Asthmawarnhund

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Asthmawarnhund
Unsere Hunde sind treue Begleiter, Seelentröster und Retter in der Not. Sie unterstützen uns bei Krankheiten wie Diabetes oder bei Sehbehinderung. Dabei erledigen sie manchmal nur Kleinigkeiten, um den Alltag leichter und lebenswerter zu machen. Mittlerweile können sie auch bei der Erkrankung Asthma eingesetzt werden. Einen Asthmaanfall rechtzeitig erkennen und dem Menschen anzeigen zu können, steht beim Asthmawarnhund an erster Stelle.

Was bedeutet Asthma für uns?

Asthma ist eine weit verbreitete Krankheit und gehört zu den chronischen Atemwegserkrankungen. Menschen, die an Asthma erkrankt sind, haben Schwierigkeiten in alltäglichen Situationen normal zu atmen. Dabei können je nach Schweregrad und Ursache verschiedene Symptome vom Patienten gezeigt werden. Von Kurzatmigkeit, anfallartiger Atemnot über nicht enden wollenden Husten bis hin zum nächtlichen Erwachen auf Grund von Atemnot oder rasselnden Pfeifgeräuschen kann alles dabei sein.

Die Atemwege der Patienten sind beim Asthma chronisch entzündet und reagieren daher empfindlich auf bestimmte Reize. Diese Reize können von außen auf den Körper einwirken oder mit der Luft schlichtweg eingeatmet werden. Zu den beeinflussenden Faktoren können beispielsweise kalte Luft, Staub und auch Schimmel, Pollen, aber genauso gut Stress, körperliche Belastung oder grippale Infekte zählen.

Asthma kann also verschiedene Ursachen haben und sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark entwickeln und präsentieren. Es wird zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma oder einer Mischform aus beidem unterschieden. Aber egal um welches Asthma es sich auch handelt, in diesem Moment ist es für den Menschen sehr emotional, stressig und vielleicht sogar lebensbedrohlich. Der Alltag des Betroffenen verändert sich. So musst du je nach Schweregrad regelmäßig Medikamente einnehmen und ein Notfallspray für unterwegs immer bei dir führen. Ein Asthmawarnhund an deiner Seite kann dir neben einer entsprechenden Therapie helfen das Leben und deinen Alltag leichter und auch lebenswerter zu machen.

Was macht ein Asthmawarnhund?

Ein Asthmawarnhund ist ein Lebensretter auf vier Pfoten. Seine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, seinen Besitzer frühzeitig vor einem bevorstehenden Asthmaanfall zu warnen. Somit hat dieser noch die Chance, seine Medikamente rechtzeitig einnehmen zu können. Das kann für dich als Patient eine große Hilfe sein. Vielleicht trägst du Zuhause nicht immer dein Notfallspray bei dir oder vergisst es auch mal bei einem Spaziergang mitzunehmen. Gerade bei Kindern ist ein Asthmawarnhund sehr sinnvoll. Denn Kinder und auch Jugendliche wollen vielleicht nicht immer das Spray bei sich haben oder vergessen es ganz einfach beim Spielen.

Damit die Menschen verstehen, was der Asthmawarnhund ihnen mitteilen will, und dass es wirklich ernst ist und kein Spiel, kann der Vierbeiner verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Manche Hunde fangen beispielsweise an den Menschen mit der Nase anzustupsen. Andere Hunde hingegen legen ihre Pfote auf Arm oder Bein. Egal welches Verhalten zum Anzeigen gefördert wird, der Mensch muss es als Warnsignal identifizieren können und auch wollen.
Zusätzlich kann einem Asthmawarnhund auch beigebracht werden, die nötigen Medikamente zu holen. In der Regel sind das Notfallsprays, die die Bronchien erweitern und dem Menschen das Atmen erleichtern. Dieses sollte für den Hund jedoch erreichbar positioniert werden. Nur so kann er das Spray auch schnellstmöglich holen. Des Weiteren wäre es sogar möglich, den Vierbeiner ein Telefon holen und zum Halter bringen zu lassen. Dieser könnte dann telefonieren und Hilfe rufen.

Asthmawarnhund – eine Berufung

Die Vorstellung, dass ein Hund in der Lage ist vor einem Asthmaanfall zu warnen und seinem Halter zu helfen, hört sich gut an. Einen Asthmaanfall jedoch zu erkennen und somit den Menschen zu warnen, ist ein Fulltimejob für den Vierbeiner. Er muss also 24/7 ein Warnhund sein und auf seinen Besitzer achten. Dies ist durchaus sehr anstrengend für den Hund. Natürlich hat er auch Pausen, aber eine latente Präsenz spielt immer eine große Rolle.

Was muss ein Asthmawarnhund lernen?

Wenn ein passender Hund gefunden wurde, kann das Training mit Hund und Mensch beginnen. Mit Hilfe eines Assistenzhundetrainers kann das Team dann lernen, was wichtig für die gemeinsame Zukunft ist. Das gewünschte Warnverhalten wird gezielt gefördert und auch konsequent gefestigt. Schließlich muss der Hund zu jeder Tageszeit zuverlässig anzeigen, wann dem Patienten ein Asthmaanfall droht. Nützliche Hilfestellungen, wie das Bringen von dem Asthmaspray oder des Telefons, werden ebenfalls für den Notfall trainiert.
Wenn du selbst Interesse daran hast, Asthmawarnhunde auszubilden oder Mensch-Hund-Teams zu begleiten, kannst du dich in speziellen Ausbildungszentren dafür anmelden. Dort kannst du eine Ausbildung zum Assistenzhundetrainer machen.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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