Grüne Wasseragame: Ein Wasserdrache für daheim

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WasseragameDie Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) wird häufig als Wasserdrache bezeichnet. Im englischsprachigen Raum heißt das Tier „chinese water dragon“, und, in der Tat, hat das leguanartige Reptil etwas Mysteriöses und Erhabenes. Diese asiatische Agame fasziniert durch ihre Lebensweise. Solltest du viel Platz haben für ein größeres Terrarium, so wird dir das wechselwarme Wesen viel Freude bereiten. Allerdings solltest du dich von einem adulten Männchen mit ca. 1 m Länge nicht verschrecken lassen …

Natürliche Verbreitung

Die Grüne Wasseragame wird zwar als „chinesischer Wasserdrache“ bezeichnet, jedoch beschränkt sich das natürliche Verbreitungsgebiet keineswegs nur auf den Süden Chinas. Die Wasseragame bevölkert auch andere Regionen Südostasiens, wie z. B. Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam.

Wie der Name „Wasseragame“ schon vermuten lässt, suchen diese Reptilien die Nähe zum Wasser und leben bevorzugt in Tieflandregen- und Feuchtwäldern. An dicht bewachsenen Ufern können sie sich hervorragend verstecken und bei Gefahr blitzschnell ins Wasser plumpsen und abtauchen. Oder aber sie klettern geschickt auf Bäume. Nahrung erbeuten sie sowohl im Wasser als auch am Boden sowie im Geäst.

Wasseragamen sind Nahrungsopportunisten und verzehren verschiedenste Lebewesen. Dazu zählen diverse Insekten, Krebstiere, Muscheln und Würmer. Aber auch Fische, kleine Echsen, Kleinsäuger und Vögel werden erbeutet. Neben dieser carnivoren Lebensweise verachten sie aber auch pflanzliche Kost nicht. Die Wasseragame mag insbesondere verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Du kannst deiner Agame unter anderem die folgenden Nahrungsmittel füttern:

  • Insekten
  • Würmer
  • Mäuse
  • andere Nagetiere
  • Küken
  • Fleisch
  • süßes Obst

Welche individuelle Vorlieben deine Wasseragame hat, zeigt sich schon nach kurzer Zeit. Achte immer auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Die Futtertiere kannst du vor der Fütterung mit geeigneten Vitaminpräparaten bestäuben. Du solltest die Tiere nicht überfüttern, da sie sonst schnell verfetten, was wiederum die Lebenserwartung verkürzt.

In Südostasien ist das Klima maßgeblich vom Monsun beeinflusst. Dieser bringt von Mitte Mai bis Oktober viel Regen. In den restlichen Zeiten des Jahres ist es hingegen recht trocken. Dennoch ist selbst in der Trockenzeit die Luftfeuchtigkeit hoch und schwankt im Jahresverlauf zwischen 70 und 100 %. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei 25-30 °C.

Wasseragamen als Haustiere

Zur Biologie

Früher wurden verschiedene Arten zur Gattung der Wasseragamen gezählt. Nähere Untersuchungen innerhalb der zoologischen Taxonomie haben aber ergeben, dass Physignathus cocincinus monotypisch ist, also die einzige Art innerhalb der Gattung.

Wasseragamen sind dunkelgrüne bzw. gräuliche baumbewohnende Großechsen, die tagaktiv sind und ausgezeichnet schwimmen. Diese Reptilien haben einen gezackten Kamm, welcher sich vom Hinterkopf über den Rücken zieht und sich in den meisten Fällen auf dem Schwanz fortsetzt. Kopf, Kiefer und Zähne sind kräftig.

In der Natur bilden sie lockere Gruppen, wobei männliche Tiere Reviere bilden. Aus diesem Grund werden Männchen nur einzeln mit mehreren weiblichen Tieren gehalten. Männliche Wasseragamen werden bis zu 1 Meter lang (inklusive Schwanz). Weibliche Tiere bleiben mit 70 – 80 cm etwas kleiner. Ein Drittel der Gesamtlänge nimmt der Schwanz ein.

Haltung und Pflege

Grüne Wasseragamen sehen dem Grünen Leguan sehr ähnlich, sind aber deutlich kleiner (wobei 1 m Gesamtlänge nicht zu verachten ist!) und daher eignen sie sich eher für die Haltung als Haustier als der größere Vetter.

Bei der Haltung musst du unbedingt die gesetzlichen Vorschriften zum Tierschutz berücksichtigen. Entsprechend dem Gutachten über die Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien vom 10.01.1997 wird für ein Paar Wasseragamen eine Mindestgröße des Terrariums von 4:3:5 oder 5:3:4 bezogen auf die Kopf-Rumpf-Länge gefordert. Bei 30 cm Kopf-Rumpf-Länge müsste das Terrarium wenigstens 120 x 90 x 150 cm oder 150 x 90 x 120 cm groß sein.

Seiten- und Rückscheiben des Terrariums verkleidest du am besten mit Korkplatten oder du modellierst aus Styropor oder Kunstharz künstliche Felsen. Eine solche Innenausstattung ist nicht nur dekorativ, sonder verhindert auch, dass erschreckte Agamen bei panischer Flucht sich die Schnauzen am Glas einrennen und ernsthafte Verletzungen davontragen. Derartiges Verhalten ist (leider) typisch für diese Echsen: Bei drohender Gefahr reagieren sie blitzschnell mit ungerichteten Fluchtreaktionen. Darauf sollte man im Umgang mit den Tieren besondere Rücksicht nehmen und umsichtig handeln.

Einrichtung des Terrariums

Da Wasseragamen im natürlichen Habitat die Nähe zum Wasser bevorzugen, solltest du dies in der Gestaltung eines Terrariums ebenfalls angemessen berücksichtigen. Der Wasserteil sollte mindestens 50 % der Bodenfläche ausmachen und eine Mindesttiefe von 20 – 25 cm aufweisen. Um eine leichte und vollständige Reinigung des Wasserteils zu ermöglichen, solltest du bei der Installation auf einen Bodenablass achten. Der restliche Landteil kann aus natürlichen Substraten bestehen. Allerdings führen Erde-Sand-Gemische schnell zu Verunreinigungen des Wassers und erhöhen somit den Pflegeaufwand. Stabile Unterlagen wie Steinplatten oder Kunstfelsen werden gerne angenommen. Über das Wasser ragende, dicke Kletteräste und weitere Klettermöglichkeiten kommen dem natürlichen Bewegungsdrang dieser Reptilien entgegen.

Zur Bepflanzung des Terrariums kommen robuste lebende Pflanzen infrage, wie Yuccapalmen, Bromelien, oder Ficus benjamina. Insgesamt solltest du für viel Sichtschutz (verkleidete Rück- und Seitenwände) sorgen, da die Tiere sonst unruhig werden können und schnell in Panik verfallen.
Um die erforderlichen hohen Luftfeuchtigkeitswerte zu erreichen, solltest du morgens und abends kräftig sprühen oder aber eine Beregnungsanlage installieren.

Die grüne Wasseragame

Temperatur und Licht

Damit du im Terrarium Tagestemperaturen von 25-30 °C erreichst, legst du am besten auf der Hälfte des Bodens entweder Heizmatten (in kleineren Terrarien) oder Heizkabel (in großen Terrarien) aus. Beim Verlegen der Heizelemente solltest du berücksichtigen, dass auch der Wasserteil etwa auf 25 °C erwärmt werden sollte. Nachts können die Temperaturen im Landteil auf ca. 22-24 °C abfallen. Eine Zeitschaltuhr ist deshalb sehr sinnvoll.

Zusätzlich solltest du für jedes Tier einen lokalen Wärmeplatz mit Temperaturen zwischen 35-40 °C vorsehen. Dort können die Tiere nach dem Baden abtrocknen und so die Ausbreitung von schädigenden Mikroorganismen verhindern. Für solche Wärmespots eignen sich sehr gut HQI-Leuchten, da diese neben viel Licht und Wärme auch etwas UV-Licht abgeben. Um Skelettveränderungen/Rachitis vorzubeugen, solltest du das Terrarium der Tiere mit geeigneter UV-B-Beleuchtung ausstatten oder alternativ alle 1-2 Tage mit stärkeren UV-Lichtleuchtmitteln bis zu ca. 1/2 Stunde bestrahlen. Berücksichtige hierbei, dass die Lichtquellen ca. halbjährlich ausgetauscht werden müssen, da ihre Leistung abnimmt.

Fazit: Grüne Wasseragame als Haustier

Die „Wasserdrachen“ sind in den Haltungsanforderungen überschaubar, benötigen jedoch viel Platz und relativ viel Zeit in der Pflege. Da sie aber in verschiedenen Elementen, zu Wasser und zu Land, zurechtkommen, sind sie faszinierend und schön anzusehen.

 


Michael Freund ist hauptberuflich Lehrer an einer bayerischen Mittelschule mit einem Faible für die belebte Natur. In seinem Studium absolvierte er Biologie als Didaktikfach. Nebenbei engagiert er sich als Autor für diverse Zeitschriften und ist tatkräftiges Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem bei den „Sukkulentenfreunden Passau“.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Maritta Seidel sagt:

    Habe eine Frage meine WasserAgame schlaft schon seit ca 2 Monaten.Was könnte das sein.manchmal wandert Sie durch das Becken.hatt aber immer die Augen zu

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Maritta,

      das klingt doch sehr nach Winterruhe. 🙂
      Frage aber am besten auch einmal bei deinem Tierarzt nach, um die Gesundheit zu überprüfen!

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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