Beagle im Rasseportrait

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Beagle

Steckbrief

Jagdhunde
Herkunft Großbritannien Lebenserwartung 10 -15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Jagdhunde
Größe Kleine Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht keine Vorgaben Felllänge kurz
Charakter/Wesen fröhlich, aufgeweckt, verspielt, intelligent, agil, ausgeglichen Fellfarbe dreifarbig (schwarz, braun, weiß)
Besonderheiten

Jagdhund, Laborhund

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Beagle aus?

Der Beagle ist ein kompakter, kleiner bis mittelgroßer Jagdhund. Er zählt zur Gruppe der kleinen Laufhunde. Der Beagle ist ein Meutehund für das Stöbern und die Parforcejagd. Du siehst ihn meist eifrig mit seiner Nase kurz über dem Boden nach Fährten suchend. Der Standard beschreibt ihn als:

robusten, kompakten Hund, vermittelt den Eindruck von Qualität ohne grob zu wirken.

Ein Gewicht wird nicht vorgegeben. Es liegt in der Regel bei 10 bis 18 kg und richtet sich nach Größe und Typ des Hundes. Ein kräftiger Knochenbau ist rassetypisch wie auch eine ausgeprägte Muskulatur, wobei jedoch kein grober Eindruck entstehen soll. Der Kopf wird zu beiden Seiten von tief angesetzten Behängen (Schlappohren) geschmückt und sitzt auf einem mäßig langen Hals. Die dunklen Augen bestechen mit einem sehr sanften Ausdruck. Ein kurzer, straffer Rücken und gut gewölbte Rippen, die viel Platz für Herz und Lunge lassen, sind charakteristisch für die Rasse. Das Gangwerk des Beagles ist von Schub und Raumgriff geprägt. Die dicke Rute ist dicht behaart, mit einer weißen Spitze versehen und wird fröhlich aufrecht getragen. Das kurze, dichte Fell ist ein guter Schutz gegen jegliche Art von Wetter. Dreifarbige Beagles sind am häufigsten anzutreffen. Ihr Haarkleid zeigt schwarze und hell- bis rotbraune Platten in beliebiger Anordnung. Rund ein Drittel der in Deutschland gezogenen Beagle sind zweifarbig, wobei dann das Schwarz komplett fehlt und das Braun von Rot bis Zitronenfarben variiert. So die Beschreibung seines Erscheinungsbildes.

Wie groß ist ein Beagle?

Beagles sind ausdauernde Hunde mit einem quadratischen Körperbau und einer Größe von 33 bis 40 Zentimetern.

Wie alt wird ein Beagle?

Die Lebenserwartung eines Beagles wird vom American Kennel Club mit 10 bis 15 Jahren angegeben.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Beagle?

Beagles verkörpern gute Laune, sind fröhlich, sanft und überaus anpassungsfähig. Ihre Persönlichkeit ist wie geschaffen für das Leben als allseits geliebter Familienhund. Der Standard beschreibt den Charakter des Beagles:

Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit. Aufgeweckt, intelligent und von ausgeglichenem Wesen. Liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit.

Beagles gelten aber auch als stur und dickköpfig. Das verwundert kaum. Über Jahrhunderte zählte diese Eigenschaft zu seinen Trümpfen des Überlebens. Nur mit einer guten Portion Sturheit und Beharrlichkeit konnte er der Spur des Wildes auch durch dichtes Unterholz folgen. Allerdings solltest du seinen Dickkopf nicht mit mangelnder Lernfähigkeit verwechseln. Der Beagle braucht eine klare Ansage und eine einfühlsame aber konsequente Hand von dir. Dann ist die Erziehung kein Problem. Ein frustrierter, einsamer Beagle, der sich langweilt, kann zu einem Problem werden. Aus Langeweile kann er im Extremfall eine Wohnung auseinandernehmen. Am liebsten will er täglich mit Herrchen und Frauchen ausgiebig durch die Natur ziehen. Das allerdings verspricht herrliche Erlebnisse, die Leib und Seele gut tun. Verbunden mit seinem lebensfrohen Wesen, seiner hohen Stresstoleranz und weitgehend fehlenden Aggressivität sorgt er zuverlässig für Entschleunigung. Beim Spazierengehen solltest du allerdings im Bewusstsein halten, dass der Beagle ein Jagdhund ist. Nimmt seine feine Nase die Spur eines Hasen oder Kaninchens auf, wird er plötzlich unruhig. Da ist schnelles Abrufen angesagt, sonst sagt er uns für die nächsten Stunden Adé. Dann ist er mit seiner Nase ganz tief unten auf der Fährte unterwegs und vergisst alles andere. Heute wird er nur noch selten als Jagdhund verwendet. Doch der Verein Jagd-Beagle hält diese Tradition lebendig. Wer sich für einen Beagle interessiert, sei ans Herz gelegt, den Beaglen bei der „Jagd“ in der Meute zuzuschauen. Herrlich. Diese Jagdhunde mit Leib und Seele machen sich erstaunlich gut als Begleiter und Familienhund. Beagles gelten zudem als besonders kinderfreundlich. Hier zeigt sich einmal mehr seine hohe soziale Kompetenz. Sie sind auch von einem engagierten Anfänger gut führbar.

beagleHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Beagle ursprünglich her?

Der Beagle ist ein reinrassiger Jagdhund. Er ist der Prototyp eines Lauf- und Meutehundes. Du hast sicher schon alte Gemälde gesehen, wo Reiter im roten Frack mit einer riesigen Meute einem Fuchs nachstellen. Das war früher ein Zeitvertreib für reiche Aristokraten und Industrielle auf den britischen Inseln. Sie hat das Wesen dieses Hundes nachhaltig geprägt. Der Beagle ist wie der Foxhound Abkömmling einer der ältesten Hunderassen überhaupt. Gleichwohl war er in Deutschland lange Zeit nur Insidern vertraut. Erst in den 1980er Jahren wurde er bei uns langsam bekannt und dann schnell umso beliebter. Seine Beliebtheit wundert kaum, denn er ist ein interessanter und hoch sozialer Hund. Der Beagle zählt zum Typ der Bracken. Diese wiederum zählen zu den Urtypen des Hundes überhaupt. Sie werden schon in steinzeitlichen Höhlenmalereien abgebildet. Auch die ältesten Schriften über Hunde, etwa die 2.400 Jahre alte Kynegetikos des Xenophon, beschreiben die Jagd mit Hunden vom Typ eines Beagles. Während Windhunde einen Hasen durch ihre Schnelligkeit einholen, gewinnt der Beagle durch seine Ausdauer, Beharrlichkeit und insbesondere durch seine hervorragende Nase. Der britische Naturforscher Thomas Bewick beschreibt 1790 die Arbeitsweise des Beagles sehr anschaulich:

Obwohl er dem Hasen an Schnelligkeit meist unterlegen, folgt er ihm durch seinen vorzüglichen Geruchssinn und folgt seinen Spuren trotz aller Wendungen mit großer Genauigkeit und Ausdauer.

Das trifft sein heutiges Wesen schon recht genau. Hinzu kommt seine hohe soziale Kompetenz, die ihm in die Wiege gelegt ist. Durch sein Leben als Meutehund hat er sie verinnerlicht. Mehr noch als andere Hunderassen mussten Beagle sich in eine Gemeinschaft einpassen. Selbst in den Phasen der Langeweile und Enge, wenn sie als große Hundemeute eingesperrt im Zwinger keine Aggression zeigen durften. Diese Eigenschaften werden heute leider von der Pharmaindustrie ausgenutzt, die den Beagle im großen Stil als Laborhund einsetzt. Es gibt ganze Hundefabriken in Deutschland, die Beagle-Nachschub liefern. Um die Hunde, die nicht getötet worden sind (laut Bericht der Bundesregierung 3.000 jährlich) und nach den Versuchen ausgemustert werden, kümmern sich engagierte Hundefreunde wie die Laborbeaglehilfe. Laborbeagle sind im Aussehen meist kleiner und schlanker. Die endgültige Anerkennung als Hunderasse erfolgte durch den Welthundeverband FCI 1955. Seit 1973 wird er züchterisch vom Beagle Club Deutschland betreut. In Deutschland fallen 600 bis 800 Beagle Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDHs.

Beliebte Mixe

Mixe mit Beagle sind in Deutschland sind recht häufig. Das kann manchmal problematisch sein, wenn die Beflissenheit des Beagles als Lauf- und Meutehund mit Rassen zusammenkommt, denen die Zucht ein gesundheitliches Handicap mitgegeben hat. Hier ist das Brachyzephale Atemnot-Syndrom zu nennen, zum Beispiel bei einem Mops. Beim einem Mix mit dem sehr aktiven Beagle und mit der Atemnot des Mopses kann für den Nachwuchs ein ernstes Problem entstehen (zum Beispiel beim Puggle).

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Gibt es beim Beagle rassetypische Krankheiten?

Der Beagle ist problemlos in seiner Haltung. Voraussetzung sind neben guter Sozialisation und Erziehung die regelmäßigen, möglichst täglichen Ausflüge in die Natur. Seine Gesundheit gilt als robust. Seine großen Schlappohren musst du im Auge behalten. Das eigentliche Ohr neigt zu Entzündungen. Sie sollten daher wöchentlich mit einem speziellen Reinigungsmittel und einem Wattebausch ausgerieben werden. Ansonsten gibt es einige Erbkrankheiten bis hin zur Epilepsie, die aber in der seriösen Zucht offen kommuniziert und systematisch bekämpft werden.

Welches Futter ist für einen Beagle am besten?

Eine Herausforderung liegt in der Verfressenheit eines Beagles. Er ist nicht wählerisch und schaufelt alles in Windeseile in sich hinein. Möglicherweise ist das ein Erbe der Meutehundezeit, wo es galt, sich innerhalb kürzester Zeit einen möglichst großen Happen vom eh immer zu knappen Kuchen einzuverleiben. Doch dieses Problem ist nicht so leicht beherrschbar, wie du denken könntest. Denn in die bettelnden Augen eines Beagles zu schauen und dabei hart zu bleiben, erfordert viel mentale Kraft des Zweibeiners. Für die Gesundheit deines Hundepartners ist es aber wichtig, ihn bei passendem Gewicht zu halten.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Beagle?

Der Beagle ist ein Jagdhund. Der kleine Laufhund braucht das Leben und die Arbeit in der Natur und auf der Fährte. Wird er nicht jagdlich eingesetzt, so musst du mit ihm bei jedem Wetter ausgiebige Spaziergänge durch die Natur machen. Dabei musst du ihn stets genau im Auge behalten oder an der langen Leine. Denn, nimmt er erst einmal die Fährte eines Hasen in seiner feinen Nase auf, so ist er auf und davon – die meisten zumindest.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Beagle kaufen?

Seine schnell gewachsene Beliebtheit und anspruchslose Haltung hat viele Puppy Mills als Anbieter von Welpen auf den Plan gerufen. Hie und da ist erbliche Epilepsie ein Problem. Du solltest dir den Züchter sorgfältig aussuchen und vor Ort umfangreich erkundigen. Dein Züchter sollte dem Beagle Club Deutschland angeschlossen sein. Im Großen und Ganzen gilt der Beagle auch heute noch als gesunde und sehr robuste Hunderasse. Du kannst deinen Beagle auch sehr gut im Tierheim oder bei einer Laborbeagle-Hilfe finden.

Beagle

Erziehung und Haltung

Passt ein Beagle zu mir?

Der Beagle ist ein typischer Meutehund. Das macht ihn sehr umgänglich. Wir können ihn auch als den „sozialer Jäger“ bezeichnen. Jäger ist er immer noch. Auch heute noch fühlen sich viele Beagles in der Meute mit Seinesgleichen am wohlsten. Und wenn du ihn bei der Jagd beobachten kannst, weißt du mit welcher Passion er an dieser Arbeit hängt. Der Beagle ist unabhängig, hoch sozial gegenüber Artgenossen und zielorientiert. Aber dieser Vierbeiner hat den großen Vorteil, dass er sich ebenso in der Familie wohlfühlt. Du musst aber bei jedem Wetter ausführlich mit ihm spazieren gehen. Er ist dann nicht zimperlich was Gebüsch, Unterholz und Dreck angehen. Entsprechend musst du dich kleiden. Im Auto transportierst du ihn am besten in einer professionellen Box aus Aluminium. Der Beagle lässt sich sehr gut erziehen. Aber das funktioniert nur auf Basis einer echten emotionalen Bindung. Diese wiederum erfordert gegenseitigen Respekt. Er kann problemlos überall mitgenommen werden. Die Kombination aus hoher Kompaktheit und enormer Leistungsfähigkeit machen ihn zu einem idealen Begleiter.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Beagle ist ein hervorragender, umgänglicher Familienhund. Du musst nur einige wenige Dinge beachten, dann steht einer wunderbaren gemeinsamen Zeit nichts im Wege. So ist er auch für einen engagierten Anfänger mit Hundeverstand geeignet. Der Beagle ist ein unproblematischer Partner und treuer Freund mit dem du viele schöne Jahre durch dick und dünn gehen kannst.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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