Marmorierter Beilbauchfisch im Portrait

Verfasst von Harro Hieronimus
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Marmorierter Beilbauchfisch

Bei vielen Aquarien ist der oberste Wasserbereich – außer zur Fütterungszeit – weitgehend fischleer. Dabei gibt es mit reinen Oberflächenfischen wie dem Marmorierten Beilbauchfisch auch gut geeignete Aquarienfische, die ihr ganzes Leben in dieser Region verbringen.

Steckbrief
Name: Marmorierter Beilbauchfisch, Carnegiella strigata
Systematik: Beilbauchfische
Größe: 5 cm
Herkunft: nördliches Südamerika
Haltung: mittel
Aquariengröße: ab 70 Liter (60 cm)
pH-Wert: 5,5-6,5
Wassertemperatur: 24-28°C

Wissenswertes über den Marmorierten Beilbauchfisch

Wissenschaftliche Bezeichnung

Carnegiella strigata

Andere Bezeichnungen

Marmorierter Beilbauchsalmler, Gestreifter Beilbauchfisch

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Characiformes (Salmlerartige)
Familie: Gasteropelecidae (Beilbauchsalmler)
Gattung: Carnegiella
Art: Carnegiella strigata, Marmorierter Beilbauchfisch

Größe

Als einer der kleinsten Vertreter der Beilbauchfische erreicht diese Art nur etwa 4 bis 4,5 cm Gesamtlänge.

Farbe

Vom Kopf bis zum Schwanzflossenansatz verlaufen zwei Längsbinden, eine silberne und eine dunkelgraue. Der Rücken ist dunkelgrau. Der Körper ist grausilbern, darauf liegen vier schräg verlaufende Binden, die erste unter dem Auge, die zwei endet in den Brustflossen, die dritte ist sehr breit und verläuft vom Bauch bis zur Fettflosse und die vierte trennt den Körper optisch von der Afterflosse.

Herkunft

Sehr weit verbreitet in langsam fließenden oder stehenden Gewässern (oft Schwarzwasser) fast im gesamten Amazonasgebiet.

Geschlechtsunterschiede

Sehr schwer zu unterscheiden. Bei erwachsenen Fischen sind die Weibchen, am einfachsten ist das von oben zu beobachten, in der Bauchregion fülliger.

Fortpflanzung

Im Aquarium sehr schwer. Im abgedunkelten Aquarium haben gut genährte Fische schon abgelaicht. Es sind Freilaicher, die ihre Eier einfach ausstoßen. Näheres ist nicht bekannt.

Lebenserwartung

Die Marmorierten Beilbauchfische erreichen ein Höchstalter von etwa vier Jahren.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

Als Oberflächenfisch nimmt er sein Futter nur von der Wasseroberfläche auf. Flockenfutter und Granulat können die Grundlage bilden, mindestens zweimal wöchentlich sollte Lebend- oder Frostfutter gereicht werden. Besonders gerne werden auch Fruchtfliegen (Drosophila) gefressen, die flügellose Variante ist gut züchtbar und am besten dazu geeignet.

Gruppengröße

Marmorierte Beilbauchfische sind scheu und empfindlich, wenn sie in zu geringer Anzahl gehalten werden. Es sollten mindestens sechs, besser acht bis zehn Fische gehalten werden.

Aquariengröße

Das Aquarium sollte mindestens 70 L fassen (ab 60 cm Kantenlänge, aber höher als das Standardmaß). Wichtig für diese exzellenten Springer ist eine perfekt dichte Abdeckung sowie eine Distanz von 10 cm zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung. Nicht für offene Aquarien geeignet.

Beckeneinrichtung

Eine leicht gedämpfte Beleuchtung mit einer teilweise (etwa ein Drittel) mit Pflanzen (Schwimmpflanzen) bestückten Oberfläche sind optimal. Der Rest der Oberfläche sollte pflanzenfrei sein. Holz kann zu einer leichten (erwünschten) Braunfärbung des Wassers führen.

Marmorierte Beilbauchfische vergesellschaften

Beilbauchfische kann man gut mit allen anderen friedlichen, nicht zu großen Weich- und Schwarzwasserfischen vergesellschaften, die den Oberflächenbereich meiden. Dazu zählen viele Salmler, aber auch Harnisch- und Panzerwelse.

Erforderliche Wasserwerte

Im weicheren, leicht sauren Wasser fühlen sich die Marmorierten Beilbauchsalmler wohl. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen, die Karbonathärte unter 3 °dKH und die Temperatur bei 24-28 °C. Aufgrund der niedrigen Karbonathärte und der damit verbundenen geringeren Pufferkapazität des Wassers sollte sicherheitshalber der pH-Wert regelmäßig kontrolliert werden.


Harro Hieronimus

Harro Hieronimus, Sachbuchautor

Bereits seit früher Jugend ist Harro Aquarianer. Sein spezielles wissenschaftliches Arbeitsgebiet: Systematik und Verhalten lebendgebärender Aquarienfische und Panzerwelse. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e. V. und der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische e. V.. Als Sachbuchautor veröffentlichte er bereits zahlreiche Bücher und Fachartikel zum Thema Süßwasseraquaristik.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Markus Hanusch sagt:

    Hallo zusammen,

    mein Name ist Markus und ich habe seit Anfang des Jahres ein Oase Styleline 85 mit nachfolgendem Besatz:

    1 Paar L448, 11 Pandas, 23 Phantomsalmlern sowie 10 Marmorbeilbäuchen. Als dann die ersten Fadenalgen auftraten, habe ich zu deren Reduzierung noch 4 Black Mollys dazugesetzt. Kurze Zeit später wurden meine Marmorbeilbäuche immer weniger (seit 2 Wochen sind immer nur noch 3 vorhanden). Gestern habe ich noch 3 Stück nachgesetzt um wieder auf die Mindestmenge von 6 für einen Schwarmfisch zu kommen. Allerdings ist heute Morgen schon wieder ein Marmorbeilbauch tot gewesen. Frage: Kann es sein, dass die Beilbäuche durch die Mollys zu stark gestresst sind?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Markus,

      vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Bei dem plötzlichen Rückgang der Marmorbeilbäuche sollte man aber mal genauer hinschauen.

      Marmorbeilbäuche sind Oberflächenfische und gelten als sehr schreckhaft, stressanfällig, empfindlich gegenüber Wasserwertschwankungen und anfällig für Haltungsfehler in neueren Aquarien. Black Mollys sind dagegen sehr aktiv, ständig auf Nahrungssuche und oft in der oberen und mittleren Wasserzone unterwegs. Wie du bereits vermutet hast, können sie die Beilbäuche durchaus stressen, insbesondere wenn die Wasseroberfläche wenig Deckung bietet.

      Ein zusätzlicher Faktor können die unterschiedlichen Ansprüche an die Wasserwerte sein. Marmorbeilbäuche mögen eher weiches bis mittelhartes, leicht saures Wasser. Black Mollys fühlen sich dagegen in härterem, alkalischerem Wasser wohler. Deshalb stellt sich die Frage: Für welche Fischarten sind deine Wasserwerte ausgelegt? Wenn die Werte eher für Mollys passen, könnten die Beilbäuche darunter leiden. Andersrum würden aber wiederum die Mollys leiden.

      Kontrolliere also zunächst deine Wasserwerte. Da die Ansprüche der Mollys nicht optimal zu denen der übrigen Fische passen, empfehlen wir außerdem den Besatz einmal kritisch zu hinterfragen.

      Wir wünschen dir alles Gute für dein Aquarium!

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

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