Wandelndes Blatt im Portrait

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Wandelndes Blatt

Wandelndes Blatt Steckbrief

Name
Wandelndes Blatt Steckbrief
Wissenschaftlicher Name
Phyllium
Klasse
Insekten
Ordnung
Gespensterschrecke
Familie
Phylliidae
Lebenserwartung
1-2 Jahre
Größe/Länge
25-120mm
Herkunft/Lebensraum
Asien
Merkmale
Linien wie Blattadern
Körperbau
Flach, lang und blattähnlich
Pflege
sehr pflegeleicht
Wurfgröße
bis zu 300 Eier
Ernährung
Blätter
Besonderheiten
Schreckstarre, nachtaktiv

Ein Blatt, das sich bewegt und keine Pflanze ist? Gibt es sowas? JA - sowas gibt es. Ein Wandelndes Blatt ist ein sehr faszinierendes Tier. Hier erfährst du mehr darüber.

Rassemerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht das Wandelnde Blatt aus?

Es gibt viele verschiedene Arten, die sich in Aussehen und Größe deutlich unterscheiden. So gibt es sogenannte “Micro“ Arten mit 25mm und “Giant“ Arten mit 120mm Länge. Wobei das große Wandelnde Blatt (Phyllium Giganteum & Siccifolium) am häufigsten im Terrarium gehalten wird. Wie der Name schon sagt, sehen sie einem Blatt sehr ähnlich. Der Körper ist flach, lang und einem Laubblatt ähnlich geformt. Die Linien, die wie Blattadern aussehen, lassen sich nur schwer von echten Blättern unterscheiden. Um einem Blatt noch ähnlicher zu sehen, haben sie teilweise sogar ausgefranste Kanten. Selbst die Fortbewegung ist einem Blatt im Wind perfekt angepasst. Sie bewegen sich langsam, ruckartig schaukelnd voran und sind somit bestens getarnt und schwer zu erkennen. Je nach Art sind sie einfarbig oder auch gesprenkelt. Die Farbpracht ist grün, gelb, braun bis rötlich in unterschiedlich starken Tönen. Männchen mancher Arten sind in der Lage, bei Gefahr ihre Beine abzuwerfen, um den Feind abzulenken. Diese wachsen dann natürlich wieder nach.

Wie erkenne ich das Geschlecht?

Am deutlichsten ist das Geschlecht an der Flugunfähigkeit zu unterscheiden, Weibchen können nämlich nicht fliegen. Männchen sind außerdem schmäler und haben weniger Gewicht. Weibchen haben einen breiteren Hinterleib und ähneln dadurch mehr einem Laubblatt. Die Männchen haben viel mehr Glieder wie Weibchen.

Herkunft und Geschichte

Woher kommt das Wandelnde Blatt?

Hauptverbreitungsgebiet ist Asien, genauer gesagt Südostasien, in den Tropen und Subtropen. Zu finden sind sie zudem in Indien, China, Neuguinea, Indonesien, Philippinen und auf den Fidschi-Inseln. Die unterschiedlichen Färbungen sind auch den verschiedenen Klimazonen zu verdanken, in denen sie vorkommen. In der Natur leben sie in tropischen Wäldern, hier bewohnen sie Bäume und Sträucher.

Ernährung, Haltung und Pflege

Wovon ernähren sich ein Wandelndes Blatt?

Ein Wandelndes Blatt ernährt sich hauptsächlich von Blättern, in der Natur fressen sie viel Laub der Mango- und Kakaopflanze. Aber auch alle anderen Blätter exotischer Pflanzen stehen auf dem Speiseplan. In unseren Terrarien muss man auf heimische Blätter zurückgreifen, die sie auch problemlos akzeptieren. Hier eignen sich Brombeere, Himbeere oder Traube. Tagsüber sitzen bzw. hängen sie fast regungslos auf den Ästen. Nachts werden sie aktiv und dann erst fressen sie.

Wie wird ein Wandelndes Blatt gehalten?

wandelndes BlattDas Wandelnde Blatt benötigt wegen seiner Größe nicht viel Platz. Ein Paar kann bereits in einem Terrarium mit den Maßen 30x30x40, und eine kleine Gruppe in 40x40x60 gehalten werden. Größer ist jedoch immer besser. Besonders die Höhe ist dabei ausschlaggebend. Ja nach Anzahl der Tiere muss natürlich auch die Größe angepasst werden. Als Bodengrund kannst du Kokosfaser oder Pinienrinde verwenden. Lieber nur eine dünne Schicht und dafür regelmäßig austauschen. Zum Klettern, Tarnen und Verstecken sollen ausreichend Äste und Futterpflanzen zur Verfügung stehen. Die Futterpflanzen kannst du in ein Gefäß mit Wasser stellen, damit sie länger frisch bleiben. Eine Wärmelampe wird benötigt, um die Temperatur von 23-27 Grad hinzubekommen. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 60-80%. Dazu muss täglich per Hand oder Regenanlge eingesprüht werden. Eine Schale mit Wasser ist nicht nötig, da sie Wassertropfen von den Pflanzen trinken und die Blätter Wasser enthalten. Schaden kann es dennoch nie, dann aber bitte in der Höhe und täglich das Wasser wechseln. Anfänger Tipp: Ein Hygrometer hilft dir, die Luftfeuchtigkeit perfekt einzustellen. Mit der Zeit findest du den perfekten Rhythmus, um diese zu halten. Am besten übst du im leeren Terrarium.

Kann ich ein Wandelndes Blatt nachzüchten?

Ja, für die Fortpflanzung ist nicht einmal ein Männchen erforderlich. Sie können sich paarweise, aber auch parthenogenetisch, also ohne Männchen, fortpflanzen. Bei der paarweisen Fortpflanzung steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und überträgt seine Spermien und befruchtet so die Eier. Ein paar Wochen später beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Dabei werden über Wochen immer wieder ein paar Eier fallen gelassen oder mit einer ruckartigen Bewegung weggeschleudert. Die Eier haben das Aussehen von Samen. Eier einer gewissen Art sind Rhabarber-Samen sehr ähnlich. Je nach Art werden so bis zu 300 Eier gelegt. Nach 4-8 Monaten schlüpfen die Kleinen, sind rotbraun gefärbt und haben oft weiße Punkte. Nach weiteren 4-8 Monaten ist das Jungtier ausgewachsen. In dieser Zeit muss sich das Männchen 4 Mal und das Weibchen 6 Mal häuten.

Wie aufwendig ist die Pflege von einem Wandelnden Blatt?

Das Wandelnde Blatt ist sehr pflegeleicht. Tägliches Einsprühen per Hand oder Frischwasser in die automatische Regenanlage auffüllen. Für Vorrat an Futterästen bzw. Blätter sorgen und bei Bedarf auffüllen. Alle 2 Tage Kot und Häutungsreste entfernen, gegebenenfalls die abgelegten Eier einsammeln. Scheiben und Einrichtung musst du nur nach Bedarf reinigen. Der Bodengrund sollte mindestens 4x pro Jahr komplett ausgetauscht werden.

Wissenswertes

Eine ganz besondere Eigenschaft des Wandelnden Blattes ist die Thanatose. Auf Deutsch auch unter Schreckstarre bekannt. Diese Starre tritt ein, wenn das Tier bedroht wird oder eine andere plötzliche Stresssituation entsteht. Dann fällt das Tier in einen Zustand kompletter Bewegungsunfähigkeit. Sie legen dabei die Beine dicht an den Körper und lassen sich fallen. Am Boden sind sie für den Fressfeind dann nicht mehr auffindbar.

Das Wandelnde Blatt ist ein echter Tarnungskünstler, auch du wirst oft vor dem Terrarium stehen und sie suchen müssen. Besonders am Abend, sobald das Licht ausgeht, wird es richtig spannend, sie zu beobachten. Ich wünsche dir viel Freude mit deinem eigenen Wandelnden Blatt und freu mich dir einen kleinen Einblick gegeben zu haben.


Shaka Animal StudioShaka Animal Studio, Jacky und Tobi. Jacky hat die Faszination Reptilien schon vor langer Zeit gepackt. Seit über 15 Jahren hält sie Reptilien aller Art. Sie ist gelernte Tierpflegerin und Tiertherapeutin. Sie hat Berufserfahrung sowohl in Zoos als auch bei Tierärzten. Tobi ist Fotograf und von klein auf begeistert von der Tierwelt. Die Unterwasserwelten sind sein Herzstück, die er schon seit vielen Jahren betreibt. Im Laufe der Zeit entstand zu Hause ein privater Zoo, den sie täglich voller Liebe gemeinsam versorgen und den sie regelmäßig auf ihrem. Youtube Kanal präsentieren.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. L. Koen sagt:

    Guten Tag,
    gibt es einen Tipp, wo diese Tiere (aus guter Haltung) zu erwerben sind?
    Freundliche Grüße

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Leah,

      am besten informierst du dich in einem Fachhandel vor Ort. 🙂

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  2. Frau Fuchs sagt:

    Hallo, wie kann man eine unkontrollierte Vermehrung verhindern?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Frau Fuchs,

      vielen Dank für Ihre Frage. Sofern es Wandelnde Blätter sind, die nicht zur Jungfernzeugung fähig sind, lässt sich eine unkontrollierte Vermehrung nur verhindern, indem man die erwachsenen (= geschlechtsreifen) Tiere nach Geschlechtern getrennt hält. Man benötigt also zwei Terrarien.

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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