Der Rotkehlanolis – prächtiger Kletterer in Grün

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Rotkehlanolis
Welche Echsen eignen sich für Terraristik-Einsteiger zur Haltung und Pflege und besitzen dennoch einen besonderen Reiz? Zweifelsohne zählt der Rotkehlanolis (Anolis carolinensis) zu diesen Spezies. Mehr über diesen prächtigen Kletterer erfährst du in diesem Beitrag.

Namen

Neben dem Namen Rotkehlanolis wird dieses Taxon auch häufig als „grüner Leguan“ bezeichnet. Die Farbe Grün charakterisiert das Schuppenkleid und die Gruppe: der Anolis zählt zu den „Leguanartigen“, zu der die echten Leguane und die Chamäleons gehören. Der Rotkehlanoli wird häufig auch als „Amerikanisches Chamäleon“ tituliert, da er beide Augen unabhängig voneinander bewegen kann (wie richtige Chamäleons) und sich die Farbe des Tieres in Abhängigkeit von Lichteinstrahlung und Stimmung erheblich verändern kann. Das Farbspektrum reicht von Neongrün bis zu Graubraun.

Natürliche Verbreitung

Die Vorfahren des Rotkehlanolis stammen wahrscheinlich ursprünglich aus Kuba und haben die Küste Floridas über das Meer erreicht. Von dort haben sie sich im Südosten der USA ausgeweitet. Heute findet man diesen Leguanartigen in den US-Bundesstaaten Florida, Oklahoma, Texas, Arkansas, Tennessee, Louisiana und Südvirginia. Durch menschliche Verschleppung ist er auch in Hawaii anzutreffen. Dort führt er als Neobiont durch das Fehlen von Fressfeinden zu erheblichen Belastungen des natürlichen Ökosystems, da er die dort heimischen Tierarten massiv bedroht.
Rotkehlanolis

Lebensweise und Ernährung

Die ca. 20 cm langen Rotkehlanolis (davon entfallen ca. 8 cm auf den Rumpf) sind tagaktive Echsen, die gerne in kleinen Gruppen zusammenleben. Diese weisen eine klare Hierarchie auf. Der rote Kehlsack, welcher dieser Tierart seinen Trivialnamen verleiht, wird von Männchen gerne genutzt, um rivalisierende Artgenossen, die in das Revier eindringen, zu verscheuchen. Zusätzlich wird neben dem Aufstellen des Kehlsacks auch heftig mit dem Kopf genickt. Auch werden Angreifer und Fressfeinde verschüchtert oder wird zumindest der Versuch unternommen dies zu tun. Dies ist aber wirklich nur der letzte Ausweg, denn normalerweise fliehen Rotkehlanolis bei Gefahr zügigst.

Das Nahrungsspektrum umfasst nahezu sämtliche verfügbaren Arthropoden, also Gliederfüßer, wie zum Beispiel Grillen, Mehlwürmer, Fliegen und Heuschrecken. Alles, was von der Größe her zu überwältigen ist, wird verspeist, meist in einem Haps.

Fortpflanzung

Wenn die Rotkehlanolos nach der Winterruhe mit der Balz beginnen, kommt der rote Kehlsack zum Einsatz: dieser wird aufgestellt und von liegestützähnlichen Bewegungen begleitet.
Nach der Begattung, welche ein paar Minuten andauert, schließt sich beim befruchteten Weibchen eine Trächtigkeit von 2–3 Wochen an. Danach vergräbt das Weibchen ein oder zwei weichschalige Eier, aus denen nach 4 bis 8 Wochen die Jungen schlüpfen, die nach etwa 7 Monaten bereits Geschlechtsreife erlangen.
Rotkehlanolis

Haltung und Pflege

Rotkehlanolis leben natürlicherweise in kleinen Gruppen zusammen. Dies sollte bei der Anschaffung berücksichtigt werden. Gleichzeitig weisen die Männchen ein ausgeprägtes Territorialverhalten auf, was folglich bedeutet, dass du nur ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen gemeinsam halten kannst oder aber nur eine reine „Frauengruppe“.

Zudem sind Rotkehlanolis geschickte Kletterer. Daher muss das Terrarium auf jeden Fall über ausreichend Klettermöglichkeiten verfügen. Verstecke sind ebenfalls von Vorteil. Da die Weibchen Eier ablegen, empfiehlt sich als Bodengrund ein Torf-Erde-Gemisch, welches ca. 8-10 cm dick eingestreut wird. Durch Wärmelampen werden Hot-Spots geschaffen, die eine Temperatur von ca. 35° C aufweisen. Im Rest des Terrariums sind 25°C – 30°C optimal. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber ca. 60 % betragen, in der Nacht 80 – 90 %. Um diese Werte zu erreichen und zu kontrollieren empfehle ich dir eine entsprechende Mess- und Regulationstechnik.
Für zwei erwachsene Tiere empfehle ich dir eine Mindestgröße des Terrariums von 60 x 40 x 80 cm (L x B x H). Bei mehr Pfleglingen entsprechend mehr.

Fazit

Rotkehlanolis sind nicht nur schön anzusehen und gut zu beobachten, sondern auch pflegeleicht und als Einsteiger-Art für Terraristik-Neulinge zu empfehlen.


Michael Freund ist hauptberuflich Lehrer an einer bayerischen Mittelschule mit einem Faible für die belebte Natur. In seinem Studium absolvierte er Biologie als Didaktikfach. Nebenbei engagiert er sich als Autor für diverse Zeitschriften und ist tatkräftiges Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem bei den „Sukkulentenfreunden Passau“.


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