Probleme im Mehrkatzenhaushalt

13343
7

Katzen zusammen halten: MehrkatzenhaushaltLängst ist bekannt, dass Katzen keine Einzelgänger sind. Viele Katzenhalter entscheiden sich daher für einen Mehrkatzenhaushalt. Vor allem reine Wohnungskatzen sind zu zweit oder in einer größeren Gruppe zufriedener als in der Einzelhaltung. Doch auch nach einer erfolgreichen Vergesellschaftung kommt es in der Katzenfamilie manchmal zu Reibereien. Wir haben für dich typische Probleme im Alltag eines Mehrkatzenhaushalts zusammengestellt. Erfahre hier, wie du für mehr Harmonie in der Gruppe sorgen kannst.

Hierarchien bei Katzen – gibt es das?

Den ersten Schritt hast du bereits geschafft. Du hast zwei oder mehrere Katzen erfolgreich vergesellschaftet oder dir gleich zwei Katzen angeschafft. Sehr gut! Leider heißt das nicht, dass deine Miezen jetzt für immer glücklich und zufrieden sind. Denn das Miteinander von Katzen ist sehr komplex. Deshalb wurden unsere Samtpfoten bis vor wenigen Jahren noch für Einzelgänger gehalten. Doch auch wenn es nicht sofort erkennbar ist, haben Katzenrudel ihre eigene Hierarchie und Gruppendynamik. Anders als bei Hunden wird diese ständig neu ausdiskutiert. Das geschieht beispielsweise über Anstarren, Pfotenhiebe oder Kämpfe. Welche von deinen Katzen aktuell das Sagen hat, erkennst du daran, dass sie als erste frisst, die besten Schlafplätze besetzt und sich selbstbewusst in der Wohnung bewegt. Die niedriger gestellten Katzen hingegen, blicken sich erst einmal verhalten um, bevor sie sich einen Platz suchen.

Wenn es plötzlich Stress gibt

Das Zusammenleben deiner Miezen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Du stellst ein paar Möbel um, und schon muss die Aufteilung des Reviers neu ausgefochten werden. Katzen sind sensibel und reagieren auf die kleinsten Veränderungen in der Wohnung oder im Verhalten ihrer Menschen. Herrscht zum Beispiel dicke Luft zwischen einzelnen Familienmitgliedern oder Partnern, streiten sich häufig auch die Katzen. Oft ist der Stress im Katzenrudel nicht von Dauer. Wenn du deinen Katzen genügend Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stellst und ihnen ausreichend Aufmerksamkeit schenkst, beruhigt sich die Lage meist von alleine. Auch Hilfsmittel wie Pheromon-Sprays tragen zur Lösung der angespannten Stimmung bei. Am wichtigsten ist aber, dass du jeder Katze genügend Aufmerksamkeit schenkst, damit keine Eifersucht entsteht.

Eifersucht bei Katzen

Die neue Katze im Mehrkatzenhaushalt wird in der Regel zunächst von den anderen Katzen als Bedrohung angesehen. Schließlich müssen sie nun Futter, Schlafplätze und die Zuneigung der Menschen teilen. Wenn du von Anfang an genügend Näpfe, Katzentoiletten, Körbchen und vor allem Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stellst, lernen die Miezen schnell, dass sie nichts zu befürchten haben. Als Faustregel gilt, dass in einem Haushalt nicht mehr Katzen leben sollten, als es Räume gibt.  Auch solltest du jeder Samtpfote gleich viel Streicheleinheiten und Zeit zum Spielen zukommen lassen, damit sich niemand vernachlässigt fühlt. Wenn es nach der Zusammenführung dennoch Eifersucht in der Katzensippe gibt, liegt es meist daran, dass eine Katze das Gefühl hat, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie bei allen Haustieren gilt also: Nimm dir Zeit für deine Lieblinge!

Mit mehreren Katzen spielen

Auch wenn du mehrere Katzen hältst und sie untereinander spielen, wollen deine Katzen von dir beschäftigt werden. Manche Katzen spielen gemeinsam mit ihrem Menschen. Häufig gestaltet sich das gemeinsame Spielen jedoch als schwierig, schließlich jagen Katzen in der Natur allein. Problematisch wird es vor allem dann, wenn eine der Katzen eher zurückhaltend ist und der anderen das Feld überlässt. Oder wenn die dominantere Katze die schüchterne verjagt. In diesem Fall solltest du das Spiel ganz abbrechen, sonst würdest du die Eifersucht der Katze belohnen.
Selbst wenn das Spielen mit mehreren Katzen funktioniert, solltest du dir für jede einzelne Katze Zeit nehmen. So kommt jedes Tier auf seine Kosten, es entsteht keine Eifersucht und die Bindung zwischen Mensch und Haustier wird gestärkt. Dazu kannst du ruhig für die Dauer des Spiels die Katzen voneinander trennen. Der anderen Katze überlässt du in der Zeit ein Futterlabyrinth mit Leckerlis oder ein Catnip-Kissen, damit sie sich nicht langweilt.

Futterneid im Mehrkatzenhaushalt

Schon bei einer Einzelkatze kann die Fütterung schwierig sein. Unsere Fellnasen sind bekanntlich anspruchsvolle Esser, die lieber hungern, als minderwertiges Futter zu fressen. Kommen dazu noch Futterneid und ein unterschiedliches Fressverhalten, wird es richtig kompliziert. Schließlich wollen wir nicht, dass die eine Katze leer ausgeht, während die andere immer runder wird. Auch wenn Katzen keine Einzelgänger sind, fressen sie lieber allein. Unter den Augen von Artgenossen zu fressen, bedeutet für die meisten Samtpfoten Stress. Der erste Schritt für harmonische Mahlzeiten ist daher, die Katzen räumlich getrennt voneinander zu füttern, damit jede Mieze einen eigenen Napf und Futterplatz hat.

Katzen zusammen füttern – so geht’s

Mehrere Katzen zu füttern wird dann problematisch, wenn eine der Katzen spezielles Diätfutter benötigt oder wenn eine Katze schlingt, während die andere nur häppchenweise frisst. Ein erster Schritt zur Lösung dieses Problems ist, die Katzen an feste Fütterungszeiten zu gewöhnen. Das Futter sollte nicht den ganzen Tag über zur Selbstbedienung bereitstehen. So kann sich der Vielfraß nicht grenzenlos den Bauch vollschlagen und die Gourmet-Katze lernt, dass ihr Futter nicht jederzeit verfügbar ist. Dadurch ist sie gezwungen größere Portionen auf einmal zu essen. Den Napf der zimperlichen Katze solltest du, wenn sie vom Napf weggeht, mit Klarsichtfolie abdecken und im Sommer in den Kühlschrank stellen. So kann sich die zweite Katze nicht darüber hermachen und das andere Tier versteht, dass sie nur bestimmte Zeitäume zum Fressen nutzen kann. Bei größeren Streitigkeiten um das Futter solltest du die Fütterung beaufsichtigen und notfalls eingreifen. Wenn es gar nicht anders geht, müssen die Katzen einzeln in verschlossenen Räumen gefüttert werden.

Gibt es auch in euren Mehrkatzenhaushalten Schwierigkeiten? Schreibt uns eure Probleme und Fragen in den Kommentaren!

Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Danny L. sagt:

    Ansich gute Tipps und wir versuchen es auch derzeit, wir haben eine Katze und einen Kater, diese haben sich vorher vertragen und jetzt seit der Gartensaison, nehmen wir beide mit in den Garten und wenn wir wieder zu Haus sind nach dem Wochenende, ist unsere Große immer gefrustet und will immer raus, aber kann Sie leider nicht und muss den Frust an unseren Kater leider auslassen, wir hoffen das es damit vllt wieder besser wird, da die beiden trotzdem immer mal ab und an zusammen spielen.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Danny,

      wir freuen uns sehr, dass dir unser Beitrag gefällt!
      Wenn Katzen nicht raus dürfen/können, obwohl sie es gern möchten, führt das zu dem auch von dir beschriebenen Frust. Abhilfe schaffen kannst du hier, indem du dich ausgiebig mit den Stubentigern beschäftigst und sie anderweitig auslastest. Clickertraining ist beispielsweise eine tolle Möglichkeit dazu! Wenn so dann keine Langeweile bei eurer „Großen“ aufkommt, wird sie hoffentlich auch euren Kater in Frieden lassen. Probiere es doch mal aus. 😉

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal Team

  2. Daniela sagt:

    Meine Mutter hat angefangen, einen herrenlosen Kater auf ihrem Balkon zu füttern, der nun dort und im angrenzenden Nebengelass lebt und total anhänglich geworden ist.

    Allerdings kommt seitdem die eigentliche Katze meiner Eltern nur noch nachts für wenige Stunden ins Haus, faucht meine Eltern an oder ignoriert sie und traut sich nicht mehr auf den Balkon oder ins Nebengelass, wo sie sich sonst oft aufgehalten hat. Falls sie überhaupt mal auf den Balkon geht, zeigt sie sich sehr ängstlich und faucht, auch wenn der zugelaufene Kater gar nicht da ist.

    Meine Mutter ist sehr traurig und hat Angst, ihre Katze ganz zu verlieren.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Daniela,

      deine Sorge können wir gut nachvollziehen. 🙁 Deine Situation haben wir an unsere Tierexpertin weitergeleitet. Diese wird sich damit auseinandersetzen um dir so schnell wie möglich einen Rat zu geben!

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

    2. ZooRoyal sagt:

      Hallo Daniela,

      eine fremde Katze im eigenen Revier und dann auch noch in der nächsten häuslichen Umgebung kann einen enormen Stressfaktor für unsere Miezen darstellen. Viele Katzen reagieren deshalb ganz genau so wie die Katze deiner Mutter. Es ist möglich, dass die zwei sich mit der Zeit aneinander gewöhnen. Dennoch sollte man hier die eigene Katze gut beobachten und bei starken Stresssymptomen ohne Besserung über einen Zeitraum von wenigen Wochen besser die Reißleine ziehen. Will heißen: Auf die Fütterung des fremden Katers verzichten und – falls im ein Zuhause fehlt – ein geeignetes für ihn suchen. Habt ihr ihn schon einmal beim Tierarzt oder im Tierheim darauf untersuchen lassen, ob er eventuell gechipt ist? Vielleicht wird er sogar schmerzlich von seinen Besitzern vermisst. Über den Chip können sie ausfindig gemacht werden.

      Wir wünschen euch alles Gute und drücken die Daumen, dass sich die Lage für eure Katzen und euch schnell wieder entspannt!
      Viele Grüße
      dein ZooRoyal Team

  3. Brigitta Berger sagt:

    Hallo!

    Wir haben seit 1 Woche ein kleines Kätzchen mit ca. 11 Wochen aus dem Tierheim geholt. Selbst hatten wir bereits 3 Katzen, davon 2 Kater und 1 Katze. Seit gestern hat unser Kater Remo begonnen, im Haus zu markieren. Der zweite Kater ist uns vor ca. 1 Jahr zugelaufen und wir haben ihn bei uns aufgenommen. Seither herrscht immer wieder Zoff zwischen den beiden Katern, aber markiert wurde nie im Haus.

    Ich vermute, Remo, der Hausältere Kater ist eifersüchtig bzw. möchte vielleicht seine Vorherrschaft gegenüber dem neuen Kätzchen demonstrieren und seine Ansprüche klar darlegen. Ein Schmuser war er nie.

    Was kann ich tun, damit Remo wieder damit aufhört?

    Bitte um Hilfe.

    Vielen lieben Dank.

    Liebe Grüße
    Brigitta

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Brigitta,

      oh je, das klingt tatsächlich sehr nach Revierverhalten. Wie in unserem Beitrag erwähnt, solltest du deinen Samtpfoten auf jeden Fall genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten, damit sie sich aus dem Weg gehen können.
      Außerdem können die Pheromon-Sprays von Feliway helfen, die Situation zu beruhigen: https://www.zooroyal.de/feliway-reg-classic-verdampfer-happy-home-start-set-48ml
      Sollte sich trotzdem nichts an der Situation ändern, empfehlen wir dich, die an einen Experten für Katzenverhalten zu wenden.

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.