeit und Robustheit machen ihn zu einem tollen Partner im Hundesport. Der Épagneul Breton macht sich im Alltagsleben völlig unproblematisch und kann überallhin gut mitgenommen werden. Der Épagneul Breton ist ein freundlicher und lernwilliger Partner, der es dem Menschen leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Er will und braucht diese Führung. Er hat seinen eigenen Willen. Hierfür sollten Regeln aufgestellt sein, die dann eingehalten werden müssen – auch von den Zweibeinern. A und O der Erziehung ist Konsequenz auf Basis einer engen emotionalen Vertrauensbeziehung. Seinen Eigensinn darfst du keineswegs brechen wollen, du solltest ihn respektieren und im Stillen deine Freude daran haben. So gelingt seine Erziehung sehr gut und ist auch für den engagierten Anfänger mit Hundeverstand machbar. Eine gewisse Herausforderung ist der Jäger im Herzen des Épagneul Bretons. Willst du ihn auch mal von der Leine lassen können, so solltest du ihn vom Welpen an darauf trainieren, dass du ihn jederzeit abrufen kannst.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Ein Épagneul Breton ist der kleinste aller Vorstehhunde. Dieser bei uns kaum bekannte, sehr schöne, umgängliche und leistungsfähige Hund, ist in Frankreich und den USA äußerst beliebt. Warum nicht auch in Deutschland? Er hat allemal das Zeugs dazu.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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