Singapura Katze im Rasseportrait

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Singapura KatzeHerkunft und Rassegeschichte

Die Singapura Katze ist eine sehr kleine Katze. Sie ähnelt im Aussehen einer Siamkatze. Vermutlich stammt sie über die Burmakatze von der Siamkatze ab. Es wird berichtet, dass ebenfalls Abessinerkatzen zu den Ahnen zählen. Belastbare Angaben zu den Ausgangsrassen dieser neuen Züchtung sind nicht bekannt. Mit „Singapura“ wurde dieser Katze ein orientalisch klingender Name gegeben; das malaiische Wort für Singapur. Die Singapura ist jedoch eine Züchtung aus den USA, wo man seit den 1970er Jahren versucht, eine Mini-Katze zu kreieren. Ähnlich den Toy-, Teacup- oder Mini-Züchtungen bei Hunderassen wie Chihuahua oder Yorkshire Terrier sind solche Bestrebungen unter Umständen nicht ohne gesundheitliche Risiken für die Tiere.

Eine allzu starke Verzwergung kann einige Körperfunktionen der Katze einschränken. Der Bauplan des Spezies Hund oder Hauskatze ist nur für Größen innerhalb eines gewissen Spektrums nach unten oder oben gemacht. Wie weit das allerdings bei der Singapura zutrifft, ist nicht bekannt. Singapura Katzen mit mehr als 2,5 Kilogramm sollten von diesen Problemen nicht betroffen sein. Für eine fundierte Beurteilung ist sie zumindest in Deutschland schlicht zu selten. Freunde exotischer Rassekatzen können sich jedenfalls freuen, mit der Singapura eine sehr kleine, sehr anmutige Katzenfreundin haben zu können. Im Jahr 2014 erhielt die Singapura Katze die offizielle Anerkennung durch die Fédération Internationale Féline.

Beschreibung

Die Singapura Katze ist eine kleine Kurzhaarkatze. Auffällig sind die feine, seidige Textur ihres Fells sowie ihre ganz spezielle Farbvariation. Es ist nur eine einzige Farbe zugelassen: sepia getickt. Die Farbgebung geht auf die Ausgangsrassen zurück. Burma- und Siamkatze sind so genannte Point-Katzen. Die Fellfarben werden durch eine Mutation erzeugt, einen so genannten partiellen Albinismus, Akromelanismus genannt. Die Fellfarbe ist daher aufgehellt, während an den kühleren Regionen des Körpers wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz die sogenannten Points entstehen, die dunkler gefärbt sind.

Die Kitten werden hell geboren und dunkeln erst später nach. Über die Abessinerkatze kam eine spezielle Genvariante des Akromelanismus in die Zucht, die im Ergebnis den seidigen Eindruck des Fells hervorruft. Die Züchter nennen das Ticking. Bei einem getickten Fell weist jedes einzelne Haar mehrere Bänderungen oder Ringelungen auf. Das Fell insgesamt zeigt aber keine Zeichnung außer eben einer changierenden, seidigen Struktur, bei der Singapura eben: sepia getickt. Die Fellfarbe ist laut Standard manchmal erst mit 2 bis 3 Jahren voll ausgereift. Das Fell soll ferner sehr kurz und eng anliegend sein. Es hat keine Unterwolle. Auffallend sind bei der Singapura die großen, ausdrucksvollen Augen sowie ihre großen Ohren. Die Singapura wiegt zwischen 2,5 und 4 Kilogramm, Kater sind naturgemäß etwas schwerer.

Charakter und Wesen

Durch die Ausgangsrassen Siam und Burma hat die Singapura ein sehr menschenbezogenes, freundliches Wesen. Sie ist einfach eine liebe Rasse und sucht die Nähe ihrer Menschen, zu denen sie eine enge Bindung entwickeln kann. Dabei ist sie eine gute Katzenrasse für Familien. Natürlich sind auch bei einer Singapura Katze die Triebe des Beutegreifers Katze noch lebendig. Sie ist auch kräftiger und fitter als ihr zart erscheinender Körperbau vermuten lässt. Sie hat wache Sinne und gute Reflexe und spielt gerne und ausgiebig. Hierzu bietet der Handel eine Menge geeigneter Katzenspielzeuge wie etwa eine Spielangel oder einen Federstab. Damit können sie ausgiebig spielen. Singapura Katzen bewegen sich gerne einmal in der Natur, jedoch ist ihr Drang dazu im Vergleich zu anderen Katzen nicht sonderlich stark entwickelt. Ideal ist für sie auch ein geschützter Balkon mit Klettermöglichkeiten und einem Unterschlupf.

Haltung

Die Singapura Katze ist eine ideale Rasse um als Hauskatze in der Wohnung gehalten zu werden. Sie ist sehr anspruchslos und genügsam hinsichtlich ihrer Haltungsbedingungen, braucht aber die innige Beziehung zu ihren Zweibeinern. Die Singapura liebt das gemeinsame Erleben mit den Menschen oder den tierischen Partnern in ihrer Familie und muss kein Freigänger sein, um sich rundum wohl zu fühlen. Sie will aber nicht gerne lange alleine gelassen werden. Gerne hat sie eine passende zweite Katze an ihrer Seite. Singapura Katzen sind ausgesprochen umgänglich und vertragen sich sehr gut mit anderen tierischen Hausgenossen. Allerdings sollten beide, Katze und zum Beispiel ein Hund, mit etwas Geduld aneinander gewöhnt worden sein. Die Spielpartner einer Singapura Katze sollten aber nicht allzu derb mit dieser anmutigen Schönheit umgehen.

Erziehung

Die Singapura lässt sich gut erziehen. Stammt sie von einem seriösen Züchter, der Elterntiere und Kitten gut betreut und sozialisiert hat, so wird sie sich von selber in die Regeln und Gewohnheiten ihrer Familie einfügen. Mit etwas Anleitung wird sie schnell und problemlos stubenrein.

Pflege und Gesundheit

Das seidige Fell der Singapura Katze sollte regelmäßig gebürstet werden. Es ist jedoch relativ pflegeleicht da es wegen der fehlenden Unterwolle nicht zum Verfilzen neigt.

Rassetypische Krankheiten

Zuchten dieser Rasse leiden naturgemäß unter der Gefahr starker Inzucht. Das führt nicht selten zu Immunschwächen, Kränklichkeit und verkürzter Lebenserwartung. Bei der Singapura können eine Reihe von züchterisch verbreiteten Erbkrankheiten auftreten, eine Dokumentation hierzu ist jedoch nicht bekannt.

Ernährung/Futter

Die Singapura Katze ist in der Regel eine für Katzenverhältnisse problemlose Kostgängerin.

Lebenserwartung

Eine Singapura, ohne Inzucht und nicht allzu klein gezüchtet, kann locker mehr als 12 Jahre alt werden. Inzucht kann die Lebenserwartung dieser Katzenrasse drastisch verkürzen.

Singapura Katze kaufen

Willst du dir eine Singapura zulegen, solltest du beim Züchter darauf achten, dass Elterntiere und Kitten in guten Verhältnissen insbesondere mit einer engen sozialen Anbindung an die menschliche Familie aufwachsen. Du solltest dir den Stammbaum anschauen. Hier sollte keine Ahne zweimal vorkommen, um allzu starke Inzucht auszuschließen. Beide Elterntiere sollten nicht weniger als 2,5 Kilogramm auf die Waage bringen. Singapura Kitten haben einen besonders verführerischen Charme. Davon solltest du dich beim Kauf aber nicht verleiten lassen. Eine seriös gezüchtete Singapura sollte um die 700 Euro bis 1500€ kosten.

 


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Susanne Friedrichs sagt:

    Sehr geehrter Herr Jung, mit dem Preis von 700 Euro verbreiten Sie Falschinformationen und Irritation unter den Kitteninteressenten. Eine Singapura Katze ist von einem seriösen Züchter niemals unter 1000 Euro zu haben, meist kostet sie sogar um die 1500 Euro. Der Preis von 700 Euro trifft auf höchstens auf Singapura- Mix- Kätzchen zu, die aus „Schwarzzuchten“ stammen oder Rassen, die in größerer Häufigkeit gezüchtet werden. Außerdem lautet die korrekte Farbbezeichnung der Singapura nicht „sepia getickt“, sondern „sepia agouti“ (auch wenn dies „getickt“ bezeichnet). Ich bitte Sie höflich um eine Korrektur dieser Angaben.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Susanne,

      danke dir für deinen Kommentar.
      Wir nehmen deine Kritik ernst und prüfen nun eine gegebenenfalls erforderliche Anpassung.

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

    2. ZooRoyal sagt:

      Hallo Susanne,

      durch Rücksprache mit Christoph Jung (Autor dieses Beitrags zur Singapura) haben wir folgendes in Erfahrung bringen können:

      – Die offizielle Farbbezeichnung der Singapura durch die Fédération Internationale Feline (FiFe) laute: „Nur seal sepia getickt“. Jede andere Farbe als sepia getickt gelte laut FiFE als Fehler.
      – In Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage möge es sein, dass zuweilen 1500€ für ein Kitten dieser Rasse realisiert werde. Vom züchterischen Aufwand dagegen sei der Preis nicht darstellbar. Christoph Jung hat sich daher damit einverstanden erklärt, dass wir statt „700€“ im Beitrag nun „700 bis 1500€“ schreiben.

      Die Anpassung des Textes haben wir daher bereits vorgenommen und danken dir für deine Anmerkung.

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

  2. Susanne Friedrichs sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren vom Zooroyal Team,
    ich verstehe wirklich nicht, wie Herr Jung auf einen solchen Preis kommt! ich selbst züchte seit mehreren Jahren Singapuras (meine Cattery heißt „of Tiny Lions“ und ist registriert beim Delicat e.V.) und ich kann Ihnen versichern, dass im gesamten deutschsprachigen Raum kein seriöser Züchter seine Kitten für UNTER 1000 Euro abgibt (und ich kenne sie alle). Vielmehr ist es so, dass ein Kitten regelmäßig zwischen 1200 und 1500 Euro „kostet“ (wenn man denn bei einem Lebewesen schon vom „Preis“ sprechen will). Ich selbst spreche lieber von „Kostenrückerstattung“, denn entgegen der nicht korrekten Angaben von Herrn Jung (der schließlich kein Singapurazüchter ist!), ist der Aufwand, der für die Zucht von körperlich gesunden, seelisch stabilen und charakterlich wesensfesten Singapurakitten nötig ist, überhaupt nicht mit dem anderer Rassen zu vergleichen. Aufgrund des schmalen Genpools dieser Rasse ist es außerordentlich schwierig, zueinander passende Paarungspartner zu finden, so dass der Züchter einen immensen Aufwand betreiben muss, um z.B. an einen geeigneten Zuchtkater (wenn, wie in meinem Fall, die Mädchen aus der eigenen Zucht stammen) zu kommen (dementprechend an passende ZuchtkätzInnen, wenn der Kater selbst gezogen ist). Da, wie gesagt, in Deutschland fast alle Tiere miteinander verwandt sind, muss also der Zuchtpartner meist aus dem Ausland „importiert“ werden (mein Kater stammt aus russischen und polnischen Linien). Das macht zum einen hohe Reisekosten erforderlich(denn schließlich lässt man sich ein solches Tierchen ja nicht per Versand schicken!), zum anderen muss man für ein zur Zucht zugelassenes Tier regelmäßig das Doppelte bezahlen (wir haben für unseren Kater rund 3000 Euro bezahlt). Dann geht es weiter: aufgrund der Kleinheit und Zartheit der Rasse hat der Züchter gehäuft mit schwierigen Geburten zu rechnen. Gleich meine ersten beiden Geburten verursachten aufgrund erforderlicher Kaiserschnitte hohe OP- Kosten, bei der einen Kätzin sogar den doppelten Betrag, da der Eingriff in der Notfallsprechstunde vorgenommen werden musste (rund 1000 Euro). Die „Ausbeute“ beider Kaiserschnitte: zusammen gerade einmal drei Babys (ein Zweierwurf und ein Einzelkind). Aber auch, wenn es zu einer normalen Geburt kommt, ist der Aufwand für den Züchter enorm. Selten gebiert die Singapura Kätzin so unkompliziert wie eine Hauskatze oder die Kätzin einer großen Rasse wie z.B. der Maine Coon, da die Babys, so winzig sie sind, immer noch recht groß sind im Verhältnis zum Körper der Mutter (vgl. Schäferhund- Chihuahua). Das heißt für den Züchter: dabeibleiben, gut aufpassen und ggf. homöopathisch oder manuell unterstützend eingreifen. Jeder seriöse Singapura Züchter kennt das nächtelange Warten, den Stress, die Angst und die Müdigkeit, die sich anfühlt, als hätte man die Babys höchstselbst zur Welt gebracht! Wenn die Babys dann glücklich da sind, geht es erst richtig los. Die Kleinen sind winzig (Geburtsgewicht ca. 66 g) und unglaublich zart und zerbrechlich, wie aus Porzellan. Sie brauchen extra viel Wärme und besondere Überwachung, denn ein Baby, das nicht ausreichend von der Mutter versorgt wird, stirbt sehr rasch an Unterkühlung. Auch die erwachsenen Tiere brauchen aufgrund der hohen Körperoberfläche immer ausreichend Wärmezufuhr, so dass Stromgeizen ein NoGo ist (eine Singapura als „Wüstenkatze“fühlt sich am wohlsten bei einer Raumtemperatur zwischen 24 und 27 Grad). Ist die Mutter nicht willens oder imstande, die Kitten zu säugen (z.B. nach einem Kaiserschnitt, der, wie gesagt, bei dieser Rasse häufiger als bei anderen Rassen vorkommt), muss der Züchter die Kitten mit der Hand aufziehen. Ich bin sicher, hätte Herr Jung dies nur ein einziges Mal bei einem Wurf gemacht, er würde niemals die Äusserung tätigen, der „Preis“ für ein Singi- Kitten ließe sich züchterisch nicht darstellen. ich möchte also höflich um die Unterlassung solcher Aussagen bitten, denn sie schadet uns seriösen Züchtern und dem Image der Rasse.
    Bezüglich der Farbe bleibt festzuhalten, dass die korrekte Farbbezeichnung, wie bereits erwähnt, „Seal sepia agouti“ bzw. verkürzt „sepia agouti“ lautet, so, wie sie regelmäßig auch in den Stammbäumen eingetragen wird. Richtig ist, dass dies die einzige zugelassene Farbe ist (was ich auch nicht moniert habe), wobei es durchaus große Unterschiede im Ausfallen dieser Farbe gibt. So gibt es z.B. Tiere, die das Farbspiel in einem warmen, gold anmutenden Ton zeigen, als auch solche, die eine eher kühle Schattierung aufweisen (der Rassestandard bevorzugt zurzeit den warmen Ton). Beide Varianten fallen dann auch noch heller oder dunkler aus, so dass es durchaus ein breites Farbspektrum innerhalb der Rasse und durchaus auch innerhalb einer Cattery gibt (man wartet immer ganz gepannt auf die Farbtöne, wenn sich ein Wurf ankündigt). Richtig ist, dass das einzige Haar getickt ist, also gebändert, ähnlich einem Mikadostab. Nicht richtig ist jedoch, dass dieses Ticking seinen Niederschlag in der Farbbezeichnung findet. Es heißt offiziell „sepia agouti“, nicht sepia getickt- auch, wenn beides im Grunde das Gleiche meint.
    Abschließend bleibt festzuhalten, dass Herr Jung sich Mühe gegeben hat mit diesem Artikel und etliches-z.B. den Charakter der Singapura- korrekt dargestellt hat; dass aber eben auch manches einfach nicht der Wahrheit entspricht- auch, wenn er sich das nicht vorstellen kann. Uns seriösen Züchtern dieser bezaubernden Rasse schadet es jedenfalls enorm, wenn hier falsche „Preis“- Angaben gemacht werden !
    (Die Damen und Herren von der Zooroyal Redaktion möchte ich abschließend noch bitten, mich nicht mit „Susanne“ und „du“ anzusprechen. Vielen Dank!
    (Unsere Website befindet sich zurzeit noch im Aufbau und ist daher nicht vollständig)

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo,

      wir danken für Ihren ausführlichen Kommentar und den Ausdruck Ihrer ganz persönlichen Meinung!

      Viele Grüße
      Ihr ZooRoyal-Team

  3. Susanne Friedrichs sagt:

    Hallo,
    das ist nicht meine ganz persönliche Meinung, das sind einfach die Fakten. Vielen Dank!
    Freundliche Grüße, S. Friedrichs

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