Deutscher Jagdterrier im Rasseportrait

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Deutscher Jagdterrier

Deutscher Jagdterrier

Jagdhunde
Herkunft Deutschland Lebenserwartung 12-15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 3: Terrier Funktion Jagdhunde
Größe Kleine Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 7,5-10 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen mutig, vital, agil, temperamentvoll, zuverlässig Fellfarbe rot-braun
Besonderheiten

Keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Deutsche Jagdterrier ist ein hochläufiger Terrier. Es gibt ihn in zwei Varianten, den Drahthaar und den Glatthaar. Er stammt im Wesentlichen vom Foxterrier ab. Nach dem ersten Weltkrieg trennten sich einige aktive Jäger von dem zahlenmäßig starken Foxterrier-Club, um eine Zucht aufzubauen, die sich ausschließlich an der jagdlichen Leistung orientieren sollte. Das gelang und so wurde 1926 der Deutsche Jagdterrier-Club e.V. gegründet. Unter Führung von Herbert Lackner wurde die neue Rasse, der Deutsche Jagdterrier, systematisch und letztlich sehr erfolgreich aufgebaut.

Nach einer züchterischen Trennung von nunmehr fast 100 Jahren, kann man heute ohne Zweifel von einer neuen Hunderasse sprechen. Zudem sieht man es deutlich in seiner Erscheinung und ebenso zeigt es sich im Wesen dieses professionellen Jagdhundes. Trotzdem ist er Terrier geblieben. Ein Deutscher Jagdterrier muss sehr mutig, furchtlos und wehrhaft sein. Er soll problemlos an einem angeschossenen Wildschwein arbeiten, was zu den schwierigsten und gefährlichsten Aufgaben zählt, die ein Jagdhund meistern kann. Noch heute ist der Deutsche Jagdterrier ein sehr geschätzter Jagdhund. Er ist zu einem vielseitigen Jagdhelfer geworden. So wird er unter anderem sehr erfolgreich bei Stöber- und Drückjagden auf Wildschweine eingesetzt, wo er sich mit erstaunlichen Leistungen auszeichnet. Sein unermüdlicher Arbeitseifer und seine Führigkeit werden bei der Jagd besonders geschätzt.

Deutsche Jagdterrier sind furchtlos und mit jeder Faser bestrebt, ihren Job möglichst gut zu machen. Der Deutsche Jagdterrier ist als Rasse von seiner Geburtsstunde an von Jägern für Jäger konzipiert. Folglich wird er ausschließlich an Jäger abgegeben. Noch heute wird er vom „Deutschen Jagdterrier-Club“ im VDH erfolgreich betreut. Er wird ausschließlich von Züchtern betreut, die diesem Verein angeschlossen sind. Die Rasse ist in der Jägerschaft hoch geschätzt und beliebt, was nicht zuletzt an 700 bis 1000 Welpen deutlich wird, die jedes Jahr unter dem Dach des VDH fallen.

Beschreibung

Der Deutsche Jagdterrier ist ein kleiner bis mittelgroßer Hund mit einer markanten Erscheinung. Er ist ein hochläufiger Terrier. Er hat einen hellwachen, durchtrainierten Ausdruck voller Spannung, der keinen Zweifel daran lässt, dass er jederzeit zu einem Abenteuer bereit ist. Das wird durch seinen etwas keilförmigen, aber nicht spitzen Schädel, seine tiefliegenden, entschlossenen Augen und seine nach vorne gekippten Ohren unterstrichen.

Der Standard beschreibt ihn kurz:

Der Deutsche Jagdterrier ist ein kleiner, allgemein schwarzroter, kompakter, gut proportionierter Jagdgebrauchshund.

Der kleine Hund hat eine Widerristhöhe bei Rüden wie Hündinnen von 33 bis 40 Zentimetern. Allerdings sollen Hündinnen etwas leichter sein. Bei Rüden sind es etwa 9 bis 10 Kilogramm, bei Hündinnen 7,5 bis 8,5. Im Standard heißt es kurz, den Maßverhältnissen entsprechend, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Den Deutschen Jagdterrier gibt es schon immer in zwei Fellvarianten: schlichtes, dichtes, hartes Rauhaar oder derbes Glatthaar. Seine Farbe ist schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit rotgelben, scharf abgegrenzten sauberen Abzeichen.

Deutscher Jagdterrier mit Rauhaar

Charakter und Wesen

Der Deutsche Jagdterrier ist ein Vollblut-Jagdhund für den praktizierenden Jäger. Der Jagdterrier ist ein Energiebündel. Er ist nichts für Leute, die sich einen Coach-Potatoe vorstellen. Er eignet sich keinesfalls ausschließlich als Begleiter oder Familienhund. Seine Geschichte und seine hoch entwickelte jagdliche Leistungsfähigkeit sollte auch der Nicht-Jäger im Hinterkopf haben, wenn er mit dem Gedanken spielt, den Deutschen Jagdterrier als Begleithund zu halten. Dieser kann durchaus ein charmanter Begleiter und kinderlieber Familienhund sein, das aber nur auf Basis seiner artgerechten Auslastung als Jagdhund. Hier zeigt er sich als erstklassigen Jagdhelfer, der immer wieder durch seine Leistung überzeugt.

Der Deutsche Jagdterrier ist hart und ausdauernd, führig und ruhig und besonders für einen Terrier recht verträglich mit anderen Hunden. Der offizielle FCI-Standard beschreibt sein Wesen so:

Der Deutsche Jagdterrier ist mutig und hart, arbeitsfreudig und ausdauernd, vital und temperamentvoll, zuverlässig, umgänglich und führig, weder scheu noch aggressiv.

Die Zucht legt größten Wert auf jagdliche Brauchbarkeit, Wesensfestigkeit, Jagdverstand, Unerschrockenheit und geringe Empfindlichkeit. Er soll ein vielseitig veranlagter, harter, spurlauter und wasserfreudiger Hund mit ausgesprochenem Jagdinstinkt und bester Abrichtefähigkeit sein. Seine Entschlossenheit, seine Vitalität, hohe Intelligenz und enge Bindung an Herrchen und Frauchen machen ihn zu einem hoch interessanten, aber auch anspruchsvollen Weggefährten.

Haltung

Ein Deutscher Jagdterrier gehört normalerweise in die Hand eines Jägers oder Förster. Seine Haltung ist ansonsten ausgesprochen problemlos. An die Größe der Wohnung oder des Hauses stellt er keine Ansprüche. Die größte Herausforderung ist sein Temperament. Jagdterrier brauchen Herausforderungen körperlicher wie mentaler Art. Seine Konstitution und sein mentales Profil sind voll auf die Rolle als Jagdhelfer ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund kannst du ihn als hundeerfahrener, sehr engagierter Nicht-Jäger im Zweifelsfall als sportlich geführten Begleithund halten. Es kommt immer wieder vor, dass ein Hund durch die anspruchsvollen Prüfungen fällt oder aus anderen Gründen ein neues Heim sucht. Dann kann er auch in die Hand eines Nicht-Jägers gelangen. Hier macht er sich hervorragend in diversen Hundesportarten.

Jagdterrier sind als Begleiter eines Reiters, aber auch Joggers oder eines Radfahrers gut aufgestellt. Ihre hohe Fitness, die oft robuste Gesundheit, der Arbeitswille bedeuten für Herrchen und Frauchen Herausforderung und Verpflichtung zugleich – und das bei jedem Wetter. Ein artgerecht geführter Hund dieser Rasse ist als Spielpartner der Kinder sehr gut geeignet, da sie zu jedem Abenteuer aufgelegt und robust genug sind, mit Kindern zu toben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hausordnung stimmt und der Terrier seine Rolle in der Familie genau kennt.

Erziehung

Die Deutschen Jagdterrier lassen sich sehr gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Klare Ansage und Konsequenz sind hier die Wunderworte auf Basis eines respektvollen, liebevollen Verhältnisses zu Herrchen und Frauchen. Der hochläufige Terrier wird seit vielen Generationen auf Leistung und gute Abrichtbarkeit gezüchtet. Nur Hunde, die hier hervorragendes leisten, kommen in die Zucht. Das ist für dich als Herrchen oder Frauchen Chance und Verpflichtung zugleich. Mit Fachkunde, Konsequenz und klarer Ansage, die auf einer vertrauensvollen, emotional positiven Bindung basiert, kannst du mit ihm alles erreichen und mit ihm durch dick und dünn gehen.

Pflege und Gesundheit

Deutsche Jagdterrier sind ausgesprochen pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Die Deutschen Jagdterrier verfügen über eine robuste Gesundheit.

Ernährung/Futter

Die Ernährung eines Deutschen Jagdterriers ist unproblematisch.

Lebenserwartung

In der Regel erfreut sich der Deutsche Jagdterrier eines langen, vitalen Hundelebens von nicht selten über 12 Jahren.

Deutschen Jagdterrier kaufen

Suchst du einen Deutschen Jagdterrier, solltest du dich lange vor der geplanten Anschaffung mit einem Jäger, Förster oder Züchter in Verbindung setzen, der dem Deutschen Jagdterrier-Club angeschlossen ist. In der Regel werden die Hunde nur an Jäger abgegeben. Hie und da kann es sein, dass ein Hund einen anderen Platz sucht. Dann solltest du ihm aber artgerechte Lebensbedingungen schenken können und wollen. Ein Welpe dieser Hunderasse kostet etwa 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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