Australische Gespenstschrecke

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Australische Gespenstschrecke

Australische Gespenstschrecke

Name
Australische Gespenstschrecke
Wissenschaftlicher Name
Extatosoma Tiatatum
Ordnung
Gespensterschrecke
Familie
Phasmatidae
Lebenserwartung
Männchen bis 5 Monate, Weibchen bis 1 Jahr
Größe/Länge
Bis zu 150mm
Herkunft/Lebensraum
Australien
Merkmale
Erwachsene Tiere sind gelb bis braun und grün, Blattähnlich aussehende Gliedmaßen
Körperbau
Langer und dünner Körper
Pflege
pflegeleicht
Tragzeit
5-6 Wochen
Ernährung
Blätter, bevorzugt Eukalyptus
Besonderheiten
Weibchen haben Stacheln am Rücken, Fortpflanzung jungfräulich, Können Extremitäten abwerfen
Die Australische Gespenstschrecke ist ein hervorragender Tarnungskünstler, auch wegen seiner Gruppenhaltung ein hervorragendes Terrarientier.

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht die Australische Gespenstschrecke aus?

Sie erreichen eine Körperlänge von bis zu 150mm. Die Färbung ist unterschiedlich, je nach Nahrung und Temperatur ist die Farbe von braun bis gelb möglich, es gibt aber auch grüne Exemplare. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, sich im Laufe ihres Lebens umzufärben. Der Körper ist lang und dünn und sieht optisch wie Pflanzenteile aus, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die Gliedmaßen ähneln Blättern und sind mit Stacheln übersehen. Tagsüber verharren sie am gleichen Ort, nachts bewegen sie sich fort. Um sich fortzubewegen schaukeln sie hin und her, so imitieren sie die Pflanzen in der Umgebung.

Wie erkenne ich das Geschlecht der Gespenstschrecke?

Erwachsene Weibchen sind deutlich dicker und größer als Männchen. Woran es aber ganz klar zu erkennen ist, sind die Flügel. Männchen können mit den ausgebildeten Flügeln fliegen, Weibchen haben nur Stummelflügel. Außerdem haben Weibchen Stacheln am Rücken und tragen das Abdomen wie ein Skorpion gebogen über den Kopf, was beim Männchen aufgrund der Flügel nicht möglich ist.

Herkunft und Geschichte

Wo kommt die Australische Gespenstschrecke her?

Wie es der Name schon verrät aus Australien, hauptsächlich aus den Tropen und Subtropen Ostaustraliens. In Queensland und New South Wales sind viele Exemplare zu finden. Auch in Neuguinea sind sie anzutreffen. Gespenstschrecken leben auf Bäumen und Sträuchern in Waldgebieten mit Eukalyptus.
Gespenstschrecke

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wovon ernährt sich die Gespenstschrecke?

In der Natur bevorzugt die Australische Gespenstschrecke Eukalyptus. Sie ist ein reiner Pflanzen- bzw. Blattfresser. In Gefangenschaft werden verschiedene Blattarten angeboten, zum Beispiel von Rosen, Himbeeren, Brombeeren, Feuerdorn, Eichen, Haselnuss, Erdbeeren, Johannisbeeren und vieles mehr. Nach der Häutung wir auch die alte Haut aufgefressen, vermutlich zur Mineralstoffaufnahme.

Wie alt wird eine Gespenstschrecke?

Die Gespenstschrecke hat leider keine sehr hohe Lebenserwartung, Embryos haben eine Entwicklungsdauer von bis zu 6 Monaten, die Nymphen ebenfalls. In dieser Entwicklung häuten sie sich 5-6 Mal. Ausgewachsen Männchen leben nur bis zu 5 Monate und Weibchen bis zu 1 Jahr.

Wie wird eine Australische Gespenstschrecke gehalten?

Die Haltungsbedingungen sind einfach, deshalb sind die Gespenstschrecken auch für Anfänger geeignet. Eine Gruppenhaltung ist problemlos möglich. Wer aber nur ein Pärchen halten möchte dem reicht ein gut durchlüftetes Terrarium mit den Mindestmaßen von 30x30x60cm. Bei einer Gruppe, je nach Anzahl, entsprechend größer und wie immer gilt, wer den Tieren etwas Gutes tun möchte nimmt ein bis zwei Nummern größer. Auf Wärmelampen kann verzichtet werden, sofern die Zimmertemperatur bei 20-23 Grad liegt.

Sie lieben Temperaturen von 20-23 Grad. Lediglich eine Tageslichtlampe ist nötig. Als Bodengrund empfiehlt sich Sand, Erde oder Moos. Als Einrichtung werden nur ein paar stabile Äste benötigt, der Rest wird mit Futterästen ausgefüllt. Wichtig ist das Thema Luftfeuchtigkeit, diese sollte bei 60-80% liegen, dafür muss das Terrarium täglich, wenn möglich mehrmals, eingesprüht werden. Eine Wasserschale darf natürlich auch nicht fehlen.

Anfänger Tipp: Die Luftfeuchtigkeit zu halten erfordert Fingerspitzengefühl. Bevor du ein Tier einsetzt, solltest du im eingerichteten, aber ohne Tier besetzten, Terrarium üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Kann ich Gespenstschrecken züchten?

Ja, für die Fortpflanzung ist nicht einmal ein Männchen erforderlich. Sie können sich paarweise aber auch parthenogenetisch, also ohne Männchen fortpflanzen. Bei der paarweisen Fortpflanzung steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und überträgt seine Spermien und befruchtet so die Eier, dies kann mehrere Stunden dauern. Ein paar Wochen später beginnt das Weibchen mit der Eiablage, dabei werden über Tage immer wieder ein paar Eier fallen gelassen.

Bei der Fortpflanzung ohne Männchen bleiben die Eier unbefruchtet und es schlüpfen Klone der Mutter. Bei dieser Art der Fortpflanzung werden aber weniger Eier gelegt, die Larven sind schwächer und es sind ausschließlich Weibchen. Die Eier sind weiß marmoriert und ca. 5mm groß. Es können bis zu 6 Monate bis zum Schlupf vergehen. Frisch geschlüpfte Gespensterschrecken sind zur Tarnung schwarz mit einem roten Kopf, ähnlich einer Ameise. Nach er ersten Häutung bekommen sie das typische Aussehen.
Australische Gespenstschrecke

Wissenswertes über die Australische Gespenstschrecke

Eine ganz besondere Fähigkeit ist, dass sie bestimmte Extremitäten, wie zum Beispiel die Beine, abwerfen können. Dafür hat die Natur bestimmte Bruchstellen vorgesehen. Diese werden teilweise bei der nächsten Larvalhäutung wieder ersetzt. Diese Fähigkeit wird bei Bedrohung durch Fressfeinde angewendet.

Wie aufwendig ist die Pflege einer Gespenstschrecke?

Die Australische Gespenstschrecke ist sehr pflegeleicht. Tägliches Einsprühen per Hand oder Frischwasser in die automatische Regenanlage und Wassernapf auffüllen sind jedoch Voraussetzung. Für Vorrat an Futterästen bzw. Blätter ist zu sorgen und bei Bedarf aufzufüllen. Alle 2 Tage sind Kot und Häutungsreste zu entfernen und wenn kein Nachwuchs erwünscht ist, auch die abgelegten Eier einzusammeln.

Scheiben und Einrichtung musst du nur nach Bedarf reinigen. Der Bodengrund sollte mindestens 1x pro Jahr komplett ausgetauscht werden. Das außergewöhnliche Insekt ist ein echter Hingucker und verzaubert jeden, egal ob jung oder alt. Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in der Welt der Gespenstschrecke geben und wünsche dir ganz viele Freude mit der Planung deines eigenen Terrariums.


Shaka Animal StudioShaka Animal Studio, Jacky und Tobi. Jacky hat die Faszination Reptilien schon vor langer Zeit gepackt. Seit über 15 Jahren hält sie Reptilien aller Art. Sie ist gelernte Tierpflegerin und Tiertherapeutin. Sie hat Berufserfahrung sowohl in Zoos als auch bei Tierärzten. Tobi ist Fotograf und von klein auf begeistert von der Tierwelt. Die Unterwasserwelten sind sein Herzstück, die er schon seit vielen Jahren betreibt. Im Laufe der Zeit entstand zu Hause ein privater Zoo, den sie täglich voller Liebe gemeinsam versorgen und den sie regelmäßig auf ihrem. Youtube Kanal präsentieren.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Franz sagt:

    Täglich frisches Wasser in den Wassernapf? Ist schon mal Quatsch. Kleine Schrecken ertrinken darin.
    Wassernapf darf nicht rein und wird auch gar nicht benötigt.
    Die Tiere decken ihren Wasserbedarf über das frische Grünzeug und den Rest trinken sie nach dem Regen von der Sprühflasche – bei mir Beregnungsanlage – von den Blättern .
    Bodengrund einmal im Jahr austauschen ist ebenfalls Blödsinn . Besser ist Kokoshumus 10-15cm hoch mit weißen Asseln und Springschwänzen sowie Dauerbepflanzung mit Golliwoog , Brombeere ,Efeu , Efeutute, Grünlilie.
    Dann stimmt auch das Klima, das Futter und die Bodenhygiene. Läuft bei mir seit fast 30 Jahren ohne Probleme und fast ohne Aufwand .

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Franz,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und das Teilen deiner langjährigen Erfahrungen – es ist wirklich spannend zu lesen, wie du deine Haltung über viele Jahre optimiert hast.

      Du sprichst hier mehrere Punkte an, die in der Praxis tatsächlich unterschiedlich gehandhabt werden und stark von Art, Haltungsziel und individueller Erfahrung abhängen. Dein Einwand ist absolut nachvollziehbar, denn Gespenstschrecken decken den Wasserbedarf tatsächlich überwiegend über frisches Futter (Blätter) und Sprühwasser / Beregnung.

      Und ja: ein ungeeigneter Wassernapf kann für kleine Tiere oder Jungtiere tatsächlich eine Gefahr darstellen. Gleichzeitig werden in allgemeinen Empfehlungen oft Wasserschalen genannt, weil sich gerade Einsteiger nicht immer auf ein gut eingestelltes Feuchtigkeitsmanagement verlassen können. Bei erfahrener, gut gesteuerter Haltung kann gut auf einen Napf verzichtet werden.

      Dass dein System über 30 Jahre stabil läuft, zeigt eindrucksvoll, wie gut ein bioaktives Terrarium funktionieren kann. Wir haben uns dafür entschieden eher grundsätzliche, sichere Empfehlungen zu gegeben, weil viele Leser:innen Anfänger sind, bioaktive Systeme Erfahrung und Feingefühl erfordern und Fehler (z. B. falsche Feuchtigkeit, falsche Bodenfauna) schnell zu Problemen führen können.

      Vielen Dank, dass du deine Erfahrung so konkret teilst. Genau solche Praxisberichte und der Austausch in den Kommentaren helfen, Haltungskonzepte besser zu verstehen und weiterzuentwickeln.

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

  2. Kathrin sagt:

    Hallo,
    ich habe meine zwei Gespenstschrecken (Weibchen) kurz hintereinander leider verloren. Bei der 6. Häutung hat bei Beiden etwas nicht funktioniert. Die Haut hat sich nicht vollständig gelöst und die Gliedmaßen sind völlig verdreht und zermatscht. Ich habe nach einigen Stunden die Haut dann selber abgezogen, was ganz gut funktioniert hat, aber es hat trotzdem nicht geholfen. Nach einer Woche sind sie jeweils gestorben.
    Könnt ihr mir sagen, was da schief gelaufen sein könnte?
    Vielen lieben Dank!!
    Gruß, Kathrin

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Kathrin,

      es tut uns sehr leid, dass du beide Tiere verloren hast!

      Bei der Häutung wird der Körper der Gespenstschrecke im weichen Zustand geformt. Wenn sich etwas verklemmt oder falsch entwickelt entstehen irreversible Schäden. Das Abziehen der Haut kann kurzfristig helfen, aber die inneren Fehlentwicklungen nicht korrigieren.

      Die Hauptursache für Häutungsprobleme ist eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Wenn die Luft zu trocken ist, wird die alte Haut zu hart und lässt sich nicht sauber lösen. Weitere mögliche Gründe sind:

      • Ungünstige Häutungsbedingungen: Gespenstschrecken brauchen ausreichend Höhe zum freien Hängen und eine ruhige, ungestörte Umgebung. Wenn sie sich nicht richtig aufhängen können, klappt die Häutung mechanisch nicht.
      • Störung in der Häutungsphase: Zu viel Bewegung im Terrarium, Erschütterungen oder Eingriffe während der Häutung können die Häutungsphase ungünstig beeinflussen.
      • Unpassende Ernährung: Ungeeignete oder zu wenig frische Futterpflanzen können dazu führen, dass die Tiere insgesamt geschwächt sind.

      Mit kleinen Anpassungen lassen sich die Häutungsprobleme meist verhindern. Kontrolliere vor der nächsten Häutungsphase nochmal die Luftfeuchtigkeit und sorge für ein leicht feuchtes Mikroklima ohne Staunässe. Idealerweise hältst du das Klima für deine Tiere stabil und ohne starke Schwankungen. Um beim Häuten komplett frei zu hängen, solltest du deinen Gespenstschrecken genügend senkrechte Äste und Klettermöglichkeiten mit genug Platz nach unten zur Verfügung stellen. Sorge außerdem für frisches Futter in Form von sauberen Blättern und frischen Zweigen (zum Beispiel Brombeere).

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

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