Dürfen Katzen Blaubeeren essen?

Verfasst von Thomas Brodmann
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Katze sitzt am Fenster neben verschiedenen Obstsorten, darunter Blaubeeren.

Katzen dürfen eine kleine Menge Blaubeeren essen. Die Früchte sind für sie nicht giftig. Allerdings solltest du bedenken, dass Katzen von Natur aus Fleischfresser sind. Für eine optimale Nährstoffversorgung benötigen sie kein Obst. Im Gegenteil: Zu viel kann schnell zu Verdauungsproblemen führen.

Wie viele Blaubeeren darf eine Katze fressen?

Auch wenn Blaubeeren grundsätzlich unbedenklich sind, sollten Katzen nur eine sehr kleine Menge davon bekommen. Beeren enthalten Ballaststoffe und Fruchtzucker, die Katzen nicht gut verwerten können. Während Erdbeeren und Himbeeren ungefähr 2 Gramm Fruchtzucker (pro 100 Gramm) beinhalten, weisen Blaubeeren 3,2 Gramm Fruchtzucker pro 100 Gramm auf. Eine zu große Menge dieser süßen Früchte kann zu Verdauungsproblemen führen. Belasse es daher bei ein bis zwei Blaubeeren pro Tag – maximal zweimal pro Woche. Solltest du feststellen, dass der Kot deiner Katze weicher wird, verzichte komplett auf die Fütterung von Beeren.

Dürfen Kitten Blaubeeren essen?

Kitten sollten keine Blaubeeren essen. Sie besitzen ein sehr empfindliches Verdauungssystem, das schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Den Nährstoffbedarf von Kitten kannst du am besten durch ein hochwertiges Kittenfutter decken. Gutgemeinte Fütterungen drumherum bewirken oft genau das Gegenteil. Verzichte daher auf Futterexperimente und bringe junge Katzen gar nicht erst auf den Geschmack. Hin und wieder ein katzengerechtes Leckerli ist wunderbar, Obst sollte dagegen nicht in ihrem Futternapf landen.

Bei Durchfall können Kitten schnell dehydrieren. In diesem Fall muss frühzeitig ein Tierarzt aufgesucht werden.

Sind Blaubeeren gut für Katzen?

Blaubeeren sind sehr nährstoffreiche Früchte, die zahlreiche Vitamine beinhalten:

  • Vitamin C: Stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend
  • Vitamin B: Unterstützt Nervenfunktionen und fördert den Stoffwechsel
  • Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel
  • Vitamin A: Gut für die Augen, Haut und Schleimhäute
  • Antioxidantien: Reduzieren Zellschäden und wirken entzündungshemmend

Auch für Katzen können manche dieser Inhaltsstoffe einen positiven Effekt haben – allerdings nur in sehr begrenztem Umfang. Katzen sind Fleischfresser. Das bedeutet, dass sie alle wichtigen Nährstoffe aus tierischen Quellen herausfiltern können. Blaubeeren liefern keinen essenziellen Beitrag zur Ernährung einer Katze. Im Gegenteil: Zu viel Fruchtzucker und sekundäre Pflanzenstoffe (Ballaststoffe) können sich negativ auf die Verdauung auswirken. Wenn du deine Katze mit einem hochwertigen Alleinfutter verwöhnst, bekommt sie alle Nährstoffe, die sie für ein gesundes Leben benötigt. Möchtest du zudem für ein wenig Abwechslung sorgen, dann gibt es zahlreiche Snacks, die für deine Katze besser geeignet sind als Beeren.

Sind Blaubeeren und Heidelbeeren dasselbe?

Ja, häufig werden Blaubeeren und Heidelbeeren synonym verwendet. Streng genommen könnten mit Heidelbeeren allerdings auch Waldfrüchte gemeint sein. In diesem Fall besteht eine gewisse Gefahr, dass die Beeren mit Parasiten befallen sind. Dies ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber falls du deiner Katze ein, zwei Blaubeeren zum Probieren geben möchtest, dann entscheide dich am besten für Bio-Obst aus dem Handel.

Können Blaubeeren giftig für Katzen sein?

Blaubeeren sind für Katzen nicht giftig. Sie enthalten keine Stoffe, die bei Katzen zu einer Vergiftung führen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Katzen eine größere Menge davon fressen sollten. Katzen vertragen Obst generell nur begrenzt. Der Grund dafür sind vor allem der Fruchtzucker sowie die Ballaststoffe.

Nicht auszuschließen sind winzige giftige Rückstände auf der Oberfläche der Beeren. Wasche sie daher und entscheide dich am besten für Bio-Obst, wenn du deiner Katze ein, zwei Beeren zum Probieren geben möchtest. Sollten Schwellungen im Maulbereich oder Verdauungsstörungen auftreten, nimm tierärztliche Hilfe in Anspruch.

Welches Obst dürfen Katzen essen?

Obst ist für Katzen nur bedingt geeignet, da ihr Verdauungsapparat auf Fleisch ausgelegt ist. Du solltest insbesondere auf alle Zitrusfrüchte sowie Trauben, Avocado und Kirschen verzichten. In sehr kleiner Menge kannst du deiner Katze gelegentlich einmal ein Stückchen Banane, Melone, Apfel (entkernt) oder Blaubeere geben.

Bedenke jedoch, dass diese Früchte nicht in der Form gesund sind, wie dies bei uns der Fall ist. Ein gutes Katzenfutter versorgt dein Tier mit allen notwendigen Nährstoffen. Eine Ergänzung mit Obst ist nicht notwendig.

Was passiert, wenn Katzen zu viele Blaubeeren fressen?

Wenn eine Katze zu viele Blaubeeren gefressen hat, kann ihr Verdauungssystem mit Beschwerden reagieren. Da Katzen nur begrenzt pflanzliche Nahrung verarbeiten können, kann eine größere Menge Obst zu Magen-Darm-Problemen führen.
Typische Symptome sind:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchgrummeln
  • Blähungen

In den meisten Fällen verschwinden diese Beschwerden nach kurzer Zeit wieder von selbst, sobald der Körper die Früchte verdaut hat. Verzichte jedoch auf eine erneute Fütterung und biete grundsätzlich keine Beeren an, wenn deine Katze übergewichtig ist, an Diabetes, einer Nierenschwäche oder anderen relevanten Krankheiten leidet.

Was sollte ich beachten, wenn ich meiner Katze Heidelbeeren gebe?

Wenn du deiner Katze Heidelbeeren bzw. Blaubeeren anbieten möchtest, solltest du ein paar Punkte beachten, um mögliche Risiken zu minimieren.

✔️ Früchte gründlich waschen
Blaubeeren können Rückstände von Pestiziden, Keimen oder Schmutz enthalten. Wasche sie daher immer gründlich unter fließendem Wasser. Idealerweise verwendest du Bio-Beeren.
✔️ Nur frische Früchte verwenden
Unreife, verdorbene oder verschimmelte Beeren dürfen Katzen keinesfalls fressen.
✔️ Beeren halbieren
Vor allem bei kleineren Katzen kann es sinnvoll sein, die Beeren zu halbieren.
✔️ Langsam herantasten
Gib deiner Katze beim ersten Mal nur eine einzige Blaubeere und beobachte, ob sie die Frucht überhaupt mag und diese verträgt.
✔️ Nur geringe Mengen füttern
Falls deine Katze Gefallen an Blaubeeren findet, sollte die Tagesration dennoch zwei Beeren nicht überschreiten – und das auch nicht täglich, sondern nur gelegentlich einmal.
✔️ Keine gezuckerten Produkte
Blaubeerjoghurt, Marmelade oder andere verarbeitete Produkte sind für Katzen ungeeignet, da sie Zucker und oft weitere Zusatzstoffe enthalten.
✔️ Auf Verdauungsprobleme achten
Falls es zu Verdauungsproblemen kommt oder deine Katze Grunderkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Nierenschwäche, Allergien oder chronische Magen-Darm-Probleme aufweist, verzichte auf die Fütterung von Beeren und anderem Obst.

Fazit

Du darfst einer gesunden erwachsenen Katze gelegentlich ein, zwei Blaubeeren anbieten – sofern sie diese mag und gut verträgt. Der mit Abstand größte Teil ihrer Ernährung sollte jedoch aus einem ausgewogenen, fleischbasierten Alleinfutter bestehen. Der gesundheitliche Nutzen von Blaubeeren ist für Katzen sehr begrenzt, während das Risiko für Verdauungsprobleme bei einer zu großen Menge immer weiter steigt. Setze zum Verwöhnen besser auf gut verträgliche Katzensnacks und verzichte bei Kitten und Katzen mit relevanten Vorerkrankungen komplett auf Beeren.

Quellen

  • Simon, Swanie (2008). BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Drei Hunde Nacht
  • Esch-Völkel, Sylvia (2014). Buntes für den Hund. Kalidor
  • Dr. Bucksch, Martin (2017). Gesunde Ernährung für Hunde: Fertigfutter oder selbstgemacht - gesundes Futter für jeden Hund. KOSMOS Verlag
  • Meyer, Helmut (2016). Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik. Enke

Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

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