So Zeigen Katzen ihre Liebe

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Katzen Liebe

Wir lieben unsere Katzen – keine Frage! Diese weichen Flauschbälle mit ihren einzigartigen Persönlichkeiten, die uns begleiten, allerlei Schabernack veranstalten und dabei so unfassbar süß sind. Wir lieben sie – mit all ihren Special Feature! Aber wie sieht es mit ihnen aus? Wie finden sie das Zusammenleben mit uns und wie können wir erkennen, ob der feline Mitbewohner uns genauso mag wie wir sie oder ihn? Mit diesen eindeutigen Signalen kannst du es erkennen!

Der Wunsch nach Nähe – eine Frage der Persönlichkeit

Eins vorweg: Wieviel Nähe deine Katze zulässt oder ob sie überhaupt von dir gestreichelt werden möchte, ist nicht unbedingt eine Frage ihrer Zuneigung. Sicherlich wünschen sich die meisten Katzenhalter:innen, dass sich der Minitiger gern kuscheln lässt und vielleicht sogar wohlig schnurrend neben oder auf uns liegt, wenn wir es uns gemütlich gemacht haben. Doch ob deine Katze zum Typ „so nah wie möglich“ zählt oder ihre Zuneigung eher auf andere Weise zeigt, ist auch eine Frage ihrer Persönlichkeit und der Erfahrungen, die sie mit Menschen bereits sammeln konnte.

Manche Katzen haben in ihrer Kittenzeit nur wenig oder gar keine positiven Erfahrungen mit Menschenhänden bzw. Streicheleinheiten machen dürfen und tun sich daher im Erwachsenenalter schwer mit menschlicher Nähe. Vielleicht kennt ihr euch auch noch nicht so gut oder deine Katze kämpft mit einer chronischen Erkrankung oder Schmerzen, die ihr Berührungen unangenehm machen. Nichts davon hat mit dir zu tun oder mit der Frage, ob die Katze dich mag. Lass dich daher nicht verunsichern, falls deine Fellnase ihre Zuneigung auf die nicht ganz kuschelige Art zeigt.

Körperkontakt auf kätzisch

Allomarkieren

Im Sozialkontakt sind Gerüche für Katzen DAS Kommunikationsmittel überhaupt. Neben den für uns Menschen eher unangenehmen Urin- oder auch Kratzmarkierungen, verteilen sie über das sogenannte „Allomarkieren“ ihren Eigengeruch über das Reiben an Gegenständen oder Lebewesen wie uns Menschen. Sie zeigen damit, dass wir Teil ihres Zuhauses, ihrer Familie sind. An den Wangen der Katze befinden sich besonders viele Duftdrüsen, über welche die Tiere sogenannte Pheromone (für uns nicht wahrnehmbare Botenstoffe) austauschen – eben auch an uns, wenn sie uns denn sympathisch finden. Dabei reiben sie insbesondere ihr Köpfchen oder auch die Körperflanke an uns, streichen uns um die Beine.

Fällt eine Begrüßung besonders herzlich aus, stupst die Katze uns kurz mit ihrer Nase an, um direkt darauf eine zarte (bei etwas ungeschickteren Gefährten gelegentlich nicht ganz zarte) Kopfnuss zu geben. Das „Köpfchengeben“ ist im kätzischen ein überaus freundliches „Hallo“ und wird nur Sozialpartnern gegeben, die sie wirklich mögen.

Allogrooming

Neben dem beschriebenen Allomarkieren, also dem Verteilen des Körpergeruchs durch Reiben, dient auch das sogenannte „Allogrooming“ dem gemeinsamen Geruchsaustausch und ist damit ebenfalls ein Zeichen von Zuneigung. Bei diesem Verhalten wirst du – mehr oder weniger – ausgiebig von deiner Katze geputzt. Das Putzen übernehmen Katzen bei sympathischen Sozialpartnern besonders an schwer zugänglichen Stellen wie hinter den Ohren oder im Nacken. Bei uns Menschen werden häufig Hände oder Haare ausgiebig geputzt. Umgekehrt ist unser Streicheln das Pendant zum kätzischen Allogrooming: wir „putzen“ quasi unsere Katze.

Ist die Katze im Umgang mit Menschen oder dir im Besonderen sehr entspannt, zeigt sie als Zeichen des Vertrauens eines ihrer empfindlichsten Körperteile: ihren Bauch. Ihre inneren Organe sind dabei weitgehend ungeschützt, der Vertrauensbeweis dir gegenüber ist also besonders groß.

Aber Achtung: eine Katze, die sich vor dir auf den Rücken dreht, möchte nicht unbedingt gestreichelt werden. Oftmals bedeutet diese Geste eine Spielaufforderung, die du je nach Vorliebe der Samtpfote mit einem beherzten Raufspiel (bitte ausschließlich mit einem geeigneten Spielzeug und nie mit deiner Hand, damit die Katze zuverlässig die Beuteattrappe von der verletzlichen Hand unterscheiden kann) oder kleinen Fangenspiel beantworten kannst. Kuschelt die Fellnase gerade mit dir und dreht sich dabei auf die Seite oder Rücken, kannst du vorsichtig den Bauch streicheln und schauen, ob sie die Berührung genießen kann.

Überbleibsel anderer Verhaltensweisen: Milchtritt und Liebesbiss

Treteln

Lässt sich deine Katze beim Kuscheln ganz fallen, können zwei Verhaltensweisen auftreten, die aus anderen Kontexten kommen. Beim Milchtritt stapft und tretelt das Tier mit seinen Vorderpfoten auf der Stelle als möchte es einen Teig durchkneten. Das Verhalten haben diese Katzen aus ihrer Kittenzeit übernommen, wo sie mit dem Treteln den Milchfluss des Muttertiers anregen. Es ist ein Zeichen besonderen Wohlbehagens und wird daher Menschen gegenüber gezeigt, bei denen sich die Katze wohlfühlt.

Liebesbiss

Aus dem Paarungskontext wiederum kommt der sogenannte Liebesbiss, der überwiegend von Katern gezeigt wird. Während des Deckakts beißt das männliche Tier der Katzendame in den Nacken, ohne sie dabei ernsthaft zu verletzen. Kuschelt eine Katze hingebungsvoll, kann es zu diesen Liebesbissen auch uns Menschen gegenüber kommen und ist hier ein Zeichen der Zuneigung. Es wird geschmust und dabei meist sanft, manchmal durchaus etwas grob an den Händen oder anderen Körperteilen geknabbert. Ist dir diese Liebesbezeugung unangenehm, unterbrich den Körperkontakt kurz mit einem „Aua“ und warte bis sich dein liebestoller Schmusetiger etwas beruhigt hat, bevor du weiterstreichelst.

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Carmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


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