Golden Retriever im Rasseportrait

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Golden Retriever

Steckbrief

Blindenhunde
Herkunft Großbritannien Lebenserwartung 10-12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 8: Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde Funktion Blindenhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht keine Vorgabe Felllänge mittellang
Charakter/Wesen dem Menschen zugewandter Jagdhund und Allrounder auf Spitzenniveau Fellfarbe creme, gold
Besonderheiten

Freund und Helfer in allen Lebenslagen

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Golden Retriever aus?

Es ist heute kaum vorstellbar, noch in den 1980er Jahren war der Golden Retriever in Deutschland nur Experten bekannt. Heute kennen ihn alle Menschen, die sich auch nur ein wenig für Hunde interessieren. Der Golden Retriever, kurz Goldie genannt, ist ein kräftiger, eleganter, mittelgroßer bis großer Hund mit einer freundlichen Ausstrahlung. Unverwechselbar macht ihn sein gewelltes Fell mit guter Befederung an der Unterseite und der goldenen Farbe, die ihm seinen Namen gab. Freilich sieht man heute oft Exemplare, die ein eher weißes Fell zeigen. Der Standard erlaubt jede Schattierung von gold- bis cremefarben. Die Gesamterscheinung beschreibt der Standard mit:

Symmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichene Bewegung; kernig bei freundlichem Ausdruck.

Sein Fell soll in der Sonne glänzen wie flüssiges Gold. Die dunkelbraunen Augen blicken freundlich aus dem hübschen Gesicht. Fröhlich schwingt der Retriever seine gut befederte Rute hin und her. Beim Golden Retriever gehen Schönheit und ein aufgeschlossenes Wesen Hand in Hand.

Wie groß ist ein Golden Retriever?

Der Goldie ist durchaus ein kräftiger, großer Hund. Er hat eine Widerristhöhe bei Rüden von 56 bis 61 Zentimetern und bei Hündinnen um 51 bis 56 Zentimetern. Ein Gewicht wird nicht vorgegeben, liegt aber zwischen 25 Kilogramm bei leichten Hündinnen und maximal 34 bei Rüden.

Wie alt wird ein Golden Retriever?

Die Lebenserwartung eines Golden Retrievers liegt nach Angaben des American Kennel Clubs bei 10 bis 12 Jahren.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Golden Retriever?

Der Golden Retriever ist nicht ohne Grund binnen weniger Jahre zu einem ausgesprochen beliebten Hund geworden. Weltweit zählt er in der Beliebtheitsskale seit langem zur Nummer Eins. Sein stark entwickelter „will to please“ macht es uns Menschen leicht, ihn zu erziehen, zu führen und selbst für anspruchsvollste Aufgaben auszubilden. Diese Wesenszüge sind aber zugleich Verpflichtung, sich mit ihm sinnvoll zu beschäftigen. Dieses gemeinsame Erleben ist ein wunderbares Erlebnis für jeden Hundefreund. Der gelernte Apportierer für die Wasserjagd liebt naturgemäß Apportierspiele. In der Regel macht das kein Problem. Doch solltest du ein wenig aufpassen, dass das Ganze nicht überhand nimmt und der Hund zu einem Apportierjunkie mutiert. Ansonsten ist der Golden Retriever in seiner Haltung völlig unkompliziert. Gut erzogen macht man mit ihm überall eine gute Figur. Alleine schon seine Verdienste als Assistenzhund adeln den Golden Retriever als einen hervorragenden Vertreter der gelebten Partnerschaft Mensch – Hund. Und er kann noch viel mehr. Quasi neben ist er auch noch ein ganz hervorragender Begleit- und Familienhund. Sein Standard beschreibt das Wesen dieses Retrievers treffend als:

Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten. Freundlich, liebenswürdig und zutraulich.

Ein Golden Retriever will arbeiten und muss arbeiten. Ein gelangweilter Goldie kann seine überschüssige Energie dann in der Wohnung abarbeiten oder auch sonst recht unpässlich werden. Aber auch nur dann und dann eher selten. Es gibt kaum eine weitere Hunderasse, die so vielseitig einsetzbar ist wie der Golden Retriever und das jeweils auf höchstem Niveau. Es macht sich gut, mit diesem Hund zu arbeiten, sei es professionell oder im Hundesport. Aber keine Angst, man muss es nicht. Der Goldie ist auch geeignet für einen engagierten Anfänger.

golden retrieverHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Golden Retriever ursprünglich her?

Es ist heute kaum vorstellbar, doch in den 1980er Jahren war der Golden Retriever in Deutschland nur Experten bekannt. Das änderte sich dann schnell. Zusammen mit seinem Bruder, dem Labrador Retriever, steht er heute auf einem Spitzenplatz der beliebtesten Hunderassen Deutschlands. Das hat viele gute Gründe. Zunächst einmal muss man wissen, dass der Golden Retriever ein Jagdhund ist mit Schwerpunkt Apportieren aus dem Wasser. Mit Weiterentwicklung der Schusswaffen wurden im 19. Jahrhundert Enten auch auf weite Distanz geschossen. Für die Hunde war es nun viel schwieriger, diese im Schilf zu finden und zu apportieren. Der schottische Baron Tweedmouth wollte für diese Herausforderungen einen modernen Allrounder entwickeln. Er kreuzte 1864 gelbe Retriever mit einer heute ausgestorbenen Spaniel-Rasse. Später experimentierte man mit dem Einkreuzen von Irish Settern und Bloodhounds. So wurde der Golden Retriever als hoch leistungsfähiger Apportierer für die moderne Jagd geschaffen. Hundert Jahre später sollte er vor noch viel anspruchsvollere Aufgaben gestellt werden. Auch diese meistert er mit Bravour. Der Golden Retriever ist heute ein vielseitiger Arbeitshund auf höchstem Niveau. Er bewährt sich nach wie vor bei der Jagd. Er ist darüber hinaus ein erprobter Helfer für Zoll und Polizei. Er bewährt sich täglich als zuverlässiger Schnüffler und Suchhund. Er hat schon unzählige Male geholfen, Erdbeben- und Lawinenopfern das Leben zu retten. Alleine diese Leistungen unterstreichen den enormen Wert von Hunden für die Menschheit ganz allgemein. Als Assistenzhund, etwa als Blindenführhund, leistet er unverzichtbare Dienste. Diese Aufgaben sind zugleich die anspruchsvollsten überhaupt. Zusammen mit dem Labrador ist der Golden Retriever die hier meist verwendete Hunderasse. Solche Hunde erleichtern ihren Menschen tagtäglich das praktische und auch das psychische Leben. Dabei bringt ein Goldie neben neuer Lebensqualität auch Lebensfreude. 1912 wurde er in England als Hunderasse anerkannt. 1954 erfolgte die Anerkennung durch den Welthundeverband FCI. Der erste Golden Retriever Wurf fiel in Deutschland erst 1964. Heute fallen zwischen 2000 und 2500 Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDH.

Beliebte Mixe

Mixe mit Golden Retrievern sind recht häufig. Das umgängliche Wesen und seine extrem hohe Leistungsbereitschaft und -fähigkeit soll er immer wieder genetisch einbringen. Es gibt auch gezielte Mixe als Designer-Dog wie der bekannte Goldendoodle.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Golden Retriever?

Die Pflege eines Golden Retrievers ist anspruchslos.

Gibt es beim Golden Retriever rassetypische Krankheiten?

Er ist eine robuste Hunderasse. Verbreitete Erbkrankheiten werden in der seriösen Zucht erfolgreich bekämpft. Leider wurde die Goldie-Population inzwischen faktisch in zwei Linien geteilt. Auf der einen Seite sehen wir die Arbeitslinie mit Jagdprüfungen. Auf der anderen Seite hat die Zucht Show-Linien herausgebildet. Diese vermeintlich schönen Hunde haben nicht selten den Retriever-typischen Charakter verloren und zeichnen sich lediglich durch in Fell gepackte, wahllose Freundlichkeit als „Everybodys Darling“ aus. Um diesem Trend Schranken zu setzen, hat der internationale Hundezuchtverband FCI die „Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen“ als ausdrückliche Anforderung neu in den Standard aufgenommen.

Welches Futter ist für einen Golden Retriever am besten?

Ein Golden Retriever ist beim Thema Ernährung in aller Regel unproblematisch. Du solltest streng darauf achten, dass er kein Übergewicht bekommt; denn er ist oft recht verfressen. Der Retriever eignet sich natürlich auch zum Barfen.

Golden RetrieverAktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Golden Retriever?

Ein Golden Retriever ist ein Jagdhund. Er liebt neben täglichen, ausgiebigen Runden durch die Natur auch Hundesportarten wie Breitensport, Agility oder Flyball – wird er nicht-jagdlich geführt. Bei letzterem wie auch bei seiner Freude am Apportieren musst du immer aufpassen, dass er nicht zu einem Apportier-Junkie wird. Der Golden Retriever ist ein Arbeitshund auf höchstem Niveau. Er ist ein erprobter Helfer bei Zoll und Polizei etwa auf der Suche nach Schmuggelgut. Er hat schon unzählige Male dabei geholfen, Erdbeben- und Lawinenopfern das Leben zu retten. Als Assistenzhund, etwa als Blindenführhund leistet der Golden Retriever unverzichtbare Dienste.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Golden Retriever kaufen?

Wenn du einen Golden Retriever in dein Leben holen willst, solltest du dich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der dem Deutschen Retriever Club im VDH angeschlossen ist. Die schnell gewachsene Beliebtheit des Goldies hat viele Anbieter auf den Plan gerufen, die das schnelle Geld machen wollen. Solche Vermehrer und Hundehändler achten nicht auf die Gesundheit und erst recht nicht auf das Wesen der Zuchthunde. Hier finden wir Hunde, die aggressiv oder gar bissig sein können. Wer meint, seinen Goldi „preisgünstig“ über eine Online-Plattform per Handy-Adresse und Lieferung frei Haus erstehen zu müssen, kauft gleich ein besonders großes (und teures) Risiko mit, einen kranken und mental gestörten Hund zu erhalten.

Erziehung und Haltung

Passt ein Golden Retriever zu mir?

Der Golden Retriever ist ein Jagdhund und hat idealerweise ein sportlich orientiertes Herrchen oder Frauchen. Er braucht den engen Familienanschluss. Du musst mit ihm nach draußen bei jedem Wind und Wetter. Zum Transport empfiehlt sich eine professionelle Transportbox aus Aluminium. Du solltest auch seine Liebe zum Wasser einkalkulieren. Sprich, er geht gerne hinein und bringt dann Wasser und Schmodder mit heraus. Allzu pingelig mit Kleidung, Auto und Haus solltest du da nicht sein. Der Golden Retriever eignet sich als ganz normaler Begleiter und Familienhund für ein aktives Frauchen oder Herrchen. Auch als Familienhund braucht er Bewegung und Herausforderungen. Auf der Grundlage einer respektvollen, emotionalen Bindung zu seinen Menschen ist er sehr flexibel. Er ist seiner Familie liebevoll zugewandt und oft bis ins hohe Alter verspielt. Vielleicht zählt auch dieser Widerspruch – einerseits seine hervorragenden Qualitäten als professioneller Arbeitshund, andererseits die Eignung als verspielter Familienhund – zu der besonderen Faszination, die diese Hunderasse ausstrahlt. Besonders ältere Goldie-Rüden haben schon einmal die Tendenz zur Dominanz anderen Hunden gegenüber, manchmal sogar gegenüber Menschen. Da musst du deine Führungsqualitäten auf Basis gegenseitigen Respektes und Vertrauens beweisen.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Golden Retriever ist – wie alle Retriever – ein Jagdhund. Er kann aber viel mehr. Er macht sich ganz hervorragend als Begleiter und Familienhund. Er ist einer der leistungsfähigsten Arbeitspartner und Freunde des Menschen überhaupt. Seine große Beliebtheit hat viele gute Gründe.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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