Zwergpudel im Rasseportrait

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Zwergpudel

Steckbrief

Familienhunde
Herkunft Frankreich Lebenserwartung 14-17 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde Funktion Familienhunde
Größe Kleine Hunderassen Häufige Krankheiten Augenerkrankungen, Epilepsie
Gewicht unbekannt Felllänge mittellang
Charakter/Wesen intelligent, freundlich Fellfarbe weiß, schwarz, braun
Besonderheiten

Anfängerhund, haart wenig, leicht erziehbar

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Zwergpudel aus?

Der Zwergpudel ist ein kleiner Hund von sehr eleganter, harmonischer Gestalt. Der Zwergpudel ist, wie der Name schon sagt, ein kleiner Vertreter des Pudels. Doch er ist ein ganzer Pudel, nur eben in einer kleineren Ausgabe. Auch wenn man es dem Zwergpudel auf den ersten Blick kaum ansieht: Der Pudel war ein vielseitiger Arbeitshund. Und das bereits seit Urzeiten. Sein Gang wirkt leicht, sein Blick ist wach. Kennzeichnend für das Äußere des Zwergpudels ist – wie bei allen Pudel-Varianten – das lockige, gekräuselte Fell. Die Wolle soll dicht und von gleichmäßiger Länge sein. Sie soll ebenmäßige Locken bilden. Das Fell soll elastisch sein und dem Druck der Hand widerstehen. Ein Zwergpudel hat keinen jahreszeitlichen Fellwechsel. Der Nachteil ist, dass das Fell immer weiter wächst und daher regelmäßig geschoren werden muss. Der Vorteil ist, dass der Zwergpudel kaum haart. Das weiß jeder erfahrene Hundehalter zu schätzen. Das gilt besonders bei einem so kleinen, putzigen Hund wie dem Zwergpudel, den man gerne mal trägt. Oft wird behauptet, dass ein Zwergpudel deshalb für Allergiker tauglich sei. Dass er keinen Fellwechsel hat und wenig haart spricht für diese Annahme. Aus Sicht der Wissenschaft wird es noch bezweifelt, da bei den Allergien nicht alleine die Haare eine Rolle spielen. Die Farben eines Zwergpudels sind schwarz, braun oder weiß. Die speziellen Schuren sind eine weitere Besonderheit des Pudels. Es ist sicher Geschmackssache, sich an einem Hund mit Löwenschur erfreuen zu können. Allerdings werden die Hunde kaum wegen einer Schur zu leiden haben. Hauptsache sie dürfen weiter Hund sein und auch einmal bei Regen durch Wiesen und Wälder toben ohne Atemnot oder anderen Gebrechen.

Wie groß ist ein Zwergpudel?

Der Standard schreibt für den Zwergpudel eine Widerristhöhe von 28 bis 35 Zentimetern vor. Das unterscheidet ihn von den anderen Vertretern der Gruppe der Pudel.

Wie alt wird ein Zwergpudel?

Der kleine Pudel erfreut sich einer stattliche Lebenserwartung von 14 bis 17 Jahren und ist oft noch im hohen Alter fit.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat Zwergpudel?

Der Zwergpudel wir meist unterschätzt. Er ist ein Kleinhund und ein oft gehätschelter Begleiter. Warum nicht? Aber er kann viel mehr. Und hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit steckt er viele andere Vertreter seiner Spezies locker in die Tasche. Seine außergewöhnliche Intelligenz erkannten bereits die Zirkusleute im Mittelalter. Der Zwergpudel als kleinste gesunde Variante seiner Hunderasse ist ein ganz hervorragender Familienhund. Er ist ebenso ein absolut idealer Partner für Singles ob jung oder alt. Er hat eine überdurchschnittliche Lernfähigkeit und zugleich hohe soziale Kompetenz. Der kleine Pudel ist bewegungsfreudig und sucht die geistige Herausforderung, eben ein cleverer Partner. Trotzdem ist er ausgesprochen anpassungsfähig, freundlich und für so ziemlich jeden Lebensstil geeignet.

Brauner ZwergpudelHerkunft & Geschichte

Wo kommt der Zwergpudel ursprünglich her?

Der Zwergpudel entstammt einer uralten Hundefamilie. Zu den wesentlichen Aufgaben seiner Vorfahren zählte die Wasserjagd. Er stöberte nach Enten, trieb sie aus dem Schilf und apportierte eine von Jäger erlegte. In Frankreich nennt man den Pudel Caniche. Da liegt die Verbindung zu „Canard“, dem französischen Wort für Ente nahe. Das deutsche Wort Pudel soll aus dem altdeutschen „Pfudel“ für Pfütze oder Froschteich stammen. Der Pudel war ein in ganz Europa verbreiteter Jagdhund. Aber er hatte noch weitere Arbeitsgebiete. Schon römische Schriftsteller lobten die Kunst dieser Hunde. Die Pudel waren über viele Jahrhunderte hinweg die Hunde der Gauckler und Zirkusleute. Ihre Lernfähigkeit, ihre Bereitschaft, für den Menschen zu Arbeiten waren hoch geschätzt und legendär. Unzählige Schriften loben seit dem Mittelalter die Cleverness dieser Hunde. Der Pudel ist wie kaum ein anderer Hund in die deutsche Kultur eingebunden. In der deutschen Sprache kann man wie ein „begossener Pudel“ aussehen. Goethe ließ Faust erkennen: „Das also war des Pudels Kern!“ Schon früh interessierte sich die moderne Rassehundezucht für diesen auch von seiner äußeren Erscheinung besonderen Hund. Lange Jahre stritten sich Frankreich, Russland und Deutschland darum, welches als Ursprungsland dieser Hunderasse gelten soll. 1889 wurde der erste Standard aufgeschrieben. Nachdem Deutschland offiziell verzichtet hatte wurde Frankreich das so genannte Patronat für den Pudel zugestanden. Der Einfluss Frankreichs blieb aber eher gering. Deutschland hat den europaweit größten und wichtigsten Pudelverein und England gewann den größten Einfluss auf den Standard. England betrieb dann auch die Zulassung der weitere Verzwergung von Pudelmischlingen als so genannte Toy-Pudel. Hier wird die Verzwergung bis hin zur Qualzucht betrieben. Der Zwergpudel ist glücklicherweise von dieser Tendenz nicht betroffen. Er hat gesunde Maße für einen Hund. 1893 wurde in München der Allgemeine Deutsche Pudelclub, 1896 in Hamburg der Deutsche Pudel-Klub gegründet. Um 1900 begann die gezielte Zucht nach Rassestandard. Der Zwergpudel kam um 1930 hinzu.

Beliebte Mixe

Durch seine Intelligenz, sein freundliches, soziales Wesen und seine robuste Gesundheit und schließlich sein Fell wird er gerne für Mixe genutzt. So entstand der erste Designer-Dog mit einem Pudel, um so einen Hund für Asthmatiker zu schaffen, den Labradoodle. Auch in Tierheimen finden sich oft Pudelmixe.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie pflegt man einen Zwergpudel am besten?

Ein Zwergpudel ist sehr pflegeleicht. Er sollte allerdings mehrmals die Woche gründlich gebürstet werden. Er muss alle sechs bis acht Wochen geschoren werden. Sein regelmäßiges Bürsten kann man so gestalten, dass es die Bindung zwischen Hund und Halter fördert.

Gibt es beim Zwergpudel rassetypische Krankheiten?

Der Zwergpudel hat in der Regel eine gute, robuste Gesundheit. Bei den Zwergpudeln sehen wir gehäuft prcd-PRA, eine erblich bedingte Augenkrankheit, die zum Erblinden führt, ähnlich dem Grauen Star beim Menschen. Ferner sehen wir Probleme mit der Kniescheibe (Patella), zuweilen auch Epilepsie. In der seriösen Zucht werden Zuchthunde vor ihrem Einsatz auf diese Erbkrankheiten hin geprüft und das auch gegenüber dem potenziellen Welpenkäufer ungefragt dokumentiert.

Welches Futter ist für einen Zwergpudel am besten?

Der Zwergpudel stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Auch er mag wie ein richtiger Hund gefüttert werden mit frischem Fleisch und hie und da einem Knochen.

ZwergpudelAktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Zwergpudel?

Der Zwergpudel ist einer der wenigen Hunde, mit den man Hundesport und viele andere Unternehmungen ganz hervorragend anstellen kann, der aber solche Aktivitäten nicht einfordert und auch nicht unbedingt braucht, um sich wohl zu fühlen.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Zwergpudel kaufen?

Willst du einen Zwergpudel-Welpen kaufen, so solltest du dich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der einem der Pudel-Zuchtvereine im VDH angeschlossen ist und seine Hunde vor dem Zuchteinsatz auf die o.a. Erbkrankheiten geprüft hat. Seriöse Züchter werden dir gerne umfassend Auskunft geben und den Wurf, die Eltern und alle anderen wichtigen Dinge gut nachvollziehbar dokumentiert zeigen. Du kannst dich auch im Tierheim nach einem Zwergpudel oder dessen Mixe umschauen.

Erziehung und Haltung

Passt ein Zwergpudel zu mir?

Der Zwergpudel ist ausgesprochen anspruchslos in seiner Haltung. Er braucht die enge Bindung zu seinen Menschen und eben die recht aufwändige Pflege seines Fells. Der fehlende Fellwechsel und damit verbunden die Tatsache, dass er kaum haart sind auf der anderen Seite ein nicht zu unterschätzender Komfort. Hundehalter wissen, wie nervend es sein kann, aus dem Polstermöbeln, dem Auto, dem gerade frisch angezogenen Kleid die Hundehaare herauszupoolen. Diesen Ärger macht der Pudel nicht. Auch ansonsten ist er völlig problemlos in der Haltung. Er macht sich in der Etagenwohnung einer Großstadt ebenso gut wie in einer Villa mit großem Garten. Wichtig ist, dass man den Zwergpudel als Partner ernst nimmt. Er ist ein äußerst angenehmer und zugleich praktischer Begleiter gleich wo man mit ihm hingeht, ob in einem feinen Restaurant oder Hotel oder mitten in einer hektischen Großstadt.

Der Zwergpudel lässt sich ausgesprochen gut erziehen. Er zählt wo zu den Hunden, die sich am leichtesten und besten erziehen lassen. Trotzdem geht das nicht im Selbstlauf. Man muss ihn als Persönlichkeit ernst nehmen. er hat durchaus seinen eigenen Willen und das ist auch gut so. Das macht einen Gutteil seines Charmes. Wenn aber Herrchen oder Frauchen einfühlsam ihre Wünsche äußern, so wird dieser kleine Hund mit viel Gefühl, Verstand und Charakter diesen Wünschen gerne folgen. Der Zwergpudel ist ein Hund, der auch sehr gut von einem hundeunerfahrenen Menschen geführt werden kann.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Zwergpudel ist ein Geheimtipp für alle, die einen vierbeinigen Begleiter suchen. Er verfügt über wirklich alles, was man von einem Hund erwarten kann. Zudem hat er eine robuste Gesundheit.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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