Katzenverhaltensberatung mit Kontaktsperre – Geht das?

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Katzenverhaltensberatung mit Kontaktverbot

In der Verhaltensberatung kommt es auf Details an. Eine gute Beobachtungsgabe ist essenziell für deine Einschätzung und Empfehlungen als Katzenexpertin. Es ist wichtig sich einen Überblick über die Wohnverhältnisse machen und zeigen zu können, warum die Katzentoilette hier oder dort stehen sollte und warum der Sessel nur zehn Zentimeter weiter links für die Katze als Aufstiegshilfe in die dritte Dimension dienen könnte. Du achtest während des Gesprächs unbemerkt auf die Interaktion des Halters mit seinem Tier, um deren Beziehung einzuschätzen und kannst Feedback geben, wenn dir etwas in der Interaktion der beiden auffällt. Die meisten Beratungen finden daher vor Ort statt, ebenso wie Seminare – ein oft zweites Standbein von Verhaltensberaterinnen wie mir. Doch wie soll eine Katzenverhaltensberatung mit Kontaktsperre funktionieren?

Online-Beratungen – ein unverfälschter Blick

Die Online-Beratung war bisher – zumindest für mich – ein relativ kleiner, aber erfolgreicher Teil meiner Arbeit. Beratungen sind in Zeiten von Smartphones, Flatrates und Online-Konferenztools ein Kinderspiel und bieten bei den meisten Fragestellungen eine gleichwertige Unterstützungsmöglichkeit. Was durch die fehlende Beobachtung vor Ort verloren geht, kann über einen detaillierten Anamnesebogen, Video-Aufzeichnungen und das Gespräch über Online-Tool aufgefangen werden, sodass es nur noch wenige Problemstellungen gibt, in denen ein Hausbesuch unumgänglich ist. Auch in diesen Fällen kann dann eine Online-Konsultation zumindest die Zeit bis zu einem Gespräch vor Ort überbrücken.

Was ich besonders an dieser Beratungsform schätze, ist die vollkommen entspannte und gleichzeitig konzentrierte Atmosphäre, die in Hausbesuchen manchmal schwieriger ist. Für die Katzen im Haushalt ist mein Besuch immer ein Eindringen – egal, ob sie mich kontaktfreudig begrüßen oder sich ängstlich verstecken. Sie verhalten sich nicht so wie sie im Alltag sind, und auch die Halter sind zumindest zu Beginn oft etwas angespannt, weil sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt. Dadurch erhalte ich zwar einen durchaus hilfreichen, aber eben beeinflussten Blick. In den wenigsten Fällen bekomme ich das unerwünschte Verhalten wie beispielsweise Unsauberkeit während meines Besuchs zu Gesicht. Es tritt auf, wenn ich nicht da bin. Manchmal sehen es nicht mal die Halter, weil es nur in ihrer Abwesenheit gezeigt wird. Spätestens dann weiche ich auf technische Helferlein aus, die das Verhalten automatisiert aufzeichnen können – und mir einen gänzlich unbeeinflussten Blick auf die Motivation und Ausführung der Katze geben. Bei einer Online-Beratung gehören diese Aufzeichnungen zum „Must-Have“ für meine Vorbereitung und reduzieren damit das Risiko von Fehlinterpretationen auf ein Minimum.

Was brauchst du für eine Online-Beratung?

An ein klein wenig Technik kommen wir bei dieser Beratungsform nicht vorbei. Die meisten Halter sind jedoch bereits gut ausgerüstet.

  • Smartphone für Foto- und Videoaufzeichnungen
  • Mailadresse
  • stabile Internetverbindung
  • idealerweise ein PC/Laptop oder Tablet

Alles andere kann über kostenfreie und leicht bedienbare Apps erledigt werden. Bei allen Schritten unterstütze ich mit Tipps, Links oder der benötigten Plattform für den Austausch – ohne zusätzliche Kosten natürlich – im Gegenteil, durch den entfallenen Fahrweg ist eine Online-Beratung oft sogar günstiger.

Online-Beratungen in Zeiten der Krise

Online-Beratungen sind fester Bestandteil des Business, und so gibt es aus verhaltenstherapeutischer Sicht keinen Grund, nicht auch in Zeiten der Corona-Krise den Weg zu einer Verhaltensberaterin zu gehen. Im Gegenteil, es sprechen gleich mehrere Gründe dafür, gerade jetzt eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Die meisten Verhaltensprobleme beginnen zunächst in überschaubarem Rahmen. Die Katze pieselt gelegentlich neben ihre Toilette oder setzt ihrem Kumpel selten nach. Eine Beratung zu diesem Zeitpunkt könnte unmittelbar an der Ursache ansetzen und schnell eine Verhaltensalternative aufbauen. Tritt das Problem über einen längeren Zeitraum auf, festigt es sich allein durch mehrfaches „üben“. Nicht selten verselbständigt es sich schließlich, weitet sich aus und wird immer komplexer. Eine Therapie wird unlängst aufwändiger, langwieriger – und kostenintensiver.

Extremsituation Corona-Krise

Gleichzeitig leben wir derzeit in einer Extremsituation: Die einen haben besonders viel Zeit, sich mit ihrer Katze zu beschäftigen und könnten neue Verhaltensweisen entspannt und effektiv einführen bis sie wieder regulär arbeiten gehen müssen. Andere haben so gut wie keine Zeit für ihre Katzen oder machen sich große Sorgen, sind gestresst – und verstärken damit gezeigtes Problemverhalten der Katze ganz unbewusst. Für Menschen, die jetzt im Homeoffice arbeiten, stellt sich die Herausforderung, dass ihre Katzen sie nicht arbeiten lassen oder andersherum die Katzen von „zu viel Mensch“ überfordert ist. Kurz: es ist gerade jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, eine Verhaltensberatung in Anspruch zu nehmen.

Letzten Endes kämpfen auch wir Verhaltensberaterinnen aktuell um unsere Existenz. Von jetzt auf gleich ist ein Großteil unseres Geschäfts weggebrochen – bei gleichzeitig laufenden Kosten. Es war vor der Krise bereits schwer, wirtschaftlich zu arbeiten. Der Stundenlohn wirkt vielleicht stattlich, doch sind darin ein ganzer Haufen „versteckter Kosten“ enthalten, die uns nicht selten gerade so an der schwarzen Null arbeiten lassen. Den meisten von uns fehlt es an Rücklagen, weil alles so knapp kalkuliert ist. Ich kenne Kolleginnen, die nicht wissen, wie sie die nächsten Wochen ihre Lebenshaltungskosten tragen sollen – und gleichzeitig keine einzige Beratung in der Planung haben, weil Kunden „erst mal abwarten möchten“. Uns steht das Wasser bis zum Hals – und du kannst uns helfen, dass wir jetzt und nach der Krise für dich und deine Katze da sein können.

Hol dir gerade jetzt Unterstützung für dich und deine Katze

Schiebe eine Beratung nicht auf, sondern buche dir jetzt deinen Online-Termin! Profitiere von den Vorteilen dieser Unterstützung und sichere deiner Beraterin gleichzeitig ihre Existenz. Bist du selbst in finanzieller Schieflage, sprich es an und findet gemeinsam auch dafür eine Lösung. Wir sitzen alle im gleichen Boot!

Gibt es Webinare, lass dich versuchsweise darauf ein – auch wenn du skeptisch bist. Es gibt kaum etwas Entspannteres als am eigenen Rechner bei einem leckeren Kaffee oder Tee auf der Couch etwas Neues über deine Katze/n zu lernen. Kein Fahrweg, keine Parkplatzsuche, niemand, der neben dir sitzt und dich durch seine Schwätzchen stört und mit etwas Glück, sitzt deine Katze neben dir und hört fleißig mit.

Warte nicht ab, sondern nutze jetzt die Zeit, mehr über deine Katze zu lernen und mit so viel Gelegenheit wie nie, direkt umzusetzen.


Carmen SchellCarmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


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