Algen im Teich: Natürliche Hilfsmittel

Algen im Teich sind ein lästiges Übel und können mitunter für Fische und Pflanzen lebensbedrohlich sein. Viele Teichbesitzer greifen bei der Algenbekämpfung auf chemische Keulen zurück, doch es geht auch anders: erfahre hier, welche natürlichen Hilfsmittel du dir zu Eigen machen kannst.

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Generelle Informationen zu Algen

Wenn es wärmer wird, die Sonne öfter scheint und Regen ausbleibt, steigt die Gefahr, dass sich Algen im Teich breitmachen. Diese bedeuten nie etwas Gutes, denn ihr Auftauchen wird von zahlreichen negativen Erscheinungen begleitet; zusätzlich ist ihre Entfernung eine anstrengende und zeitintensive Sache. Im dichten Algenteppich können Insekten vermehrt ihre Eier ablegen, da dort hervorragende Wachstumschancen für ihre Larven bestehen: Der Teich sieht wenig später nicht nur unschön aus, er wird auch von einer Horde fliegender (im schlimmsten Falle stechender) Insekten bevölkert.

Du solltest dich jedoch nicht unnötig verrückt machen: Algen sind nicht sofort gefährlich. In kleineren Mengen treten sie fast immer auf und sind überhaupt nicht schädlich. Überhand nehmen dürfen sie dagegen nicht! Das spricht für ein extremes Ungleichgewicht im Teich. Im schlimmsten Fall kann es sogar lebensbedrohlich für deine Fische und Pflanzen werden. Beispielsweise entweder, weil die Algen den anderen Wasserorganismen direkt schaden können (Manche Blaualgen produzieren Giftstoffe.) oder  weil sie Missstände im Teich anzeigen, die auch Fischen und Pflanzen gefährlich werden (Verschiebungen der Wasserwerte).

Gründe für Algen im Teich

Die möglichen Gründe für eine Algenentwicklung in deinem Teich können vielfältig sein, meistens laufen sie aber auf einen Überschuss an Nährstoffen hinaus, der sich über die Zeit entwickelt. Damit du aber alle eventuellen Faktoren kontrollieren kannst, möchten wir jetzt noch einmal alle einzeln aufzählen.

Häufig ist eine übermäßige Fütterung der Fische oder eine zu hohe Besatzdichte Schuld an den Algen im Teich. In beiden Fällen kommt es durch überschüssige Nahrung und viel abgesetzten Kot zu Ansammlungen am Teichgrund, die sich mit anderen organischen Materialien zu Teichschlamm wandeln. Ab einer Wassertemperatur von ca. 10°C beginnt der Schlamm dann, Nährstoffe an das Teichwasser abzugeben. Zusätzlich zu Fischfutter und Kot tragen abgestorbene Pflanzenteile, Pollen und organisches Material vom letzten Jahr zur vermehrten Nährstofffreigabe bei.

Zusätzlich führt eine übermäßige direkte Sonneneinstrahlung – besonders bei kleinen Teichen – zu vermehrtem Algenwachstum. Man sollte deshalb zumindest an heißen Tagen den Teich versuchen abzudunkeln, beispielsweise mit einem Sonnensegel. Auch ein häufiger Fehler ist die Verwendung von herkömmlicher Blumenerde statt speziellem Teichsubstrat. Der Nährstoffreichtum dieser Blumenerde wird leicht vom Wasser herausgewaschen und stellt ebenfalls Algennahrung dar.

Ein weiterer Grund ist in einem Unterschied zu natürlichen Gewässern begründet. Diese haben meist einen Zu- und einen Ablauf, anders jedoch bei unseren Teichen. Hier entsteht ein Wasserverlust ausschließlich durch Verdunstung und Zuflüsse erfolgen nur durch Niederschlag oder Wasserzugabe. Bei der Verdunstung verbleiben allerdings die Nährstoffe gänzlich im Wasser, also im biologischen System. Die Menge des Wassers nimmt zwar ab, die der Nährstoffe aber. Kommen nun ein paar der oben aufgeführten Gründe hinzu, kommt es in der Folge schnell zu einem Überschuss.

Mögliche Lösungen für das Algenproblem

Aufwändiger, aber effektiver als die Nutzung von Algenbekämpfungsmitteln ist natürlich die vollständige Erneuerung des Gartenteichwassers. Diese Vorgehensweise ist sehr zeitaufwändig, denn man sollte nie alles Wasser auf einmal wechseln. Lieber tageweise vorgehen und immer nur gewisse Mengen erneuern. Das ist stressfreier für die Teichbewohner und zusätzlich werden nicht – neben Algen – auch alle nützlichen Bakterien entfernt.

Wenn man nicht die Möglichkeit oder Zeit hat, einen gesamten Wasserwechsel durchzuführen, kann es auch helfen, den Teich zu „impfen“. Hierzu holt man sich von Freunden oder Nachbarn Wasser aus einem intakten Teich, der sich in einem biologischen Gleichgewicht befindet; 10 bis 15l können schon ausreichen. Dieses „gesunde“ Wasser wird nun in den eigenen „kranken“ Teich gegeben. Die sich im guten Wasser befindlichen Mikroorganismen werden anschließend ihre Arbeit aufnehmen und anfangen, die Algen zu vernichten. Bei dieser Variante gibt es allerdings keine Erfolgsgarantie, es kommt immer auf den individuellen Algenbefall an.

Eine sicherere Möglichkeit ist die Zuhilfenahme von algenfressenden Fischarten. Diese sorgen permanent dafür, dass Algen in deinem Teich nicht die Oberhand gewinnen. Übrigens gibt es auch nährstoffzehrende Wasserpflanzen, die speziell dafür geeignet sind, den Algen die Nährstoffe zu entziehen. Zu guter Letzt hilft es, regelmäßig auftretende Algen mit Hilfe eines Keschers abzufischen.

Prophylaktische Maßnahmen

Du kannst bereits gegen Algen vorgehen, wenn der Teich noch nicht befüllt ist. Beim Teichbau solltest du darauf achten, eine breite „Röhricht“- bzw. Flachwasserzone zu schaffen, wo das Wasser permanent drüberströmt. Hier werden stark nährstoffzehrende Pflanzen angepflanzt, die – wenn sie nicht entfernt werden – überschüssige Nährstoffe in Wurzeln und unteren Organen ansammeln. Diese sorgen dann im nächsten Frühjahr für ein erneutes Wachstum.

Zusätzlich bietet die Flachwasserzone mit ihren Blättern und Stängeln eine große Fläche für nützliche Bakterien und andere Mikroorganismen, die die Grundlage für die Selbstreinigungskraft des Teiches bilden. Sie sind ein großer Bestandteil des biologischen Systems, welches im Idealfall für ein ausgeglichenes Wasserniveau sorgt. Man sollte die Flachwasserzone übrigens so konstruieren, dass eine Pumpe das Wasser immer über diese Zone wieder ins tiefere Wasser strömen lässt. So kommt Sauerstoff ins Wasser und das ganze Volumen gelangt zu dieser Reinigungszone.

Ideal ist es übrigens, wenn du einheimische Pflanzen verwendest: Diese fördern ein artenreiches Gewässer und passen am besten zu den sich hier befindlichen Mikroorganismen.