Vogelfutter selber machen

Vor allem im Herbst und Winter eine tolle Beschäftigung: Vogelfutter selber machen! Von diesem DIY profitieren nicht nur die Vögel, sondern auch du: Du sparst Geld, kannst eine Menge Spaß haben und du hast die Kontrolle über die Qualität der Inhaltsstoffe. So verhinderst du, dass sich unerwünschte Samen im Futter befinden könnten, die sich stark ausbreiten, wie die Ambrosiasamen, ein wucherndes Unkraut, das starke Allergien auslösen kann. Wir zeigen dir hier, wie du dein Vogelfutter in wenigen Schritten selber machen kannst.

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Sollten Vögel ganzjährig gefüttert werden?

Wenn es um das Füttern von Vögeln geht, driften die Meinungen weit auseinander, denn es gibt sowohl positive wie auch negative Aspekte, die mit dem füttern von Vögeln in Verbindung stehen.

Manche befürworten die Ganzjahresfütterung, andere ausschließlich die Fütterung in den Wintermonaten, wenn Nahrungsquellen knapp sind und wiederum manche sagen, dass das Zufüttern die natürlichen Futtergewohnheiten der Vögel stören und ihre Abhängigkeit von Menschen erhöhen kann. Darüber hinaus bestünde die Gefahr, dass unsachgemäße Fütterung Krankheiten verbreiten oder bestimmte Arten bevorzugen kann, was das ökologische Gleichgewicht stören könnte.

Wie füttere ich Wildvögel richtig?

Als Laie das sehr schwierig zu beurteilen, denn es gibt einige Faktoren, die in die Entscheidung, ob man zufüttert oder nicht, einfließen. Wenn du dich mit dem Thema beschäftigst und ein paar Aspekte berücksichtigst, wirst du sicher eine Entscheidung treffen können, wie du mit der Thematik umgehst. Hier sind einige Faktoren, die gleichzeitig Denkanstöße sind:

  • Jahreszeit: Im Winter, wenn natürliche Nahrungsquellen knapp sind, kann eine zusätzliche Fütterung lebensrettend sein, während es in anderen Jahreszeiten weniger notwendig sein könnte.
  • Art der Vögel: Einige Vogelarten sind anfälliger für Nahrungsmangel und könnten von der Fütterung mehr profitieren, während andere sich gut selbst versorgen können. Sich darüber zu informieren ist auf jeden Fall sinnvoll. Das geht besonders gut bei örtlichen Vogelschutzvereinen.
  • Wohnort: In städtischen Gebieten, wo natürliche Nahrungsquellen weniger verfügbar sind, könnte die Zufütterung sinnvoller sein als in ländlichen Gegenden.
  • Art des Futters: Die Auswahl des richtigen Futters unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vogelarten ist entscheidend, um sicherzustellen, dass es den natürlichen Ernährungsbedürfnissen der Vögel entspricht und keine Gesundheitsprobleme verursacht.
  • Hygiene: Schlecht gewartete Futterstellen können Krankheiten verbreiten. Man sollte also täglich etwas Zeit für die Pflege der Futterstationen einplanen können.
  • Ökologisches Gleichgewicht: Übermäßige oder falsche Fütterung kann das ökologische Gleichgewicht stören, indem sie invasive oder dominante Arten fördert. Maßhalten ist hier das Zauberwort.
  • Bildung und Aufklärung: Informiere dich ausreichend, z. B. beim örtlichen Vogelschutzbund, bevor du mit der Fütterung beginnst.

Du siehst, wir haben es hier mit einer komplexen Mischung aus Faktoren zu tun, die sorgfältig betrachtet werden wollen. Was aber für alle zählt und meiner Meinung nach auch ein wichtiges Kriterium ist: Wenn wir Vögel füttern haben wir die wunderbare Gelegenheit, sie zu beobachten und somit eine Verbundenheit zur Natur herzustellen.

Was fressen Vögel?

Wir können grob zwischen drei Arten unterscheiden. Alle Vögel verbindet ihre Vorliebe für Fettfutter. Wir sind meist vertrauter mit dem Begriff Meisenknödel. Im Rezeptteil gebe ich dir einige Anregungen, wie du Meisenknödel selber machen kannst.

Weichfutterfresser

Dazu gehören zum Beispiel Rotkehlchen, die Amsel und der Star. Weichfutterfresser suchen sich in den warmen Monaten ihre Nahrung am Boden. Sie picken Würmer und Insekten aus der Erde und lieben Früchte, beispielsweise Vogelbeeren, Wacholderbeeren, Hagebutten und sonstiges Beerenobst. Auch Weintrauben stibitzen sich manche gerne. Ihre Schnäbel sind klein und zart.

Körnerfresser

Dazu gehören alle Arten von Finken, Meisen, Sperlinge und Simpel. Sie haben kurze, kräftige Schnäbel. Wie es der Name schon sagt, lieben sie Körner, die sie aufpicken können. Ungeschälte Sonnenblumenkerne, Leinsamen, grobe Haferflocken und Nüsse, aber auch Bucheckern und Eicheln stehen bei ihnen auf dem Speiseplan.

Flexible Fresser oder auch Allesfresser

Dabei handelt es sich um flexible Weichfutterfresser, die im Winter auch Körner und Samen zu sich nehmen, wenn das gewohnte Nahrungsangebot im Winter nicht mehr verfügbar ist. Allesfresser sind zum Beispiel Meisen, Spechte und Kleiber.

Vogelfutter selber machen: Anleitung zum Nachmachen

Bitte achte bei der Auswahl deiner Zutaten auf möglichst gute Qualität ohne Schadstoffbelastung. Ungeeignet sind alle gewürzten, gekochten oder gebratenen Speisen (wie z.B. Speck), sowie Brot. Die Rezepte sind auf die Winterfütterung ausgelegt. Wenn du ganzjährig fütterst, informiere dich bitte darüber, welches Futter in der Brut- und Jungvögelzeit verwendet beziehungsweise vermieden werden sollte.

Körnermischung

Wenn du ein Vogelhaus im Garten stehen hast, das du speziell für die Körnerfresser attraktiv bestücken möchtest, kannst du aus einer Körnermischung Vogelfutter selber machen.

Du brauchst:

  • Sonnenblumenkerne
  • Ganze Erdnüsse
  • Hirse
  • Leinsamen
  • Hanfsaat
  • Ganze oder grob gehackte Nüsse
  • Bucheckern
  • Bedingt auch Eicheln oder Kastanien

Du kannst die Körner beliebig mischen und den Vögeln im Futterhaus oder eine Futtersäule zur Verfügung stellen. Bei dieser Auswahl ist für jeden was dabei.

Fettfutter mal anders

Die klassische Form des Fettfutters, der Meisenknödel, ist uns allen bekannt. Ich persönlich bevorzuge es, meine Knödel nicht in der klassischen, runden Form herzustellen, aus einem einfachen Grund: es ist jedes Mal ein echtes Geschmiere in der Küche und viel einfacher, die fertige Masse mit einem Löffel in eine Form zu drücken. Außerdem sieht es hübsch und dekorativ aus.

Du brauchst:

  • 500g Kokosfett
  • 500g Futtermischung, z.B. (Menge von oben nach unten im Verhältnis absteigend):
    • geschälte und ungeschälte Sonnenblumenkerne
    • Haferflocken
    • Hirse
    • Gehackte Nüsse
    • Mehlwürmer (darüber freuen sich die Rotkehlchen besonders)
    • Rosinen
    • Getrocknete Hagebutten
    • Buchweizen
    • Mohn

Natürlich brauchst du nicht alles auf der Liste zu verwenden. Du kannst dir das aussuchen, was für dich am besten passt, was du vielleicht schon zuhause hast oder auch variieren. Mit dieser Menge kannst du etwa 12 Knödel herstellen beziehungsweise mehr, wenn du, wie ich, andere Formen benutzt, die kleiner sind. Im Kühlschrank hält sich das Futter etwa 10 – 14 Tage in einem geschlossenen Behälter, im Gefrierschrank mehrere Monate.

Bereite alle Formen vor, die du verwenden möchtest. Keksausstecher eignen sich auch wunderbar. Beginne nun damit, dein Kokosfett in einem Topf zu schmelzen, indem du nur ganz wenig Hitze dazugibst. Das Fett sollte sich langsam erwärmen ohne auch nur einmal zu brutzeln oder gar zu kochen. Dann gibst du deine Körnermischung hinzu, gerade soviel, dass oben noch eine flüssige kleine Fettschicht zu sehen ist.

Tipp: Ein Schuss Pflanzenöl sorgt dafür, dass die Masse nach dem Abkühlen nicht zu bröselig wird.

Lass die Masse etwas abkühlen und befülle dann deine Formen. Ein Papierstrohhalm hineingesteckt sorgt für ein Loch, durch das du später eine Schnur fädeln kannst, um dein Vogelfutter aufzuhängen. Anschliessend ab damit in den Kühlschrank, bis sie so fest sind, dass du sie leicht herauslösen kannst.

Das wars auch schon. Du kannst dein selbstgerechtes Fettfutter in einen Baum hängen, an einen Ast, den du auf deinem Balkon anbringst oder an ein bestehendes Futterhaus. Wichtig ist nur, dass du es außer Reichweite von natürlichen Feinden, wie den Katzen, aufhängst.

Eine Alternative ist außerdem, einen Tontopf zu nehmen, einen Zweig durchzustecken, an dem du später eine Schnur zum Aufhängen befestigst.

Der Zweig sollte am unteren Ende ebenfalls rausgucken, damit die Vögelchen eine Landemöglichkeit haben, um in Ruhe an das Futter zu kommen.

Auch ein Zapfen sieht cool aus, wenn er von der Fettmasse ummantelt wird. An einer Schnur im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt, ist er nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern auch eine tolle Winterdekoration.

Im Garten für Vogelfutter sorgen

Hast du einen Garten? Wenn ja, ist das Beste, was du für die Vögel tun kannst, bei der Bepflanzung auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Sträucher mit essbaren Früchten und Stauden, deren Samenstände du vor dem Winter nicht zurückschneidest bieten den Vögeln ein gutes Nahrungsangebot für den bevorstehenden Winter. Indem du außerdem dafür sorgst, dass Insekten gut bei dir überwintern können, zum Beispiel durch Totholzhaufen, Laubhaufen, die du unter die Büsche schiebst oder ein gut durchdachtes Insektenhotel, trägst du ebenfalls dazu bei, dass die insektenfressenden Vögel direkt im nahenden Frühjahr ausreichend Nahrung haben und auch im Winter eine gedeckte Tafel vorfinden. Schau’ dir deinen Garten genau an und überlege, welche Vogelarten im Winter gegebenenfalls unterversorgt sind und stelle so deinen persönlichen Vogelfutterplan zusammen.

Vogelfutter aus der Natur selber sammeln

Im Laufe der Saison kannst du bereits für Herbst und Winter vorsorgen und selber sammeln. Verschiedene Beerenfrüchte, wie z. B. Vogelbeeren, Holunderbeeren, wilde Him- und Brombeeren, Heidelbeeren u.s.w. kannst du beispielsweise in der Natur finden und daheim für den Winter trocknen. Ebenso Hagebutten, die eine wahre Energiequelle sind. Trocknen ist besser, als sie frisch einzufrieren. So halten sie sich lange und gefrieren nicht so schnell, wenn du sie ins Futterhaus legst. Außerdem bleibt dein Futterhaus besser sauber.

Samen von Brennnesseln, Disteln und Löwenzahn sind ebenfalls beliebt bei Vögeln und sind bei fast jedem Spaziergang in der Natur zu finden. Es ist also recht einfach, einen Wintervorrat davon anzulegen, indem du sie trocknest.

Auch Bucheckern und Eicheln kannst du selber sammeln. Einige Vogelarten wie z.B. der Eichelhäher oder der Specht freuen sich auch über Kastanien. Bevor du jetzt aber eine Menge Kastanien und Eicheln sammelst: der Eichelhäher ist ein vorsichtiger Vogel, der eher selten an einer Futterstelle anzutreffen ist. Ihm kannst du entgegenkommen, wenn du eine extra Futterstelle etwas versteckt an einem Baum anbringst.

Stelle bitte sicher, dass du nicht ganze Sträucher leer pflückst. Nimm von jedem nur ein paar Früchte, damit der Rest als Nahrungsangebot für die Wildtiere verfügbar bleibt.

Tipp: Vögel brauchen nicht nur Futter sondern auch Wasser, selbst in den Wintermonaten. Es wäre toll, wenn du ihnen das anbietest, indem du Vogeltränken aufstellst. Die müssen zwar öfter inspiziert werden, weil gefrorenes Wasser deine Tränken kaputt machen kann, aber unsere gefiederten Freunde werden es dir danken.


Melanie Roloff ist dreifache Mutter, Ehefrau und Tierbesitzerin. Als leidenschaftliche Yogalehrerin und Hobbyautorin inspiriert sie Menschen mit ihren Geschichten. Gemeinsam mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden Phaléne Lilly und Chihuahua Sammy, lebt sie in Bayern.


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