Chow Chow

Verfasst von Thomas Brodmann
270429
0

Chow Chow
Der Chow Chow ist eine uralte, ursprünglich aus Nordchina stammende Hunderasse, die durch ihr löwenartiges Aussehen, die blau-schwarze Zunge und ein sehr eigenständiges Wesen auffällt. Er gilt als wachsamer, loyaler, aber reservierter Begleithund, der körperlich eher mäßig aktiv ist und eine konsequente Erziehung benötigt. Aufgrund zuchtbedingter Extreme ist die Rasse gesundheitlich gefährdet, weshalb bei der Auswahl auf einen moderat gezüchteten, gut beweglichen Hund aus einer verantwortungsvollen Zucht geachtet werden sollte.

Chow Chow Steckbrief

Name
Chow Chow Steckbrief
Herkunft
China
Lebenserwartung
8-14 Jahre
FCI-Standard
Funktion
Größe
Gewicht
25-30 kg
Häufige Krankheiten
Kurzatmigkeit, Augenerkrankungen, Allergien, Schilddrüsenunterfunktion
Felllänge
mittellang
Charakter/Wesen
stur, ruhig, wachsam, treu, intelligent
Fellfarbe
verschieden
Besonderheiten

Keine

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Chow Chow aus?

Ein Chow Chow ist unverwechselbar und ein besonderer Typ Hund. Das gilt nicht nur für seine Erscheinung, die an einen Plüsch-Teddybär erinnert, sondern auch für sein eigenständiges Wesen. Vom Kopf abgesehen, sieht er ein wenig aus wie ein Spitz. Er strahlt Stolz und Würde aus, besitzt ein festgefügtes Gebäude und trägt seine Rute immer über dem Rücken. Zu seiner Einmaligkeit trägt außerdem seine blaue Zunge bei.

In welchen Fellfarben gibt es Chow Chows?

Es gibt den Chow Chow in zwei Fellvarietäten: der üblichen Lang- und der heute seltenen Kurzhaarversion. Das Langhaar soll üppig, dicht, gerade und abstehend sein. Um den Hals sollte das Fell eine Mähne oder einen Kragen bilden. Der Chow kann laut Standard verschiedene Fellfarben aufweisen:

  • Einfarbig schwarz
  • Rot
  • Blau
  • Rehfarben

Das Fell ist häufig schattiert, jedoch nicht gefleckt oder gescheckt. Die heutigen Show-Chow-Chows zeigen ein extrem üppiges und loses, stark behaartes Fell. Sie sollen wie ein Plüsch-Teddybär oder -Löwe aussehen.

Wie groß ist ein Chow Chow?

Ein Chow bringt 25 bis 30 Kilogramm auf die Waage bei einer Widerristhöhe von 46 bis 56 cm. Hündinnen sind oft etwas leichter und wirken zierlicher, während Rüden breiter und massiver auftreten.

Wie alt wird ein Chow Chow?

Die Lebenserwartung liegt zwischen 8 und 14 Jahren. "Plüschige Teddybären" mit viel Fell, Übergewicht und Atemproblemen haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung als moderat gebaute Hunde ohne züchterische Auswüchse.

Wann ist ein Chow Chow ausgewachsen?

Ein Chow Chow ist körperlich mit etwa 12 Monaten ausgewachsen, geistig jedoch erst mit ca. zwei Jahren vollständig gereift. Seine ruhige, ernsthafte Art zeigt sich bereits im Welpenalter.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Chow Chow?

Er hat ein besonderes Wesen, das die einen überhaupt nicht mögen, andere geradezu lieben. Kein Geringerer als Konrad Lorenz, Nobelpreisträger und Begründer der Verhaltensforschung, war ein bekennender Fan dieser Rasse. Er war aufs Engste mit seinen Chow Chows verbunden. Mit wissenschaftlichem Verständnis und hundeerfahrenem Blick bezeichnete er den Chow Chow als Prototyp des von ihm so genannten "Einmannhundes". Ob Frauchen oder Herrchen – er ist ein auf seinen Menschen in besonders enger Weise verbundener Vierbeiner. Dritten gegenüber ist er dagegen zurückhaltend bis beinahe abweisend.

Er ist in seiner Ausstrahlung streng-stoisch, was die Briten als Scowl bezeichnen. Das macht ein gutes Stück seines besonderen Charmes. Mit seinem einzigartigen, bestechenden Wesen ist er eine Art Kulturdenkmal. Der Hundekenner und bedeutende Zuchtkritiker der 1970er und 80er Jahre, Horst Stern, bringt es auf den Punkt:

Der Chow ist ein Hund, der ein Herr ist, auf der Suche nach seinem Herrn, der kein Hund ist.

Ist der Chow Chow mehr Hund oder Katze?

Manche Halter beschreiben den Chow Chow aufgrund seiner Eigenständigkeit, Reinlichkeit und seiner Vorliebe für ruhige Rückzugsorte als „katzenähnlich“. Er kommt selten aufdringlich zum Kuscheln, entscheidet selbst, wann er Nähe möchte und reagiert auf plumpe Animationsversuche oft mit Desinteresse – ähnlich wie eine Katze.

Trotzdem ist er natürlich ein Hund mit typischen Bedürfnissen wie Sozialkontakt, Beschäftigung, klaren Regeln und artgerechter Auslastung.

Ist ein Chow Chow gefährlich?

Ein gut sozialisierter Chow Chow ist nicht gefährlich, kann aber durch seinen Schutzinstinkt in bedrohlichen Situationen deutlich reagieren. Ohne frühe und konsequente Sozialisation neigt die Rasse dazu, Fremde, Besuch oder andere Hunde misstrauisch bis abwehrend zu behandeln. Eine verantwortungsvolle Zucht und ein erfahrener Halter sind entscheidend, damit der Chow ein kontrollierbarer, zuverlässiger Begleiter bleibt.

Wie gut versteht sich ein Chow Chow mit anderen Hunderassen?

Viele Chow Chows zeigen sich Artgenossen gegenüber distanziert. Gleichgeschlechtliche Begegnungen, vor allem mit dominanten Hunden, können bei unzureichender Führung oder schlechter Prägung zu Konflikten führen. Eine sorgfältige Welpenprägung, kontrollierte Hundekontakte und eine souveräne Erziehung sind wichtig, damit der Chow lernt, anderen Hunden gelassen zu begegnen.

Ist der Chow Chow für Anfänger geeignet?

Der Chow ist kein Hund für Anfänger. Er braucht einiges an Hundeverstand. Er ist ein Hund für Leute, die ein ruhiges, eigenwilliges Familienmitglied haben wollen, dem sie Rechte zugestehen aber auch Pflichten auferlegen können. Er ist sehr wachsam, ohne ein Kläffer zu sein, und ausgesprochen reinlich.

Ist der Chow Chow ein Familienhund?

Der Chow Chow kann in einer Familie leben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, er ist jedoch kein klassischer „Spielkumpel“. Oft bindet er sich besonders eng an eine Hauptbezugsperson und akzeptiert die übrigen Familienmitglieder eher neutral. In ruhigen, strukturierten Haushalten mit klaren Regeln kann er ein verlässlicher, wenn auch zurückhaltender Familienhund sein.

Ist der Chow Chow für Haushalte mit Kindern geeignet?

Ein Chow Chow eignet sich eher für Haushalte mit älteren, hundeerfahrenen Kindern, die die Bedürfnisse des Hundes verstehen und seine Grenzen respektieren. Wildes Toben, ständiges Anfassen oder „Bespaßen“ mag er nicht und kann darauf mit Rückzug oder im Extremfall mit Abwehrverhalten reagieren.

Wie lange kann man einen Chow Chow alleine lassen?

Ein erwachsener, gut ausgelasteter Chow Chow kann bei entsprechender Gewöhnung mehrere Stunden alleine bleiben. Als stark auf seine Bezugsperson fixierter Hund leidet er jedoch darunter, dauerhaft viele Stunden alleine zu sein, was sich in Apathie, Frust oder problematischem Verhalten äußern kann.

Hund alleine lassenHund alleine lassen
Das Alleinbleiben ist für Hunde nicht selbstverständlich – es muss ihnen erst schrittweise beigebracht werden. Wir zeigen dir, wie das Training funktioniert und geben dir Tipps, wie du es dir und deinem Hund leichter machen kannst.
Mehr erfahren >>

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Chow Chow ursprünglich her?

Es ist eine uralte, archaische Hunderasse. Sie kam über England aus China kommend nach Europa. Ihre Wurzeln liegen in Sibirien und der Mandschurei ganz im Nordosten Chinas. Genetisch steht er dem Wolf von allen Hunden mit am nächsten. Unter den Hunden sind seine engsten genetischen Verwandten der Shiba und Akita sowie der Alaskan Malamute und Siberian Husky. Das gibt einen Hinweis auf seine historischen Funktionen als Jagdhund, Schlittenhund, Wächter und Behüter.

In China wird er bereits seit der Antike gehalten. Die chinesischen Kaiser liebten diese Hunde. Sie sind in über 2000 Jahre alten Terrakottafiguren in Gräbern aus der Zeit der Han-Dynastie verewigt. Der Chow Chow wurde auch vom einfachen Volk gehalten. Dort war er neben den schon genannten Funktionen zudem als Fleischlieferant beliebt. Hundefleisch galt als Delikatesse. In den meisten Regionen Chinas ist diese Tradition inzwischen abgelegt worden.
Der Chow-Chow hat seine Wurzeln in den spitzartigen Hunden der Völker des Polarkreises, was seinen noch vorhandenen Jagdtrieb verstehen lässt. 1880 brachten ihn die Engländer nach Europa. 1887 begann man dort mit der Zucht des Chow Chows. 1894 wurde er vom Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt. 1895 wurde der erste Standard erstellt.

Seit den 1990er Jahren hat sich sein Erscheinungsbild stark geändert. Die moderne Zucht mit ihrem auf Extreme orientierten Ausstellungswesen machte ihn zu einem plüschigen Teddy. Der Kopf mancher Show-Champions erinnert eher an das Gesicht eines Orang-Utans denn an einen Nachfahren nordischer Hunde. Vermeintliche Liebhaber übertreiben das menschengeformte Schönheitsideal so weit, dass die Hunde kaum noch richtig sehen, laufen und oft nur schwer atmen können. Hinzu kommt das extrem lose Fell mit ebenfalls extremer Behaarung, besonders im Kopf- und Kehlbereich, das zu Faltenbildung, Augenproblemen und weiteren gesundheitlichen Belastungen führt.

Schwarzer Chow Chow

Beliebte Mixe

Mixe  sind eher selten. Allerdings wurde der Chow bei einigen anderen Hunderassen gezielt eingekreuzt oder zählt zu deren Ursprungsrassen wie beim Eurasier oder Elo.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Chow?

Er ist mit seinem üppigen Fell kein pflegeleichter Hund. Es sollte täglich gebürstet werden. Besonders hinter den Ohren und an der Halskrause kann es bei mangelnder Pflege leicht zu Verfilzungen kommen. Die Falten der überzüchteten Hunde bedürfen ständiger Beobachtung. Sie müssen vorsichtig gepflegt werden, da sie sich sehr leicht entzünden können. Eine regelmäßige Kontrolle von Augen, Ohren, Pfoten und Hautfalten – insbesondere im Kopf- und Halsbereich – ist wichtig, um frühzeitig Entzündungen, Hot Spots oder Reizungen zu erkennen.

Die Hautfalten des Chow Chow

Faltenbildung hört sich auf den ersten Blick harmlos an, führt in der Praxis aber regelmäßig zu Entzündungen und übel riechenden Feuchtstellen, die nur schwer zu pflegen sind. Für die Hunde sind solche Keimherde eine ständige Belastung. Durch die starken Falten am Kopf werden außerdem die Augen geschädigt. Zudem kann der Hund nur noch schwer atmen und ist sehr hitzeempfindlich. Das hängt unter anderem mit seinem Fell zusammen, das von vielen immer länger gezüchtet wurde, obwohl der 2011 überarbeitete FCI-Standard solchen Exzessen ausdrücklich Einhalt gebieten sollte.

Gibt es beim Chow Chow rassetypische Krankheiten?

Zu den klassischen rassetypischen Krankheiten bei Chow Chows gehören:

  • Patellaluxation
  • Ellenbogen- und Hüftdysplasie
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Augenerkrankungen
  • Hautentzündungen
  • Atemprobleme
  • Hitzeempfindlichkeit

Es hat in Teilen der Züchterschaft ein Umdenken begonnen, bei dem der schwere, faltige Typ, der kaum mehrere Runden im Ausstellungsring laufen kann, abgelehnt wird und auf den ursprünglichen, gesunden, viel leichteren Chow gesetzt wird. Leider ist der leichtere Typ mit gesunden Augen, der frei und ohne Röcheln atmet und der freudig eine Stunde spazieren gehen kann, noch die Ausnahme. Verantwortungsvolle Züchter sind jedoch bestrebt, wieder „funktionalere“ Tiere zu züchten – mit weniger Unterwolle, etwas längeren Schnauzen, offeneren Augen und einem leichteren Körper. Zudem gehört immer mehr zum Standard, Untersuchungen auf Patellaluxation, Ellenbogen- und Hüftdysplasie, Schilddrüsenerkrankungen und Augenerkrankungen durchzuführen.

Welches Futter ist für einen Chow Chow am besten?

Der gesunde Chow ist in der Ernährung anspruchslos. Wichtig ist jedoch eine energie- und proteinangemessene, eher moderat kalorienhaltige Ernährung, um Übergewicht und damit verbundene Gelenk- und Stoffwechselprobleme zu vermeiden. Rassen mit erhöhter Neigung zu Allergien und Hautproblemen profitieren häufig von gut verträglichen Proteinquellen und klar deklarierten Zutatenlisten, die gegebenenfalls eine individuell ausgewählte Ernährung ermöglichen.

Bewegung und Auslauf

Wie viel Bewegung braucht ein Chow Chow?

Der heute oft überzüchtete Chow ist kein Hund für Sportler und Hundesport. Er liebt Spaziergänge, bei denen er ausgiebig herumschnüffeln kann. Insgesamt sollten sich diese auf täglich ungefähr ein bis zwei Stunden belaufen. Behalte hierbei immer seinen ausgeprägten Jagdtrieb im Auge.

Wie viel Platz braucht ein Chow Chow?

Ein Chow Chow braucht weniger Platz im Haus, als seine Optik vermuten lässt, dafür aber ausreichend Raum, um sich frei zu bewegen und sich bei Bedarf zurückzuziehen zu können. Eine Wohnung oder ein Haus mit direktem Zugang zu einem sicher eingezäunten Garten ist ideal, aber keine zwingende Voraussetzung, sofern tägliche Spaziergänge und Beschäftigung gewährleistet sind. Wichtiger als eine große Wohnfläche ist ein ruhiges Umfeld ohne zu viel Hektik.

Erziehung und Haltung

Ist ein Chow Chow leicht zu erziehen?

Als "Einmannhund" kommt es voll und ganz auf das Verhalten seines Herrchens oder Frauchens an, wie gut er erzogen ist. Auf Basis einer engen, vertrauensvollen Beziehung lässt er sich mit Geduld und Konsequenz sehr gut erziehen und meistert die Herausforderungen als Begleiter sehr gut. Dabei solltest du Hundeverstand und insbesondere Begeisterung für das stoische, selbstbewusste Wesen dieses Vierbeiners mitbringen. Er lässt sich zu nichts zwingen und seine Lust, für den Menschen Aufgaben zu erledigen, hält sich in Grenzen.

Produkte für deinen Chow Chow

Passt ein Chow Chow zu mir?

Der Chow ist kein Hund für jeden Geschmack. Er will und braucht die enge Anbindung an einen Menschen, maximal dessen Partner, Partnerin oder einer kleinen Familie. Herrchen oder Frauchen sollten geduldige, Ruhe ausstrahlende, verständliche aber zugleich sehr konsequente Menschen sein. Hektik und Chow passen nicht zusammen. Für Kinder ist er nur bedingt geeignet, da er kein Hund zum Spielen oder Toben ist. Er ist ernst, selbstbewusst, eigenwillig und intelligent. Er muss und kann die Pflichten des Zusammenlebens übernehmen, braucht aber auch die Rechte und den Respekt für seine eigenen Vorlieben.

Er ist auch kein Spielhund. Die meisten Tricks perlen an ihm ab. Schon als Welpe wird er schnell ein ernsthafter Hund. Für Späßchen und Neckereien hat er kein Verständnis. Apportierspielchen lassen ihn kalt.

Wie viel Training benötigt ein Chow Chow?

Neben einer guten Grunderziehung, die Leinenführigkeit und einen zuverlässigen Rückruf beinhalten sollte, profitieren Chow Chows von frühem Welpentraining und umfassender Sozialisation. Kurze, klare Trainingseinheiten mit hoher Belohnungsqualität werden besser angenommen als lange Wiederholungsserien, da Chows schnell Langeweile entwickeln. Statt sportlicher Höchstleistungen eignen sich ruhige Beschäftigungsformen wie Nasenarbeit, Suchspiele oder entspannte Spaziergänge mit Umwelttraining.

Passt ein Chow Chow eher aufs Land oder in die Stadt?

Der Chow Chow kann sowohl in ländlicher Umgebung als auch in der Stadt leben, solange seine Bedürfnisse nach Ruhe und kontrollierten Kontakten respektiert werden. In der Stadt profitiert er von souveränen Haltern, die ihn behutsam an Straßenverkehr, Menschenmengen und Aufzüge heranführen und ihm dennoch ruhige Rückzugsphasen bieten.

Negativ könnten sich eventuell vorhandene höhere Temperaturen in der Stadt auswirken. Auf dem Land genießt er übersichtliche Spazierwege und weniger Reizüberflutung, darf aber aufgrund seines Jagdtriebs nicht unterschätzt werden.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Chow Chow kaufen?

Am besten kauft man Chow-Welpen nur vor Ort bei einem dem VDH angeschlossenen Züchter, der keine Show-Chows züchtet, sondern möglichst schlanke, bewegliche Hunde. Der Züchter sollte seine Hunde auf die besonderen Risiken hinsichtlich Erbkrankheiten getestet haben. Das ist in der seriösen Zucht selbstverständlich. Zudem sollte keine Inzucht vorliegen, was du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht.

Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin vor Ort anschauen können. Bitte kaufe keinen Hund ungesehen übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem - in aller Regel gut getarnten - Hundehändler oder Vermehrer kommt.

Was kostet ein Chow Chow?

Ein seriös gezüchteter Chow Chow kostet zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Hunde aus gesunden Linien, mit weniger Übertreibung, sind teilweise teurer – aber langfristig gesünder.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Warum haben Chow Chows eine blaue Zunge?

Die blau-schwarze Zunge des Chow Chows beruht auf einer besonders starken Pigmenteinlagerung (durch Melanin) in der Zungenschleimhaut. Das Merkmal ist rassetypisch und wird vererbt. Auch der Shar Pei zeigt eine ähnliche Pigmentierung, was auf eine gemeinsame, sehr alte Herkunftsgruppe schließen lässt. Kleine rosafarbene Stellen oder Flecken können bei einzelnen Hunden vorkommen, eine vollständig rosafarbene Zunge entspricht jedoch nicht dem offiziellen Rassestandard.

Gilt der Chow Chow als Kampfhund?

Der Chow Chow steht nicht auf den offiziellen Rasselisten der sogenannten „gefährlichen Hunde“ bzw. „Kampfhunde“. Sein imposantes und grimmiges Aussehen lässt manche Menschen darauf schließen, doch dies ist falsch. Trotzdem können lokale Regelungen, Versicherungsbedingungen oder Vermieterbestimmungen besondere Auflagen für größere, wachsame Rassen vorsehen, sodass eine vorherige Klärung immer ratsam ist.

Gilt der Chow Chow als Qualzucht?

Beim Chow Chow wird seit vielen Jahren vor extrem übertypisierten Zuchtlinien gewarnt, die übermäßige Faltenbildung, extrem viel Fell, stark verkürzte Schnauzen oder übertriebene Masse zeigen. Solche Merkmale gehen häufig mit Atemproblemen, Augenleiden, Hautentzündungen, eingeschränkter Beweglichkeit und massiver Hitzeempfindlichkeit einher und können somit als tierschutzrelevant eingestuft werden.

Woher kommt der Name Chow Chow?

Im Chinesischen hat der Chow Chow andere Bezeichnungen. Dort nennt man ihn Songshiquan (aufgeplusterter Löwenhund) oder Hsiung Kou (Bärenhund) oder Hek she (blaue Zunge). Vermutlich kommt „Chow Chow“ aus einer Verballhornung des chinesischen "Gou", ausgesprochen "Kau", das schlicht Hund meint. In Deutschland nannte man ihn anfangs auch "Chinesischen Spitz".

Ähnliche Hunderassen

  • Akita Inu
    Der Akita Inu ist ein selbstbewusster Hund mit starkem Charakter und großem Loyalitätsgefühl zu seiner Bezugsperson. Er gilt als wachsam, reserviert gegenüber Fremden und benötigt eine erfahrene Führung, die seine Eigenständigkeit respektiert.
  • Shiba Inu
    Der Shiba Inu ist ein lebhafter, unabhängiger Kleinhund aus Japan, der für seine Reinlichkeit und sein stolzes Auftreten bekannt ist. Er ist aufmerksam, mutig und oft eigenwillig, weshalb eine klare, ruhige Erziehung wichtig ist.
  • Alaskan Malamute
    Der Alaskan Malamute ist ein kräftiger, ausdauernder Schlittenhund, der körperliche Arbeit und regelmäßige Bewegung liebt. Er zeigt sich freundlich und menschenbezogen, braucht jedoch eine klare Struktur und viel Beschäftigung.
  • Eurasier
    Der Eurasier ist ein ruhiger, ausgeglichener Familienhund, der eine enge Bindung zu seinen Menschen sucht und sensibel auf die Umgebung reagieren kann. Er ist freundlich, aber zurückhaltend und eignet sich gut für Halter, die einen gelassenen Begleiter wünschen.

Quellen

  • Allgemeiner Chow-Chow-Club
  • Verband für das Deutsche Hundewesen
  • Chow-Chow-Club in Deutschland
  • Bundestierärztekammer

Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

Unsere Lieblingsprodukte für dich

Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren
Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert