Hannoverscher Schweißhund im Rasseportrait

15101
0

Hannoverscher Schweißhund

Hannoverscher Schweißhund

Jagdhunde
Herkunft Deutschland Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 25-40 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen ruhig, ausgeglichen, freundlich Fellfarbe hell- bis dunkelhirschrot, gestromt
Besonderheiten

Keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Hannoversche Schweißhund ist ein mittelgroßer Jagdhund. Er ist ein hochentwickelter Spezialist, aber zugleich vielseitig in der Jagd einsetzbar. Die Fährtenarbeit, besonders die Nachsuche, in der jagdlichen Sprache „Schweißarbeit“, ist sein Spezialgebiet. Die Nachsuche ist die Königsdisziplin eines Jagdhundes, die der Hannoversche Schweißhund wie kaum ein anderer beherrscht. Bei der Nachsuche verfolgt er die Wundfährte des angeschossenen oder des durch einen Verkehrsunfall verletzten Wildes. Eine schnelle und zielsichere Arbeit des Hundes ist entscheidend, um das Leid des verletzten Tieres zu mindern. Diese Aufgabenstellung ist uralt, aber heute nicht minder aktuell.

Der Hannoversche Schweißhund geht auf archaische Hunderassen zurück. Die Schweißhunde werden auch „Bracken“ genannt. Für die Jagd, die für unsere Vorfahren über tausende von Jahren hinweg eine wichtige Lebensgrundlage war, waren Hunde mit einer besonders guten Nase und einem intelligenten Spürsinn von elementarer Bedeutung. Auch für die Verbrecherjagd waren Schweißhunde unverzichtbar. Vor der Einführung von Schusswaffen mussten sich die Jäger viel näher an das Wild heranpirschen. Dafür gab es die Leithunde. Aus ihnen gingen die heutigen Schweißhunde und Bracken hervor. Dieser Hundetyp ist wahrscheinlich mehr als 10.000 Jahre alt. Den Germanen war ein guter „Leitihund“ mehr wert als ein Pferd. Das bezeugt ein über 1000 Jahre alter Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum. In der Barockzeit betrieben reiche Fürsten so genannte Jägerhöfe. Das war eine Art Universität für die Jagd mit praktischer Ausrichtung. Einer der ersten war der von Hannover. Hier wurden seit 1657 die Hannoverschen Schweißhunde systematisch gezüchtet und ausgebildet.

Die Zucht nach heutigen Standards begann in Erfurt 1894 mit Gründung des Vereins Hirschmann, der diese Rasse heute noch sehr erfolgreich betreut. Seine Zucht wird seit Menschengedenken ausgesprochen verantwortungsbewusst organisiert. So gelingt es zuverlässig, vitale gesunde Hunde mit einem tollen Wesen und hervorragender Leistungsfähigkeit auch heute noch zu züchten. Der Hannoversche Schweißhund ist ein Jagdhund, aber auch ein guter Familienhund und Begleiter im alltäglichen Leben. Das muss er auch. Denn sein Schweißhundeführer muss jederzeit mit ihm zusammen für einem Einsatz bereit sein, etwa wenn es einen Verkehrsunfall gab und es gilt, ein verletztes Reh oder Wildschwein zu finden. Man muss zwar kein Jäger oder Förster sein, um von einem Züchter des Vereins Hirschmann einen Welpen zu bekommen, jedoch Mitglied dieses Vereins sowie eine Schweißhundführerausbildung ablegen. Gezüchtet werden pro Jahr zwischen 40 und 60 Welpen unter dem Dach des VDH.

Beschreibung

Der Hannoversche Schweißhund ist ein kräftiger mittelgroßer Hund. Für seine Körpergröße hat er eher kurze Läufe, da dies vorteilhaft ist, wenn er mit der Nase dicht über dem Boden seine Arbeit leisten muss. Rüden sind größer und schwerer als Hündinnen. Rüden sollen eine Widerristhöhe von 50 bis 55 Zentimetern bei einem Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm vorweisen. Hündinnen sollen eine Widerristhöhe von 48 bis 53 Zentimetern bei einem Gewicht von 25 bis 35 Kilogramm vorweisen. Der offizielle Standard beschreibt seine Erscheinung so:

Das allgemeine Erscheinungsbild des leistungsstarken Hannoverschen Schweißhundes ist das eines mittelgroßen, wohlproportionierten, kraftvollen Hundes. Gut gestellte, kräftig bemuskelte Vorder- und Hintergliedmaßen befähigen ihn zu ausdauernder Arbeit. Zu hohe Läufe, besonders eine überbaute Vorhand beeinträchtigen die Arbeit mit tiefer Nase und sind typfremd. Die breite tiefe Brust bietet der Lunge viel Raum und ermöglicht lange, anstrengende Hetzen. Die leicht faltige Stirn und das klare, dunkle Auge verleihen dem Hannoverschen Schweißhund den für ihn typischen ernsten Gesichtsausdruck.

Die Ohren sind mittellang und, hoch am Kopf angesetzt, herabhängend. Sein Haarkleid ist kurz, dicht, derb. Rassetypisch ist die rote Grundfärbung, die vom hellen fahlrot bis zur dunkel gestromten, beinahe schwarz wirkenden Färbung variieren kann.

Hannoverscher Schweisshund

Charakter und Wesen

Der Hannoversche Schweißhund ist ein Vollblut-Jagdhund mit hellwachen Sinnen, aber ohne jede Nervosität. Solange er keine Fährte in der Nase hat, besticht er durch ein bedächtiges, ruhiges, äußerst sanftmütiges Wesen, das für uns Menschen Entschleunigung pur ausstrahlt. An der Fährte zeigt er unübersehbar seine Passion und folgt ihr mit lautem Bellen. Der FCI-Standard beschreibt sein Wesen wie folgt:

Ruhige und sichere Wesensart, dabei empfindsam gegenüber seinem Führer. Wählerisch, zurückhaltend gegenüber Fremden. Hohe Konzentrationsfähigkeit bei der jagdlichen Nachsucharbeit mit ausgeprägter Meutebeziehung zum führenden Jäger.

Der Hannoversche Schweißhund ist ein hoch leistungsfähiger Arbeitshund, der seinen Aufgaben gewissenhaft und mit größtem Engagement nachkommt. Zusammen mit ihm und seinen uns überlegenen Sinnen die Natur zu erkunden, ist ein ganz besonderes Erlebnis und Glück. Das ausgeglichene, ja souveräne Wesen, seine sozialen Qualitäten und Menschenfreundlichkeit machen ihn zu einem ganz hervorragenden Familienhund.

Haltung

Ein Hannoverscher Schweißhund ist kein Begleithund für die Stadt. Er ist kein Wohnungshund, vielmehr ein passionierter Jagdhelfer, der die Arbeit will und braucht. Ansonsten ist er völlig anspruchslos in seiner Haltung. Idealerweise wohnt er zusammen mit seinen Menschen in einem Haus am Waldrand oder auf dem Land mit Garten. Das ergibt sich bereits aus seiner Aufgabenstellung, die auch die seines Herrchens und Frauchens sein muss: die Nachsuche.

Das Schweißhundegespann aus Hund und Hundeführer muss jederzeit bereit sein, im Auftrag der örtlichen Jägerschaft das verletzte Wild zu suchen, sei es nach einer Jagd oder einem Verkehrsunfall. Diese Aufgabenstellung sollte auch von der ganzen Familie mitgetragen werden. Die Herausforderungen sind in jeder Hinsicht groß: jedes Wetter, bei Tag oder Nacht, spurlaut auf der Fährte durch dick und dünn, sicher am verletzten und vielleicht aggressiven Wild, man denke an ein Wildschwein. Der Schweißhund muss jederzeit von seinem Führer gelenkt werden können. Das sind Herausforderungen, die im Hundesport ihresgleichen suchen. Im Alltagsleben ist er umgänglich und unauffällig. Man kann mit ihm alles unternehmen.

Erziehung

Der Hannoversche Schweißhund ist ein zutiefst freundlicher und lernwilliger Vierbeiner, der es seinem Hundeführer leicht macht, ihn zu erziehen und auszubilden sowie mit ihm zu arbeiten. Er will und braucht diese Führung. Er ist aber kein Hund, der auf Befehle von Herrchen oder Frauchen wartet. Man kann ihn nicht abrichten, wohl aber hervorragend ausbilden auf Basis positiver Verstärkung und eines tiefen emotionalen Vertrauensverhältnisses.

Da die Hunde seit vielen Generationen nur dann zur Zucht zugelassen werden, wenn sie viele anspruchsvolle Leistungsprüfungen gemeistert haben, ist ihr Leistungsniveau extrem hoch. Das ist zugleich Verpflichtung für die Führung dieses Hundes. Es gibt eine Reihe von Prüfungen, die der Verein Hirschmann organisiert. Das solltest du beachten, wenn du mit dem Gedanken spielst, dein Leben mit einem Hannoverschen Schweißhund teilen zu wollen. Es wird garantiert eine spannende, intensive, tolle Zeit.

Pflege und Gesundheit

Die Rasse ist pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten:

Der Hannoversche Schweißhund ist eine robuste und gesunde Hunderasse.

Ernährung/Futter

Der Hannoversche Schweißhund ist in seiner Ernährung anspruchslos.

Lebenserwartung

Die Hunderasse hat eine Lebenserwartung von gut 12 Jahren.

Hannoverschen Schweißhund kaufen

Interessierst du dich für einen Hannoverschen Schweißhund, solltest du dich lange vor der geplanten Anschaffung mit dem Verein Hirschmann in Verbindung setzen. Wenn dein Interesse fortbesteht, solltest du dort Mitglied werden und einen Lehrgang für Schweißhundeführer ablegen. Welpen werden nur an Mitglieder nach einem festgelegten Plan abgegeben. Dann solltest du auf jeden Fall in der Lage sein, diesem Jagdhund artgerechte Lebensbedingungen schenken zu können und zu wollen und das mindestens 10 Jahre lang. Du solltest Interesse daran haben, mit deinem Hund an der jagdlichen Arbeit, etwa der Nachsuche nach einem Verkehrsunfall, teilzunehmen. Ein Welpe dieser Rasse kostet etwa 850 Euro.

 

Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.