Bullmastiff im Rasseportrait

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Bullmastiff

Bullmastiff

Wachhunde
Herkunft Großbritannien Lebenserwartung 7 - 9 Jahre, eher leicht und gesund gezüchtet 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde Funktion Wachhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten zuweilen problematisch
Gewicht 41 - 59 KG Felllänge kurzes, hartes, glattes Fell
Charakter/Wesen aktiv, zuverlässig, lebhaft, wachsam, treu, stur Fellfarbe gelassen und furchtlos
Besonderheiten

enorme Stärke; zuweilen als Listenhund geführt

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Bullmastiff aus?

Der Bullmastiff, ist der Prototyp eines großen Molossers. Er beeindruckt schon aus der Ferne durch seinen eleganten wie kraftvollen Körperbau. Er ist ein Molosser, der erfreulicherweise nicht durch sonstige Extreme auffällt. Sein Körperbau ist gesund und ohne Übertreibungen bei irgendwelchen Merkmalen. Nur ist seine Erscheinung imposant, Respekt einflößend. Er wirkt durch und durch souverän. Und das ist er auch. Der Bullmastiff ist kraftvoll, symmetrisch, zeigt große Stärke ohne dabei schwerfällig zu sein. Er ist solide und aktiv. Der Bullmastiff hat einen wuchtigen Kopf mit einer leicht gefalteten Stirn. Die Lefzen hängen herunter, genau wie die Ohren. Sein Gesichtsausdruck ist freundlich und gelassen – eben ein typischer Molosser. Sein Fell ist kurz, hart und glatt. Es liegt eng an. Jegliche Schattierung von gestromt, rehbraun oder rot ist erlaubt.

Wie groß ist ein Bullmastiff?

Als Widerristhöhe wird für Rüden 64 bis 69, für Hündinnen 61 bis 66 Zentimeter vorgegeben; als Gewicht werden für Rüden 50 bis 59 und für Hündinnen 41 bis 50 Kilogramm angegeben.

Wie alt wird ein Bullmastiff?

Nach Angaben des American Kennel Clubs liegt seine Lebenserwartung bei lediglich 7 bis 9 Jahren.

bullmastiffWesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Bullmastiff?

Das Gemüt des Bullmastiffs ist fromm wie ein Lamm. Es gibt kaum etwas, das diesen Riesen aus der Fassung bringen könnte. Seine extrem hohe Reizschwelle wie stoische Gelassenheit sind der notwendige Partner seiner enormen Kraft. Diese beiden Pole sind im Wesen des Bullmastiffs, wie aller Molosser, seit Jahrtausenden fest und zuverlässig verankert. Man konnte nie einen starken Hund gebrauchen, der selbst unter Stress seine Kraft unkontrolliert einsetzen oder gar gegen die eigene Familie richten würde. Mit der potenziellen Gefährlichkeit war immer die entsprechende Kontrollierbarkeit gepaart und züchterisch im Wesen verankert worden. Da der Bullmastiff nun seit etlichen Generationen als Begleithund gezüchtet wird, hat das Gewicht der Gelassenheit und Kontrollierbarkeit noch einmal dazu gewonnen. Daher zeugt es nur von fachlicher Inkompetenz, wenn einige Bundesländer den Bullmastiff in die Liste der angeblich gefährlichen Hunderassen aufgenommen haben. Ein Bullmastiff aus seriöser Zucht und konsequent erzogen, ist ein ausgesprochen unkomplizierter Hund. Hie und da ist der Dicke etwas dickköpfig. Da hilft nur gutes Zureden und Bitten, dann wird er für sein Herrchen oder Frauchen alles tun. Als Familienmitglied zeigt er sich ausgesprochen liebenswert. Er sucht die Nähe zu seinen Menschen. Ihnen ist er ein verlässlicher Beschützer. Bei akuter Bedrohung seiner Menschen wird er versuchen, die Gefahr von diesen fernzuhalten, indem er den Aggressor mit seinem Körper stellt, ihn jedoch nicht weiter angreift. Sein Temperament macht ihn für Kinder zu einem treuen, freundlichen Gefährten, der alles verzeiht. Mit anderen Haustieren verträgt er sich bestens. Fremden gegenüber ist er zunächst abwartend. Er muss sie erst einmal beobachten und prüfen. Begleithundeprüfung, nötige Wesenstests im Rahmen von Länderverordnungen nimmt er mit stoischer Gelassenheit. Als ehemaliger Arbeitshund ist er ein faszinierender Partner für Unternehmungen aller Art. Als Anfängerhund ist er aufgrund seiner enormen Kraft aber nicht zu empfehlen.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Bullmastiff ursprünglich her?

Der Bullmastiff ist ein wunderschöner, harmonischer Molosser. Er stammt ab von zwei Extremen der Molosser-Familie: dem Old English Mastiff und dem Bulldog. Der Typ des Molossers ist seit Urzeiten bekannt und spielte in etlichen Kulturen der Antike eine beachtliche Rolle. Die Babylonier meißelten ihre Molosser in Granit. Sie dienten Herrschern wie Hammurabi als Kriegshunde. Molosser sind kräftige, schwere Hunde. Sie haben einen imposanten Kopf mit einer kurzen Schnauze und langen Lefzen. Die Ohren werden meist hängend getragen. So zur Beschreibung des Äußeren. Noch markanter sind jedoch die inneren Werte der Molosser. Nach den Überlieferungen der Antike in Wort und Bild sind die Hauptkennzeichen der Molosser seit tausenden von Jahren im Wesentlichen gleich geblieben. Auch die Palette seiner Aufgaben im Dienste des Menschen ist konstant geblieben. Molosser dienten als Jagdhund auf großes und wehrhaftes Wild. Sie dienten als Wach- und Schutzhund. Die Entstehung des Bullmastiffs verdanken wir englischen Wildhütern des 19. Jahrhunderts. Sie hatten die riesigen Ländereien ihrer Herren zu betreuen und suchten nach einem Hund, der sie in ihrer Arbeit unterstützen konnte und deshalb bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen hatte. Er sollte in der Lage sein, einen Wilddieb zu stellen, ihn zu Boden zu werfen und festzuhalten. Verletzen oder gar töten durfte er ihn nicht. Um einen solchen Hund zu erhalten, mischten sie den riesigen Mastiff mit Bulldogs, die sich schon immer durch ihren Mut und ihre Kampfkraft ausgezeichnet hatten – bei zugleich hoher Reizschnelle und Beherrschbarkeit. Aus diese Mix entstand der Bullmastiff. Man nannte den Vorläufer des heutigen Bullmastiffs „Gamekeepers Night Dog“. Nachdem sein Job auf den großen Ländereinen weggefallen war, wurde er als Polizeihund eingesetzt. Als Rassehund blieb er lange Zeit im Hintergrund. Noch 1933 erwähnte ihn die Gräfin Aga von Hagen in ihrem Buch über die Hunderassen nur beiläufig als neu entstandene Rasse. Die erste Anerkennung als Rasse erfolgte durch den englischen Kennel Club im Jahr 1924. Seine endgültige Anerkennung durch den Welthundeverband FCI erfolgten dann aber schon 1955. In Deutschland hat der Bullmastiff einen stattlichen Kreis seiner Freunde aufbauen können. Immerhin fallen pro Jahr knapp 100 Welpen dieses besonderen Hundes unter dem Dach des VDHs.

Beliebte Mixe

Mixe mit Bullmastiffs sind eher selten. Solche Kreuzungen sind nicht unproblematisch. Die enorme Kraft dieser Hunde braucht unbedingt ein gefestigtes, ruhiges Wesen mit extrem hoher Hemmschwelle für Aggressionen. Diese Kombination hat die Zucht über Jahrhunderte hervorgebracht. Bei einer Kreuzung ist das Risiko groß, dass sie aus dem Gleichgewicht kommt. Das solltest du auch bei der Auswahl des Züchters beachten, wenn du mit dem Gedanken spielst, dein Leben mit einem Bullmastiff zu teilen. Mixe sind entsprechend mit Vorsicht zu betrachten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Bullmastiff?

Die Pflege eines gesunden Bullmastiffs ist unproblematisch. Einmal pro Woche das Fell bürsten reicht.

Gibt es beim Bullmastiff rassetypische Krankheiten?

Wie bei den meisten Großhunden musst du auf Hüft- oder Ellbogendysplasie achten. Im Grunde ist es eine sehr robuste Hunderasse mit leider nur geringer Lebenserwartung.

Welches Futter ist für einen Bullmastiff am besten?

Er braucht viel und hochwertiges Futter. Besonders in der Phase des Wachstums bedarf es eines fachkundigen Ernährungsplans. Auf das Gewicht solltest du immer genau achten. Der Bullmastiff eignet sich gut zum Barfen.

bullmastiffAktivitäten mit dem Bullmastiff

Wie viel Bewegung braucht ein Bullmastiff?

Ein Bullmastiff stellt keine besonderen Anforderungen; ist jedoch aktiver und sportlicher als du auf den ersten Blick denken magst. Tägliches Gassi reicht ihm als Basis – natürlich am liebsten ausgiebig in der Natur. Viele Bullmastiffs wollen aber mehr. Sie haben etwa die Begleithundeprüfung abgelegt. Selbst zur Fährtenarbeit und für in Maßen betriebene Agility sind sie einsetzbar. Eine reizvolle und viel geliebte Beschäftigung für den Bullmastiff ist die Unterordnung – so beschreibt es sein Zuchtverband. Mit seinem tollen Wesen kann er gut als Therapiehund eingesetzt werden.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Bullmastiff kaufen?

Die Anschaffung eines Bullmastiffs sollte langfristig überlegt sein. Du solltest gewissenhaft prüfen, ob du alle Vorrausetzungen mitbringst, um gemeinsam viele schöne Jahre mit diesem Kraftpaket verbringen zu können. Suchst du einen Welpen, so solltest du insbesondere darauf achten, dass die Hunde nicht zu massig gezüchtet wurden. Erkundige dich nach den Ahnen, ihren Krankheiten, ihrem erreichten Lebensalter. Du solltest du dich nur direkt vor Ort bei einem Züchter umschauen, der VDH angeschlossen. Aus Tierschutzgründen solltest du nicht auf die vermeintlich günstigen Angebote eingehen, die Hunde ähnlich dem Bullmastiff, jedoch ohne dokumentierten Ahnen, anbieten. Tierschutzgründe meint hier zum einen Vermehrer und Hundehändler aber auch das Thema Wesen. Nur ein wesensstarker Bullmastiff kann zusammen mit dir ein wirklich schönes, artgerechtes Leben führen. Zudem ist eine gute Sozialisierung, beim Züchter beginnend, unverzichtbar.

Bullmastiff Erziehung und Haltung

Passt ein Bullmastiff zu mir?

Der Bullmastiff ist schon aufgrund seiner Größe kein einfach zu haltender Hund. Er stellt ausgesprochen geringe Ansprüche. Ein täglicher Spaziergang, einmal in der Woche gebürstet, das war es schon. Er braucht keinen großen Garten, aber ein Garten ist schon hilfreich. Eine kleine Etagenwohnung im x-ten Stock wäre nicht passend. Er passt auch nicht in jedes Auto. Mit Hitze kann er umgehen, sollte dann aber nicht gefordert werden; Kälte ist ihm viel lieber. Der Bullmastiff ist ein cooler Partner und kein Objekt für Leistungsjunkies. Du solltest auch Bedenken, dass Großhunde in unserer heutigen Gesellschaft, nicht selten auf Ablehnung stoßen. Manche Menschen haben aus Unkenntnis schlicht Angst vor ihm. Du solltest dir vor Augen halten, dass bei einem ausgewachsenen Bullmastiff die Leine lediglich symbolisch Kontrolle darstellt. Der Bullmastiff hat locker die Kraft, das andere Ende der Leine beliebig zu manövrieren. Aber er will es nicht, zumindest dann nicht, wenn er wenigstens Grundelemente einer guten Erziehung genossen hat. Der Bullmastiff ist sehr leicht zu erziehen. Der ehemalige Arbeitshund und Policedog mag sogar Herausforderungen etwa im Hundesport. Lediglich seinen Dickkopf musst du hie und da mit konsequenter Milde „brechen“. Er will Herrchen und Frauchen folgen und tut das auch sehr zuverlässig. Es ist elementare Pflicht eines Bullmastiff-Halters schon beim Welpen auf eine konsequente Erziehung zu achten. Allein diese und nicht die Leine ermöglicht die wunderbaren Spaziergänge in der Natur, die gemeinsam mit diesem coolen Vierbeiner zu Balsam für die Seele des Hektik gewohnten Menschen werden.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Das Gemüt des Bullmastiffs ist fromm wie ein Lamm. Aber Furcht kennt er nicht. Seine Ausstrahlung ist erhaben und beruhigend. Der ehemalige Arbeitshund und Policedog kann aber auch sportlich. Der Bullmastiff ist ein cooler Typ, ein faszinierender Hund!


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten

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