Pflanzenlandschaften im Aquarium

Was ist ein Aquarium ohne die richtigen Pflanzenlandschaften? Sie sehen nicht nur gut aus, sondern füllen das Aquarium optisch und bieten seinen Bewohnern Schutz. Doch Pflanze ist nicht gleich Pflanze. Erfahre hier, welche Aquarienpflanzen du unterscheiden kannst und wie du sie richtig pflegst.

Zu den Aquarienpflanzen

Die Vielfalt der Aquarienpflanzen

Pflanzen sind nicht nur ein optischer Hingucker, darüber hinaus übernehmen sie auch andere wichtige Funktionen im Aquarium. So sorgen sie für Sauerstoff und befreien das Aquarium von überschüssigen Nährstoffen. Deshalb sollte beim Blick von oben in ein bepflanztes Aquarium gern rund 50-70% des Bodens mit Pflanzen bedeckt sein. Damit die eingesetzte Bepflanzung wächst und sich gut entwickelt, sind verschiedene Sachen zu beachten. Dazu gehören die Temperatur, die Platzierung und die Beleuchtung. Denn auch bei Pflanzen gibt es Vorlieben und Faktoren, die ein gesundes Wachstum begünstigen.

Aquarienpflanzen im Hintergrund

Alternanthera reineckii: Rote Pflanzen sind in der Regel sehr anspruchsvoll. Diese Art ist aber auch für Einsteiger bestens geeignet. Bei guter Beleuchtung entwickelt sie eine intensive rote Farbe und ist so ein farbliches Highlight. Die Pflanze wird meist in einer Gruppe gepflanzt und benötigt einen Sonnen- bis Halbschattenplatz. Regelmäßige Düngung mit Eisen ist für die Farbe empfehlenswert.

Pogostemon erectus: Diese Pflanze wird bis zu 40 cm hoch und hat sehr filigrane Blätter. Sie stammt aus Südasien und liebt Temperaturen zwischen 20-30° C. Die Vermehrung erfolt über Seitentriebe. Alternativ kannst du einfach einen Trieb abschneiden und wieder einpflanzen. So erreichst du eine schöne Verdichtung der Pflanze. Pogostemon erectus ist dankbar für viel Licht und eher weiches Wasser.

Aquarienpflanzen im Mittelfeld

Cryptocoryne wendtii: Diese mittelgroße, robuste Art wird auch „Brauner Wasserkelch“ genannt und präsentiert sich wie der Name schon sagt in einer schokobraunen bis olivgrünen Farbe. Sie gedeiht am besten in Wassertemperaturen zwischen 20 und 28°C. Genau wie die Alternanthera reineckii bevorzugt sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz.

Rotala rotundifolia: Bei der Aquarienhaltung bildet Rotala rotundifolia längliche, dünne Blätter. Im Gegensatz zu anderen Rotala-Arten ist sie relativ anspruchslos, obwohl sie viel Licht benötigt, um rote Blätter zu bilden. Sie entwickelt sehr bereitwillig Seitentriebe und erlangt somit schnell eine dichte, buschige Form. Dadurch gelangt das Licht nur schwer zu den unteren Blättern, weshalb die Pflanze häufig beschnitten werden muss. Sie bevorzugt sehr warme Temperaturen ab 30°C und eignet sich daher beispielsweise für Amazonasaquarien.

Aquarienpflanzen im Vordergrund

Echinodorus tenellus: Diese kleine Aquarienpflanzen-Art bildet ein dichtes Rasenpolster auf dem Aquariengrund. Bei einer starken Lichteinwirkung kann die Pflanze eine rötliche Färbung annehmen. Aufgrund ihrer geringen Wuchshöhe eignet sie sich gut für den Einsatz im Vordergrund. Bei einer Temperatur zwischen 18 und 26°C wächst sie am besten. Wegen ihrer Unkompliziertheit ist diese Aquarienpflanze auch für Einsteiger geeignet.

Eleocharis pusilla: Diese Pflanze ist mit ihren kurzen Blättern, dem luftigen Wuchs und den zahllosen Ausläufern eine der besten teppichbildenden Vordergrundpflanzen. Gänzlich pflegeleicht und anspruchslos. Sie wird in kleinen Büscheln auf der zu bedeckenden Fläche gepflanzt und wächst bei guten Lichtverhältnissen schnell zu einem dichten, üppigen „Rasen“ zusammen. Bevorzugt wird warmes Wasser ab 24°C ! Sie lässt sich einfach runter schneiden, wenn der „Rasen“ zu hoch wird.

Komplette Pflanzenlandschaften

Wenn du noch relativ unerfahren bist und/ oder bei der Pflanzenauswahl nichts falsch machen willst, solltest du dich mit Aquarienpflanzen Sets beschäftigen: Einige Firmen bieten bereits fertige Pflanzenlandschaften an, die durch den mitgelieferten Plan ganz einfach richtig zu platzieren sind. Durch die verschiedenen Sets in verschiedenen Größen findet jeder die perfekte Zusammenstellung für sein Aquarium und kann auch nach Belieben eine andere Gestaltung des Aquariums vornehmen, indem man ein anderes Set einsetzt.

Tipps für das Einsetzen

Viele Pflanzen wurden beim Züchter oder Händler gedüngt und vor Ungeziefer geschützt. Damit diese Stoffe nicht in dein eigenes Aquarium kommen, wo sie Pflanzen und Tieren schaden könnten, solltest du die Pflanzen nach dem Kauf vom Substrat an den Wurzeln befreien. Danach kommen die Pflanzen für eine längere Zeit (für bis zu 2 Wochen) in einen großen Eimer mit Wasser. Wenn das Wasser mehrmals gewechselt und die Pflanze damit abgespült wurde, kann man davon ausgehen, dass Schadstoffe genügend weggewaschen sind.

Bei in-vitro-Pflanzen entfällt diese lästige Prozedur. Sie sind frei von Schnecken und Algen und nicht mit Schadstoffen belastet, denn sie werden fast steril herangezüchtet. So schleppst du dir sicher nichts ins Becken ein. Nur etwas Geduld musst du mitbringen, damit die kleinen Pflänzchen zu vergleichbarer Größe heranwachsen. Das haben sie aber zügig aufgeholt und du kannst dich an der Pflanzenpracht erfreuen.

Wenn du die Pflanzen eingesetzt hast, wundere dich bitte nicht, wenn die Pflanzen gelbe Blätter bekommen oder die Wuchsform verändern. Sie gehen nicht ein, sondern stoßen nur ihre alten Blätter ab, um dann neue zu bilden. Sie müssen sich schließlich erst an die bisher ungewohnten Bedingungen anpassen. Also nicht sofort eine vermeintlich „eingehende“ Pflanze aus dem Aquarium entfernen. Gelbe Blätter solltest du entfernen, damit die Wasserqualität nicht unter den Abbauprozessen leidet. Mit den richtigen Lichtverhältnissen und passender Nährstoffversorgung (ggf. über Düngung) hast du schon bald tolle Bepflanzung in deinem Aquarium.