Übergewicht beim Hund

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Übergewicht beim Hund

So fällt es Dir leicht, hundgerecht zu füttern.

Jeder dritte Hund in Deutschland leidet an Übergewicht. Und genau wie bei uns Menschen ist Übergewicht beim Hund ein ebenso ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem. Das Gewicht belastet vor allem die Gelenke und das Herz des Tieres – es kann sich nur mit Mühe bewegen und ist damit weniger aktiv, was schließlich in einen Teufelskreis mündet. Denn mangelnde Bewegung führt zu weiterer Gewichtszunahme. Übergewicht beim Hund passiert nicht von selbst. Er lebt nicht von Luft und Liebe, sondern von Bewegung und Futter – und beides verschaffst du ihm.

Stelle Dein Fütterungsverhalten auf den Prüfstand

Wenn es dir schwerfällt, die Futterportion klein zu halten und du ständig das Gefühl hast, deinem Hund eigentlich zu wenig zu fressen zu geben, dann beantworte zunächst folgende Fragen:

  • Was bedeutet Essen für dich? Ist es eine reine Nahrungsaufnahme oder sind die Mahlzeiten des Tages eher kleine Höhepunkte?
  • Gönnst du dir Leckereien zwischendurch, um dich selbst zu trösten oder zu belohnen?
  • Wenn du dich selbst gern mit Naschereien oder kleinen Snacks zwischendurch in stressigen Situationen aufheiterst, dann ist es nur allzu verständlich, dass du auch deinen Hund gern mit ein paar Extras über den Tag verteilt glücklich machen willst. Doch diese Extras summieren sich und führen zu Übergewicht beim Hund

Übergewicht beim Hund – 3 Tipps für eine gesunde Fütterung

Wenn es dir nicht immer leichtfällt, deinem Hund nur so viel zu geben, wie für ihn angemessen und gesund ist, dann können dir die folgenden Tipps sicher dabei helfen, in Zukunft öfter einmal „nein“ zu sagen und das Übergewicht beim Hund in den Griff zu bekommen.

Tipp 1: Füttere, wenn du selbst isst

Vielen Hundehaltern fällt es schwer, selbst zu essen und den Hund mit sehnsuchtsvollem Blick „hungern“ zu lassen. Wenn du zu den Zeiten fütterst, in denen du selbst isst, fällt es dir leichter. Du gerätst nicht in Versuchung, deinem Hund nebenbei ein Häppchen vom Teller zu geben, denn er hat seine Portion ja auch gerade bekommen.

Eine andere Möglichkeit wäre es, den Hund konsequent in sein Körbchen zu verweisen, während du selbst isst. So wartet er nicht hoffnungsvoll unter dem Tisch darauf, dass dir doch etwas vom Teller fällt.

Tipp 2: Nimm eine kleine Schüssel

Hundebesitzer sind oft entsetzt, wie klein die Portionen sind, die sie ihren Vierbeinern geben sollen. Dabei hilft ein ganz einfacher Trick, der auch bei uns Menschen manche Diät erfolgreich unterstützt: Verwende einen kleineren Teller, in diesem Fall natürlich eine kleinere Schüssel! In einer großen Schüssel wirkt die Futtermenge tatsächlich mickrig, in einem kleineren Napf hingegen, der dann mit der gleichen Menge bis zum Rand gefüllt ist, kommt einem das Ganze schon viel reichhaltiger vor.

Extra-Tipp für diejenigen, die Trockenfutter einsetzen: Weiche einmal die übliche Menge Trockenfutter über Nacht in Wasser ein. Du wirst dich wundern, wie viel Futter tatsächlich in den wenigen trockenen Brocken steckt.

Tipp 3: Belohne mit kleinen Stückchen

Um die Gabe von Leckerchen kommt man nicht ganz herum. Sie sind zum einen als Konditionierung bzw. Belohnung notwendig, wenn der Hund etwas lernen soll. Aber noch wichtiger: Wir sind einfach Menschen – und wir Menschen zeigen unsere Zuneigung zu Tieren gerne dadurch, dass wir sie füttern wollen. Egal ob es sich dabei um Pferde auf der Weide handelt, denen wir ein paar Grashalme reichen, ob wir im Winter den Vögeln im Garten Körner hinstreuen oder eben unserem Hund mit einem Keks verwöhnen, um zu zeigen, wie gern wir ihn haben. Dagegen ist nichts zu sagen, solange es sich mengenmäßig im Rahmen hält und nicht das Übergewicht beim Hund unterstützt. Futter zu reichen ist unsere Art  Liebe auszudrücken – der Hund erkennt unsere Zuneigung genauso gut an einem zärtlichen Kraulen oder einem gemeinsamen Spiel.

Wenn du Leckerchen gibst, dann sollten diese klein sein. Die Geste zählt! Teile Kaustreifen in 1 cm breite Streifen – so kannst du beispielsweise im Training mit nur einem Kaustreifen deinen Hund zehnmal loben. Und du kannst sicher sein: Er freut sich über zehn kleine Gaben mehr, weil er öfter etwas bekommt, als über eine einmalige große.

Mein persönlicher Tipp

Es muss nicht immer ein Leckerchen sein

Ich habe in der Küche neben der Dose mit den Leckerchen noch ein kleines Quietsche-Spielzeug liegen. So kann ich jedes Mal, wenn ich zum Keks greifen will entscheiden, ob ein kleines Spiel meinen Hund nicht gerade mindestens genauso glücklich machen würde.

Dann werfe ich kurz einmal das Spielzeug durch das Zimmer oder rangel mit meinen Hunden 2 Minuten um die Wette. So spare ich nicht nur einige Kalorien auf der Speiseliste meiner Hunde ein, sondern mache sie sogar noch ein bisschen glücklicher, als es mit einem Hundekeks zwischendurch möglich gewesen wäre.

 


Dieser Text wurde erstellt in Zusammenarbeit mit Regina Rademächers:

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