Fliegenschutz für Pferde: Maske oder Ekzemerdecke?

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Fliegenschutz

Zur Sommerzeit brauchen die meisten Pferde einen Schutz vor den lästigen Fliegen und Bremsen. Im Fachhandel gibt es viel Zubehör, aber was braucht man wirklich zum Fliegenschutz für Pferde?

Fliegenschutz für die Augen

Fliegen, die am Auge deines Pferdes sitzen, können zu unangenehmen Entzündungen führen. Deshalb ist es sinnvoll, es zumindest zur Weidezeit zu schützen. Es gibt zahlreiche Fliegenmasken in verschiedenen Größen, sodass es sicher auch für dein Pferd etwas passendes gibt. Bewährt haben sich bei uns Masken mit einem elastischen Abschluss. Sie scheuern nicht so schnell bei empfindlichen Pferden und – und das finde ich wirklich wichtig – Fliegen können nicht so schnell darunterkrabbeln. Ob dein Pferd eher empfindliche Ohren hat und eine Maske mit integrierten Ohren braucht, musst du ausprobieren, die Pferde sind da wirklich unterschiedlich. Falls es bei euch viele kleine Kriebefliegen gibt, die meist in der Dämmerung unterwegs sind, kann ich aber eine Maske mit Ohrenschutz empfehlen.

Die inzwischen weit verbreiteten Fliegenmasken mit UV-Schutz brauchst du hingegen nur, wenn dein Pferd wirklich empfindlich auf UV-Strahlung reagiert. Das kann bei manchen Headshakern oder bei Pferden mit Augenentzündungen der Fall sein.
Für weniger empfindliche Pferde in fliegenarmen Gegenden reicht auch ein einfacher Schutz mit Fransen. Den kann man auch ohne Halfter tragen, dann wird er quasi über den Ohren und mit einem Kehlriemen aus Klett befestigt.
Chemische Fliegenmittel helfen meist nicht ausreichend gegen lästige Insekten im Pferdegesicht, außerdem schmiere oder sprühe ich sie ehrlich gesagt ungern an den Kopf, zumal sie nicht zu dicht an Augen und Schleimhäute kommen sollten.

Die Fliegendecke

Pferde, die sich auf ihrer Weide oder im Paddock unterstellen können, brauchen oft gar keine Fliegendecken. Aber was, wenn sie empfindlich sind oder in einer Gegend wohnen, in der wirklich viele Bremsen unterwegs sind? Dann würde ich eine gute Fliegendecke mit Bauchlatz und eventuell auch mit Halsteil empfehlen. Einfach dünne Baumwolldecken, die man kurz überwerfen kann, halten auf der Weide nicht lange. Besser sind spezielle Weidefliegendecken, die robust sind und gut sitzen. Es gibt sie aus sehr dünnem und schnell trocknendem Material – letzteres ist nämlich wichtig, falls dein Pferd einmal mit Decke auf der Weide einen Schauer abbekommt.
Wirklich empfindliche Pferde oder Ekzemer sind am besten mit einer speziellen Ekzemerdecke zum Fliegenschutz bedient. Sie hat elastische Abschlüsse an denen kein Krabbeltier vorbeikommt und schützt dein Pferd auch wirklich sicher. Zudem sind sie einfach dafür gemacht, dass Pferde sie tagelang auf der Weide tragen und dementsprechend robust. Ein deutlicher Vorteil!

Fliegenspray und Co.

Natürlich kann man sein Pferd auch mit Anti-Fliegenspray behandeln, wenn es auf die Weide kommt. Aber erfahrungsgemäß schützen diese Mittel nicht allzulange und irgendwann wird der arme Vierbeiner dann doch von Bremsen zerstochen. Ich persönlich nehme solche Sprays nur zum Reiten, da helfen sie durchaus beim Vertreiben der Insekten. Aber sobald ein Pferd schwitzt oder in einen kleinen Schauer gerät, werden sie abgewaschen und unwirksam, weshalb man auf der Weide doch besser zu einem mechanischen Schutz greift.

Fliegenschutz beim Reiten

Beim Reiten haben sich wie bereits beschrieben Anti-Fliegensprays bewährt. Da sie aber leider ihre Wirksamkeit verlieren, wenn das Pferd schwitzt, kann man spezielle Decken zum Reiten nutzen. Sie haben einen Sattelausschnitt und sind meist an der Seite so kurz geschnitten, dass man mit dem Bein gut an das Pferd kommt. Pferde, die besonders viel Mähne haben, brauchen in der Regel keine Ausreitfliegendecke mit Halsteil, bei allen anderen ist man aber meist froh über den zusätzlichen Schutz – gerade dort, wo das Pferd viel schwitzt. Zu Zeiten in denen viele Bremsen unterwegs sind, braucht man übrigens meist beides: ein gutes Fliegenspray und eine Ausreit-Fliegendecke.


Silke Behling

©Ricarda Wowries

Silke Behling ist selbstständige Redakteurin und arbeitet sowohl im Buch- als auch im Zeitschriftenbereich. Ihre Veröffentlichungen reichen von Fachbüchern bis zu Zeitschriftenartikeln. Als Diplom-Pädagogin liegt ihr der Bereich Bildung und Kinder besonders am Herzen, weshalb sie seit vielen Jahren für das Kindermagazin „Piaffino“ schreibt. Zudem bietet sie als ausgebildete Pferde-Physiotherapeutin (DIPO) Akupunktur und Physiotherapie für Pferde und Hunde im Raum Osnabrück an. Ihre Freizeit genießt sie mit ihrem inzwischen 24-jährigen Vollblutaraber El Santee, mit dem sie beim Distanzreiten früher Wettkämpfe bis zu 120 Kilometern bestritten hat, und ihren beiden Hunden Lotta und Easy.


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