Königspython – König der Schlangen

15157
0

der Königspython
Der Königspython gilt in vielen Ländern seiner west- und zentralafrikanischen Heimat als heilig. Diese beeindruckende Art erfreut sich auch bei Terrarianern großer Beliebtheit. Vielfach wird dieser Python als Einsteiger-Art bezeichnet. Was es damit auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel.

Natürliche Verbreitung

Der Königspython (Python regius) ist in Teilen West- und Zentralafrikas beheimatet. Dieses reicht vom westlichen Gambia bis zum östlichen Sudan. In diesen Regionen lebt der Königspython nicht nur im tropischen Regenwald, sondern auch in Savannengebieten. Vor menschlichen Siedlungen und landwirtschaftlichen Nutzflächen macht er ebenfalls nicht halt. In Punkto Anpassungsfähigkeit an Lebensräume kann der Königspython als recht vielseitig bezeichnet werden.
Eingerollter Python

Lebensweise und Ernährung

Die Lebensweise des Königspythons ist im Detail weitgehend unbekannt. Als gesicherte Erkenntnis gilt, dass er dämmerungs- und nachtaktiv ist. Am Tag versteckt sich diese ungiftige Würgeschlange in Verstecken, wie beispielsweise Termitenhügeln oder Bauten von Nagetieren. Was man ebenfalls relativ sicher weiß ist, dass jüngere Tiere gerne und häufig auf Bäume klettern und dort auch Nahrung erbeuten. Ältere Exemplare, die bereits über eine gewisse Größe verfügen, trifft man hauptsächlich am Boden an. Im Englischen wird der Königspython als „ball python“ bezeichnet. Diese Benennung bezieht sich auf das charakteristische Zusammenrollen des Schlangenkörpers bei Gefahr. Dabei wird der Kopf möglichst gut geschützt.
Der Königspython ernährt sich fast ausschließlich von Vögeln und Säugetieren. Jüngere Tiere verspeisen hauptsächlich Jungvögel, also solche die noch im Nest sitzen bzw. solche die erst flügge werden. Als Jäger von Säugetieren spielt der Königspython in Afrika eine wichtige Rolle bei der Regulation von Ernteschädlingen.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung des Königspythons ist wenig bekannt. Die Brutbiologie ist dafür relativ gut erfasst: Das Weibchen legt 3 – 14 Eier in Bauten von Nagern oder Schildkröten. Bis zum Schlupf rollt sich das erwachsene Tier über dem Gelege zusammen, um die Eier vor Flüssigkeitsverlust zu bewahren und den potenziellen Nachwuchs vor Fressfeinden zu bewachen. Nach ungefähr 60 Tagen schlüpfen die jungen Schlangen mit einer Länge von ca. 40 cm. Erwachsene Tiere erreichen übrigens eine Länge von maximal 2 Meter, zählen also somit zu den kleinen „Riesenschlangen“.
der Königspython

Haltung und Pflege

Ein erster wichtiger Aspekt, den man vor Anschaffung eines Köngispythons bedenken sollte, ist das Alter. In Gefangenschaft gehaltene Tiere haben eine Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren und mehr. Das sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Als Terrarianer hat man doch eine große Verantwortung.
Ein weiterer relevanter Gesichtspunkt ist der Schutzstatus: Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen ist der Königspython besonders geschützt. Ebenso gilt er nach dem Bundesnaturschutzgesetz als „streng bzw. besonders geschützt“. Daher benötigt man einen einwandfreien Herkunftsnachweis vom Züchter oder der Zoohandlung, um seiner Nachweispflicht nachzukommen. Eine Meldepflicht besteht aber nicht. Als relevante Dokumente gelten hier

  • Kaufvertrag
  • Abgabebescheinigung
  • Nachzuchtbestätigung
  • Einfuhrnummer
  • Meldebescheinigung
  • Registrierungsnummer

Die Schlange wächst auch als erwachsenes Tier noch. Um eine angemessene Haltung und Pflege ermöglichen zu können, benötigst du daher ein Terrarium mit den folgenden Mindestmaßen:

Länge x 1,0 , Breite x 0,5 und Höhe x 0,75 der Gesamtlänge der Schlange

Außerdem benötigst du:

  • geeignete Beleuchtung
  • UV-Lampen
  • Heizung (z.B. Heizkabel, Heizmatten, Heizfolien, Infrarotwärmestrahler usw.)
  • Temperaturregler und ggf. eine Sprüh- bzw. Beregnungsanlage
  • geeigneten Bodengrund (z.B. Terrarienerde)
  • Wassertränke
  • Klettermöglichkeiten
  • Versteck
  • Pflanzen können das Terrarium optisch aufwerten

der Königspython
Die Temperatur sollte für den Python regius tagsüber bei etwa 28°C bis 30°C liegen. Lokale Wärmeplätze können durchaus auch 35°C erreichen, sofern diese ausreichend begrenzt sind. Der nächtliche Temperaturrückgang liegt in den Monaten März bis Anfang November bei 25°C bis 28°C. In den Wintermonaten (diese entspricht der Trockenzeit in einigen Verbreitungsgebieten des Königspythons) sollte die Nachttemperatur in den Monaten November bis Februar auf 20°C bis 22°C abgesenkt werden. Die Tagtemperaturen bleiben ganzjährig unverändert. Die Temperaturangaben beziehen sich auf die Lufttemperatur. Die Luftfeuchtigkeit sollte in den Sommermonaten März bis Ende Oktober bei etwa 65 bis 90% liegen. In der simulierten Trockenzeit kann sie unter 40% fallen. Da der Königspython hauptsächlich in tropischen Regionen beheimatet ist, empfehle ich dir einen ganzjährigen Tag-Nacht-Rhythmus von 12 Stunden zu ermöglichen.

Zur Ernährung rate ich dir die Fütterung kleiner Nagetiere, wie zum Beispiel Mäusen. Häufig verzehren in Terrarien gehaltene Königspythons nur lebendiges Futter, das sie vorher erlegen. Dazu empfehlen einige Halter die Anwendung einer speziellen Futterbox, in der die Schlange und das Beutetier gemeinsam hineingegeben werden.
Schlangen sind teilweise sehr empfindlich, was Krankheiten betrifft. Hauptursache dafür sind Haltungsfehler. Ein spezialisierter Tierarzt in der Nähe ist Gold wert und ein intensives Literaturstudium vor Erwerb ist unerlässlich.

Fazit

Der Königspython gilt häufig als einfach zu haltende Schlangenart, die auch für Einsteiger geeignet ist. Es ist durchaus legitim zu behaupten, dass dieser Python einfacher in der Haltung ist als andere Schlangen, allerdings ist diese definitiv anspruchsvoll und erfordert neben der richtigen technischen Ausrüstung auch ein entsprechendes Fachwissen – beides ist unverzichtbar. Verfügt man über diese Voraussetzungen, so kann man viel Freude an dieser faszinierenden Würgeschlange habe.


Michael Freund ist hauptberuflich Lehrer an einer bayerischen Mittelschule mit einem Faible für die belebte Natur. In seinem Studium absolvierte er Biologie als Didaktikfach. Nebenbei engagiert er sich als Autor für diverse Zeitschriften und ist tatkräftiges Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem bei den „Sukkulentenfreunden Passau“.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.