Continental Bulldog im Rasseportrait

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Continental Bulldog

Continental Bulldog

Familienhunde
Herkunft Schweiz Lebenserwartung 10-12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde Funktion Familienhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten unbekannt
Gewicht 20-30 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen freundlich, gutmütig, ruhig, gemütlich Fellfarbe verschieden
Besonderheiten

Anfängerhund, pflegeleicht

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Continental Bulldog aus?

Der Continental Bulldog soll an einen englischen Bulldog erinnern und er tut es auch. Er macht es aber im besten Sinne; denn dem Continental Bulldog fehlen die äußeren Merkmale des heutigen Bulldogs, die jedem Tierfreund ein Schaudern den Rücken herunterlaufen lassen. Er ist ein Bulldog ohne Erscheinungen von Qualzucht. Dem Continental Bulldog fehlen die extremen Falten am Kopf, dafür hat er eine deutliche, nicht zu kurze Schnauze. Er hat einen Körper, der nicht so extrem massig und zudem mit kurzen, extrem gestellten Beinen daherkommt. Er hat einen Körper, der ihn frei und unbeschwert laufen lässt. Er kann frei atmen, ohne röcheln zu müssen und das auch nach körperlicher Anstrengung. Seine Rute ist gerade und nicht verkrüppelt. Kurz, es ist eine gesund gebaute Bulldogge. Sein offizieller Standard enthält keinerlei Vorschriften, die zum Nachteil des Wohls und der Gesundheit der Hunde ausgelegt werden könnten. Im Übrigen sehen die Continental Bulldogs den historischen, noch arbeitenden Bulldogs bis etwa 1800 sehr viel ähnlicher als ein heute fast zum Krüppel verzüchteter Bulldog, der auf den offiziellen Ausstellungen Championate gewinnt.

Das Fell ist sehr kurz, eng anliegend, glänzend mit feiner Unterwolle. Alle Farben, die von Schwarz begleitet werden, sind erlaubt. Die Verteilung spielt keine Rolle. Nur Blau ist nicht erwünscht, da diese Fellfarbe in der Regel durch einen Gendefekt erzeugt wird, der auch negative gesundheitliche Folgen haben kann.

Wie groß ist ein Continental Bulldog?

Der Standard schreibt eine Widerristhöhe für Rüden von 42 bis 46 und für Hündinnen von 40 bis 44 Zentimetern vor. Als Gewicht werden je nach Größe 20 bis 30 Kilogramm vorgegeben.

Wie alt wird ein Continental Bulldog?

Ein Continental Bulldog hat eine Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren. Belastbare Werte liegen bei einer so jungen Hunderasse naturgemäß noch nicht vor.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Continental Bulldog?

Der Continental Bulldog ist wie der Bulldog freundlich und liebenswürdig. Viele Bulldogfreunde schätzen oder schätzten an dem originalen Bulldog besonders dessen einmaligen Charakter voller Gegensätze, grimmiger Ernsthaftigkeit und voller überschäumender Herzlichkeit den Menschen gegenüber. Das typische Wesen einer Hunderasse zu formen, ist eine viel größere züchterische Herausforderung als deren äußere Merkmale. Soweit bekannt hat der Continental Bulldog vieles vom Wesen des alten englischen Bulldogs. Er ist ein ruhiger, in sich ruhender Typ mit viel Charme. Er fühlt sich bei seinem Menschen, ob Singles oder Familie mit Kindern am wohlsten. Dort ist er ein liebevoller Partner. Der offizielle Standard fordert sein Wesen treffend als: „Aufmerksam, selbstsicher, freundlich, weder aggressiv noch scheu.“

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Continental Bulldog ursprünglich her?

Der Continental Bulldog ist eine junge Hunderasse aus der Schweiz. Wie der Name schon sagt ist es eine vom englischen Bulldog inspirierte, bulldogartige Hunderasse. Um das Jahr 2000 gab es in der Schweiz Bestrebungen, die darauf hätten hinaus laufen können, die Zucht des Englischen Bulldogs aus Tierschutzgründen zu verbieten. Die Schweizerin Imelda Angehrn war zu dieser Zeit die mit Abstand einflussreichste, größte und bekannteste Bulldog-Züchterin auf dem Kontinent. Vor dem Hintergrund eines möglichen Zuchtverbots kam es zur Gründung einer neuen Hunderasse: Es sollte ein Bulldog in einem gesunden Körper sein. In der Schweiz und besonders in Deutschland fanden sich schnell viele Bulldog-Freunde, die diesen Gedanken unterstützten. Allerdings stellte sich auch die Frage, warum die notwendige Gesundung des Bulldogs über die Begründung einer neuen Hunderasse gehen solle. Imelda Angehrn experimentierte mit der Einkreuzung etlicher Hunderassen, die leider nicht öffentlich dokumentiert wurden. Nach einigen Jahren entwickelte sich schließlich ein einigermaßen gleichmäßiger Typ im Exterieur. Bereits 2005 wurde der Continental Bulldog von der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft offiziell anerkannt. Zehn Jahre später kam die nationale Anerkennung in Deutschland durch den VDH. Durch die Fédération Cynologique Internationale ist der Continental Bulldog noch nicht anerkannt, was aber nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Bisher zeigt der Continental Bulldog eine ausgesprochen erfolgreiche Entwicklung. Glücklicherweise haben viele Hundefreunde den Wunsch nach einer gesunden Bulldogge, frei von der bei ihr verbreiteten Extremzucht, die heute fließend in Qualzucht übergeht. Der Standard formuliert dieses Ziel selbst:

Die Tatsache, dass es noch keinen belastbaren, mittelgroßen Familienhund vom Molosser-Typ gibt, dies aber sehr erwünscht wäre, bezeugen die vielen, begeisterten Liebhaber der noch jungen Rasse. Der Continental Bulldog ist bereit, diese Lücke zu füllen.

So entwickelte sich schnell eine breite Liebhaberschaft um den Continental Bulldog. Das erleichterte es, in dieser kurzen Zeit eine solide Zuchtbasis und Züchtergemeinde aufzubauen, die eine gute Grundlage für das weitere Gedeihen dieser neuen Hunderassen darstellt.

Beliebte Mixe

Der Continental Bulldog ist selbst eine ganz junge Hunderasse, die im Kern einen Mix aus Englischen Bulldogge mit nicht weiter dokumentierten Hunderassen darstellt. Doch anders als die Mixe, die als „Old Englisch Bulldogs“ oder mit ähnlichen Bezeichnungen angeboten werden, repräsentiert er eine gefestigte Hunderasse mit einer kontrollierten Zucht auf hohem Standard.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Continental Bulldog?

Beim Continental Bulldog ist keine besondere Pflege nötig; gelegentliches Bürsten tut Fell und Psyche gut.

Gibt es beim Continental Bulldog rasseytypische Krankheiten?

Bei dieser noch jungen Hunderasse sind bisher keine speziellen Krankheiten dokumentiert.

Welches Futter ist für einen Continental Bulldog am besten?

Der Continental Bulldog ist oft verfressen, was eine kalorienarme Ernährung sinnvoll machen kann. Hierfür bietet der Fachhandel spezielles Futter an. Wie die meisten Hunde mag er auch mal einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch. Der Continental Bulldog eignet sich auch zum Barfen.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Continental Bulldog?

Der Continental Bulldog bewegt sich sehr gerne, auch in der Natur. Wie alle Hunde sollte er bei Aufregung dazu noch Hitze auf jeden Fall geschont werden. Glücklicherweise ist er nicht so empfindlich wie der Englische Bulldog.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Continental Bulldog kaufen?

Wenn du dich für einen Continental Bulldog interessierst, solltest du dich vor Ort bei einem Züchter des Allgemeinen Continental Bulldog Club oder des Continental Bulldog Club Schweiz umschauen. Auch im Tierheim kannst du zuweilen einen bulldoggigen Vierbeiner finden. Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin, nach Absprache, vor Ort anschauen können.

Continental BulldogErziehung und Haltung

Passt ein Continental Bulldog zu mir?

Der Continental Bulldog stellt keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. Er ist ein rundherum pflegeleichter, genügsamer Kumpel. Er kann in einer Etagenwohnung gehalten werden, besser ist jedoch in einem Haus mit Garten. Er liebt seine täglichen Spaziergänge, die er auch braucht, um fit zu bleiben. Er ist ein problemloser Begleiter auf Reisen oder in der Gaststätte. Er benimmt sich einwandfrei und kann auch mal ein paar Stunden auf dem Zimmer gelassen werden. Bei Hitze sollte man ihn nicht fordern. Der Continental Bulldog ist ein idealer Familienhund. Die soziale Einbindung in die menschliche Familie und die Teilnahme an deren Leben ist für ihn das Größte. Er hat keine angeborenen Verhaltensweisen, etwa einen Hüte- oder Schutztrieb, die sich problematisch entwickeln könnten. Auch mit anderen Haustieren verträgt er sich in der Regel gut. Der Continental Bulldog lässt sich auch von einem engagierten Anfänger mit Hundeverstand halten. Man sollte aber fest auf den Beinen stehen, denn der Continental Bulldog kann, wie alle Bulldoggen, auch einmal kräftig in die Leine gehen. Grundlage seiner Erziehung ist ein liebe- und vertrauensvolles Verhältnis zu Herrchen und Frauchen. Kommandostil ist voll kontraproduktiv. Wir Menschen müssen seine Eigenwilligkeiten und gelegentliche Sturheit mit Humor nehmen. Der Continental Bulldog lässt sich gut führen, ist aber kein Befehlsempfänger. Allerdings braucht der sehr kräftige und zuweilen stürmische Vierbeiner klare Grenzen und Regeln, die eisern eingehalten werden müssen. Denn wenn er etwas will, kann er sehr hartnäckig sein. Der Bulldog will seinen Menschen gefallen, prüft aber jede Anweisung auf Sinnhaftigkeit. Ein vertrauensvolles Verhältnis, gute Kenntnis seiner individuellen Persönlichkeit und deren Respektierung können die Grundlage eines ausgesprochen harmonischen Mensch-Hund- Teams sein, das eine große Bereicherung des Lebens ist.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Continental Bulldog ist eine gesunde Alternative zu seinem heute leider von der Zucht gebeutelten Original, dem englischen Bulldog.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Alex sagt:

    Leider bekommen alle Continental Bulldogs vom Vdh leere Stammbäume ohne Vorfahren, so genannte Registerpapiere. Der Hund muss nur wie ein Conti aussehen und wird dann nach einem optischen Phänotyp Gutachten in die Rasse aufgenommen. So sind auch Mischlinge, Old English Bulldogs und ähnliches in die „offizielle“ Vdh/ Fci Population aufgenommen worden… Ebenso könnten auch 2 Geschwister oder eng Verwandte miteinander verpaart werden und es kann anhand des Stammbaums nicht festgestellt werden… Wie da eine Zuchtplanung möglich sein soll ist fraglich

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Alex,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wir prüfen dein Feedback und nehmen ggf. Ergänzungen vor.

      Viele Grüße,
      dein ZooRoya-Team

  2. Alex sagt:

    Danke fürs veröffentlichen.
    Habe selbst einen Rüden der im Vdh die komplette Zuchttauglichkeit und nationale + internationale Ausstellungstitel erreicht hat. Ist ein reiner Continental Bulldog, aber das hätte auch mit jedem optisch ähnlichem Hund funktioniert. Sein Stammbaum ist jetzt komplett ohne Vorfahren oder irgendwelchen anderen Daten dazu…
    Das hat mit der ursprünglichen Population der Rasse von 2001 nicht mehr viel zu tun

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